Frankenthal
Karolinen-Gymnasium und Schiller-Realschule: Betroffene Klassen werden getestet
Drei beziehungsweise zwei Fälle, in denen Schüler positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden sind, wirbeln derzeit am Karolinen-Gymnasium (KG) und der Schiller-Realschule den ohnehin schon schwierigen Unterrichtsalltag durcheinander. Sowohl KG-Direktor Christian Bayer als auch Realschul-Chef Dieter Jäger zogen angesichts dieser Nachrichten deshalb am Wochenende die Notbremse: Auf ihre Initiative hin seien alle neunten Klassen und deren Lehrer ab Montag zu Hause geblieben.
Nach inzwischen erfolgter Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Ludwigshafen erweist sich diese Entscheidung als klug: „Wir haben das Richtige getan“, sieht sich Bayer bestätigt. Auch wenn ihn die Fälle den kompletten Sonntag und auch den Montag gekostet hätten, sei er froh, dass das Ganze am Wochenende seinen Anfang genommen habe, sagt Jäger: „So war aus den betroffenen Klassen erst gar niemand wieder in der Schule.“
„Brutal überlastet“
Mit Kritik an den Behörden halten sich die beiden Schulleiter bewusst zurück: Beim Gesundheitsamt werde das Möglichste getan, um ihnen zu helfen. Er habe direkt montags früh jemanden erreicht, berichtet Dieter Jäger. Sein Eindruck trotz allem: „Die Leute dort sind brutal überlastet.“ Christian Bayer hatte am Dienstag Kontakt mit einer „sehr kompetenten Mitarbeiterin“. Aber auch er vermutet: Die Vielzahl aktueller Fälle überfordert das der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises zugeordnete Amt zunehmend.
Um weitere Infektionen in den neunten Klassen zumindest weitgehend ausschließen zu können, soll an beiden derzeit betroffenen Schulen umfangreich getestet werden: an der Schiller-Realschule wohl an einem der kommenden Nachmittage in der Schule selbst. Für das Karolinen-Gymnasium ist das wegen der langen Unterrichtszeit bis 16 Uhr nach Ansicht von Direktor Bayer eher keine Option: „Wir schauen jetzt, wann und wo das möglich ist“, sagt er. Die Schule werde die Eltern rechtzeitig informieren.
Verständnisvolle Eltern
Die beiden zurückliegenden Tage waren für Bayer und Jäger so etwas wie ein Pandemie-Schnellkurs – auch hinsichtlich der teils sehr komplexen Quarantäne-Vorschriften. Als im Unterricht noch keine Maskenpflicht bestanden habe, sollten betroffene Klassen und Lehrer im Falle einer Ansteckung mit dem Coronavirus direkt in häusliche Isolation wandern. Seit während des Unterrichts ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss, gilt das nur noch für die direkten Sitznachbarn des Infizierten. Alle anderen inklusive des Lehrers dürften weiter kommen.
„Dadurch bekommen die festen Sitzpläne in den Sälen eine sehr viel größere Bedeutung. Das ist mir jetzt erst richtig bewusst geworden“, sagt Dieter Jäger. Er will darauf auch seine Schulleiter-Kollegen bei einer anstehenden Dienstbesprechung aufmerksam machen. Christian Bayer ist im ersten Schritt vor allem froh über eine andere Erkenntnis: „Ich bin wirklich dankbar, dass die Schule so gut zusammenhält und mein Team so gut funktioniert.“ Die Maskenpflicht stoße bei den Kindern und Jugendlichen auf große Akzeptanz und die Eltern hätten mit großem Verständnis reagiert.