Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Kerwewanderung Studernheim: Vier Stationen zur Premiere

Nicht nur am Stand von Alexander Hüther herrschte am Sonntag bei der Premiere der Kerwewanderung gute Stimmung.
Nicht nur am Stand von Alexander Hüther herrschte am Sonntag bei der Premiere der Kerwewanderung gute Stimmung.

Eigentlich war die Rundwanderung im Vorort Studernheim nur als Ersatz für die ausgefallene Kerwe gedacht. Doch die Aktion am Sonntag kam so gut an, dass sie künftig Teil des Feierprogramms werden könnte.

Schon zum zweiten Mal mussten alle Kerwen in den Vororten in der Corona-Pandemie ausfallen. Nach dem Vorbild der Kerwetouren in Flomersheim wollte Ortsvorsteher Karl Ober (SPD) in Studernheim zumindest eine Ersatzveranstaltung anbieten. Mit dem Ergebnis ist er am Sonntag zufrieden – und überlegt, ob man die Wanderung nicht dauerhaft am eher besucherschwachen Sonntag während der Kerwe etablieren könnte. An vier Stationen des Rundwegs in und um den Vorort bewirteten bei der Premiere zumeist private Anbieter Spaziergänger.

„Wenn schon keine Kerwe ist, dann machen wir trotzdem etwas für unser Dorf“, sagte Peter Zimmermann von den „Studdrummer Buwe“. Gemeinsam mit drei weiteren Familien plante er kurzerhand einen Verpflegungsstand mit Hausmacher und Käsewürfeln. Vorher wurden noch hurtig die Sträucher am Feldkreuz gestutzt, damit der rechts daneben platzierte Stand nahe des Buschwegs ein ordentliches Bild abgibt. „Es war jedem klar, dass die Kerwe nur in abgespeckter Form stattfinden kann, aber unser Ziel ist es auch nicht unbedingt, Gewinn zu erwirtschaften“, sagte der 40-Jährige. Vielmehr wolle er die Gelegenheit nutzen, um für Mitglieder des Fördervereins der Grundschule im Ort zu werben.

Etwa 500 Meter weiter Richtung Ortsrand, am Eichwiesenweg, summten 40 Bienenvölker munter um ihre Behausungen. Alexander Hüter betreut hier normalerweise nur seine Tierchen. Zur Kerweersatz-Wanderung ließ er gemeinsam mit sechs Helfern große und kleine Spaziergänger süße Honigbrote probieren. Die gesamte Familie hatte mitgeholfen und Bienenplätzchen liebevoll mit gelbschwarzem Zuckerguss verziert sowie Wegsteine mit einer Biene bemalt.

Am Nachmittag sind alle Bratwürste weg

„Noch klein, aber alles Neue muss erst wachsen“, kommentierte Sabine Piela den Rundweg. Die 58-Jährige Frankenthalerin bedauerte angesichts des hübschen Bienenstands und der Ponys daneben, dass sie ihre Enkel nicht dabei hatte. Die Kinder des Ortes genossen das Angebot, überall auf der Strecke sah man kleine Gruppen mit Rollern oder zu Fuß durch die Straßen ziehen. „Klasse, dass das Dorf mal wieder rausgekommen ist“, freute sich Patrick Becker, Mitglied der Arge. Am Bratwurststand, den er mit Freundin Jana Bischoff auf dem Vorplatz der Grundschule betrieb, waren alle 80 Würste bereits seit 16 Uhr ausverkauft. Nur Softdrinks und Bier gab es am Nachmittag noch an dem mit Kürbissen dekorierten Stand.

Auch im Hof der Bisons, einer Gruppe um Christa Steiner, gab es lange vor dem offiziellen Ende der Wanderung um 17 Uhr keinen Kuchen mehr. Brezeln und getrocknete Würste hingegen seien noch vorhanden, berichtete die Hausbesitzerin. Die zehnköpfige Gruppe, erkennbar durch hellgrüne Shirts und ebenso grüne Hüte, beteiligte sich in den Vorjahren am Kerweumzug. „Stierblut, also Rotwein, haben wir da sonst ausgeschenkt“, erklärt Steiner. Der Gruppenname der Bisons sei vor sieben Jahren bei einem Sommerfest im Garten in der Heinrich-Reffert-Straße entstanden, inspiriert durch den gleichnamigen Wodka.

Ortsvorsteher Ober bedauerte, dass sich die Landfrauen nicht an der Ersatzkerwe beteiligen konnten. „Sie haben zurückgemeldet, dass sie zu wenig Personal haben. Das hätte die Runde ein Stück Richtung Sportplatz erweitert“, findet er.

An der Station von Alexander Hüther im Eichwiesenweg gab es unter anderem liebevoll verzierte Bienenkekse.
An der Station von Alexander Hüther im Eichwiesenweg gab es unter anderem liebevoll verzierte Bienenkekse.
Auch die „Studdrummer Buwe“ beteiligten sich mit einer Station an dem Ersatzprogramm für die ausgefallene Kerwe.
Auch die »Studdrummer Buwe« beteiligten sich mit einer Station an dem Ersatzprogramm für die ausgefallene Kerwe.
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