Frankenthal
Flomersheim: Wanderung und Spießbraten statt Kerwe
Anders als bei der Premiere des Spießbratenfests am Samstag, das laut Dirk Wedekind, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Flomersheim (AGF), an einem noch recht schönen Sommerabend ein „toller Erfolg“ war, trübte sich der Himmel zu den Kerwetouren am Sonntag kräftig ein. Und öffnete zeitweise sogar die Schleusen. Auch in der Nacht davor hatte es geregnet, so dass die Wege ein paar matschige Passagen aufwiesen.
Viele Teilnehmer sehen zumindest die Kerwetouren schon als mehr als nur einen Ersatz für die Kerwe an, die bereits zum zweiten Mal wegen der Corona-Pandemie nicht in gewohnter Form stattfinden konnte. Am Sonntag machten sich viele kleine Gruppen auf die von der AGF markierten Wege rund um Flomersheim und nutzten intensiv die Verpflegungsstationen – falls sie noch standen. Weil im vergangenen Jahr vielen Wanderern die Strecken zu kurz waren, wurde mit der Schoppentour dieses Mal eine Zehn-Kilometer-Strecke angeboten. Ausgerechnet auf dieser langen Runde musste der Stand in der Nähe des Ormsheimer Hofs frühzeitig abgebaut werden, weil der Wind laut Wedekind zu stark war.
„Begossener“ Pudel
An den verbliebenen Ständen machten manche gar den Eindruck, als wollten sie gar nicht weiterwandern. Die meisten Wanderer hätten jedoch sowieso die kürzeren Strecken vorgezogen, meinte der AGF-Vorsitzende. Im Angebot waren noch die Genusstour mit einer Länge von zweieinhalb Kilometern, der Rundwanderweg mit einer Länge von vier Kilometern und der Premiumweg (sieben Kilometer).
„Bei uns ist die Stimmung immer gut“, meinte Katja Grosse-Brömer, die mit ihrer Gruppe den längsten Rundweg gewählt hatte, trotz des am Nachmittag einsetzenden Nieselregens im Schlussspurt Richtung Kerweplatz. Spaß am Spaziergang hatte trotz nasser Pfoten auch Pudel Carlson. Und das, obwohl er im Gegensatz zu seinen zweibeinigen Begleitern sicher nicht an den Dubbegläsern nippen durfte.
Ausführliches Kerwemotto
Ein paar Weinschorle habe man gemeinsam schon getrunken, schätzte Manuela Glaser. „Und wir sind ja noch nicht fertig“, ergänzte Andreas Mohr. Ob da das lange Kerwemotto noch flüssig über die Lippen ging? Es lautete: „Die AGF markiert de Weg, die Leit die kummen alle rum, s'gebd Scholle, Brodworschd und aach Steak, mer dabb’n rund um Flomerschumm.“
Tapfer stapfte Artur Rogalla mit Bollerwagen und Kindern durch eine matschige Passage, gefolgt von einer Gruppe mit Freunden aus Beindersheim. „Es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung“, meinte Rogalla. Magdalena Rogalla setzte allerdings eine mobile Toilette am Wegesrand und einen Süßigkeitenstand auf die Wunschliste an den Veranstalter für eine mögliche Wiederholung.
Der elfjährige Leon Preuß aus Beindersheim beschwerte sich, dass er unter Vorspiegelung falscher Versprechungen zur Veranstaltung gelockt wurde. Er hatte sich mehr einen Festplatz mit Fahrgeschäften und Vergnügungsständen als Treffpunkt erhofft, anstatt mit den fröhlichen Eltern und deren Freunden durch die Flur zu stapfen oder zu rollern.
Lob für Organisatoren
Auch ein Kerwerätsel gab es. Da waren auf einem Kärtchen Fragen zu beantworten. Beispielsweise: Wie viele Landwirte gibt es noch in Flomersheim? Wann wurde die AGF gegründet? Die Gewinner werden laut Ortsvorsteherin Heike Haselmaier (CDU) verständigt. Sie erhalten Gutscheine und Präsente von örtlichen Betrieben. „Eine rundum gelungene Veranstaltung“, freute sich Haselmaier. Ihre Hochachtung galt den Helfern, die alles „prima organisiert haben“.