Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Katholiken sprechen sich gegen mehr Ehrenamt in Führung aus

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In der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit gibt es unter den Gemeindemitgliedern offenbar keine Bereitschaft, ehrenamtlich in einem Leitungsteam mitzuarbeiten.

In der katholischen Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit wird es kein Pilotprojekt geben, in dem haupt- und ehrenamtliche Kräfte gemeinsam leitende Aufgaben übernehmen. Das sogenannte Homburger Modell ist in einer Sitzung von Pfarrei- und Verwaltungsrat durchgefallen. Die Führungsfrage bleibt damit offen.

„Die Lage ist dramatisch, es gibt nicht den Hallelujah-Weg“, sagte Pfarreirats-Vorsitzender Theo Wieder. Die Vorstellungen der Bistumsleitung, Frankenthal nach dem Abschied von Pfarrer Stefan Mühl im Sommer 2022 zu einer zweiten Pilotpfarrei neben Homburg zu machen und die Ehrenamtlichen stärker in die Pflicht zu nehmen, blieben am Freitag bei einer Sitzung mit dem Verwaltungsrat auf der Strecke. Vergeblich hatte Generalvikar Markus Magin versucht, den Modellversuch schmackhaft zu machen, indem er in einem Schreiben im vergangenen Jahr auf die gute Vernetzung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen in der Pfarrei und das komplett erarbeitete pastorale Konzept verwiesen hatte.

Zwei Problembereiche haben sich nach den intensiven Beratungen in den Gremien und bei einer Pfarreiversammlung laut Theo Wieder herauskristallisiert. So werde schon seit längerer Zeit über die unzureichende Unterstützung durch die Regionalverwaltung in Ludwigshafen und das Fehlen von Haushaltsplänen Klage geführt. Auch gebe es offenbar keine Bereitschaft, in einem Leitungsteam ehrenamtlich mitzuarbeiten. „Wir haben mindestens zehn Personen angesprochen und keine positive Rückmeldung erhalten“, informierte Wieder.

Fader Beigeschmack

Überraschend sei kurz vor der Sitzung am Freitag noch ein Brief aus Speyer eingegangen, in dem eine zusätzliche Stelle von zehn Wochenstunden in Aussicht gestellt wurde, um die Rückstände in der Verwaltung bis zum Ende des Jahres aufzuarbeiten. Dass diese Zusage von der Billigung des neuen Leitungsmodells abhängig gemacht werden soll, hinterließ bei den Mitgliedern von Pfarrei- und Verwaltungsrat einen faden Beigeschmack.

In der sachlichen Diskussion wurde kritisiert, dass die angebotenen zehn Stunden pro Woche mit Blick auf die Fülle an Verwaltungsaufgaben nicht ausreichten und die zeitliche Inanspruchnahme der Ehrenamtlichen im Leitungsteam nicht klar sei. Walter Becker, stellvertretender Verwaltungsrats-Vorsitzender, betonte, dass er für ein solches Amt nicht zur Verfügung stehe. Ob eine Ausschreibung der Stelle des Leitenden Pfarrers zum Erfolg führe, wurde aufgrund der rückläufigen Zahl an Geistlichen stark bezweifelt.

Pfarrer Klaus Meister, der nach eigenen Angaben die Funktion des Administrators übernommen hat, damit die Pfarrei nicht „fremdregiert“ werde, beklagte einen Rückgang des Engagements der Gemeindemitglieder. Es gebe immer mehr Probleme, viele Interessen seien nur auf den eigenen Kirchturm bezogen. „Das gedeihliche Zusammenleben innerhalb der Pfarrei ist massiv gestört“, befand Meister. Er spüre Ressentiments, die nicht mehr christlich zu nennen seien. Ein neues Leitungsmodell biete die Chance, auch in Zukunft gestalten zu können: „Darauf setze ich meine Hoffnung.“

Speyer muss entscheiden

Von einem zu großen Zeitdruck sprach Pfarrer Lèonard Katchekpele, derzeit Kooperator in der Pfarrei. Er plädierte dafür, das Leitungsmodell ohne Ehrenamtliche zu starten und nach und nach Überzeugungsarbeit zu leisten. „Wir sollten positiv denken und schauen, was möglich ist“, meinte Diakon Andreas Stellmann.

Für die Einführung eines mit Haupt- und Ehrenamtlichen paritätisch besetzten Leitungsteams nach Homburger Vorbild hätte es der absoluten Mehrheit aller Gremien bedurft. Beim Seelsorgeteam, das sich einstimmig dafür entschied, war diese Voraussetzung ebenso erfüllt wie beim Verwaltungsrat, der mit fünf Ja- und drei Nein-Stimmen votierte. Das Modell scheiterte knapp am Pfarreirat. Von 20 anwesenden Mitgliedern stimmten nur zehn mit Ja, acht mit Nein, zwei enthielten sich. Über das weitere Vorgehen muss nun Speyer befinden.

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