Frankenthal Kampf gegen Nervosität und Gegner
Frankenthal. Der Nikolaus Cup des 1. Taekwondo & Kickbox Clubs Frankenthal am Samstag ist vor allem ein Turnier für Anfänger gewesen, die erste Wettkampfluft schnuppern sollten. Sie taten es mit Spaß und Freude – und der eine oder andere träumte schon leise davon, irgendwann mal an großen Meisterschaften teilzunehmen.
Wer am Samstagnachmittag in die Eichwiesenhalle in Studernheim trat, der hatte erst einmal Probleme, überhaupt in die Halle reinzukommen. Das glich schon fast einem Hindernis- und Slalomlauf. Es war eng, es war voll, es war auch teilweise laut in der Halle. Um die Matte in der Mitte, die Kampffläche, hatte sich ein Menschenring gebildet. Um diesen herum hatte sich ein ein zweiter Menschenring gezogen. Und außen, am Rand der Halle, saßen auch noch ein paar Eltern auf Bänken oder Stühlen. Sie alle, oder zumindest die meisten von ihnen, blickten gespannt auf jene Matte in der Hallenmitte, auf der sich jeweils zwei der rund 120 Teilnehmer zum Kampf trafen. Der Nikolaus Cup findet seit den 1990er-Jahren statt. Damals war es noch eine Vereinsmeisterschaft. „Irgendwann haben dann nach und nach immer mehr befreundete Schulen mitgemacht, sodass es ein richtig großes Turnier wurde“, erzählt Nikos Theodoridis, stellvertretender Vorsitzender des Frankenthaler Vereins. Mittlerweile kommen die Kämpfer auch aus Pirmasens oder Frankfurt in die Vorderpfalz gefahren. Es sind vor allem Anfänger, die am Samstag in Frankenthal die Chance nutzten, erste Wettkampferfahrung zu sammeln. Einer von ihnen ist Marcel Grimaldi aus Kleinniedesheim. „Ich war schon ein bisschen aufgeregt vor dem Wettkampf“, gibt der 14-Jährige zu: „Aber eigentlich erst kurz bevor der eigentliche Kampf begann, also als ich schon auf der Matte stand.“ Grimaldi hat erst vor rund drei Monaten beim 1. Taekwondo & Kickbox Club Frankenthal mit dem Sport begonnen. Am Samstag hat er seine beiden Kämpfe verloren und somit Platz vier belegt. So richtig zufrieden war er damit nicht. Wer verliert schon gerne? Für die Zukunft hat er sich zumindest schon Großes vorgenommen. „Ich würde gerne recht bald bei internationalen Meisterschaften starten“, erzählt Grimaldi. Wie Grimaldi waren am Samstag viele junge Sportler des 1. Taekwondo & Kickbox Clubs Frankenthal zum ersten Mal überhaupt bei einem Wettkampf dabei. „Die meisten waren schon sehr nervös“, berichtet Theodoridis: „Sie haben in der Woche vor dem Wettkampf viele Fragen gestellt, wollten wissen, wann sie kämpfen, gegen wen sie kämpfen.“ Fragen, die selbst Theodoridis und die anderen Frankenthaler Übungsleiter zu diesem Zeitpunkt noch nicht beantworten konnten. Aber die Nervosität ihrer Schützlinge konnten sie eindämmen – ein bisschen zumindest. Im hinteren Teil der Halle, ein paar Meter von der Kampffläche und den zwei Menschenringen außen herum entfernt, stehen drei Kinder. Sie spielen „Schweinchen in der Mitte“. Ein Kinderspiel, bei dem sich zwei Spieler beispielsweise einen Ball mit dem Ziel zuwerfen, dass ein dritter Spieler, der zwischen ihnen steht, diesen nicht fängt. Fängt ihn dieser doch, muss der Spieler in die Mitte, der den Passfehler gemacht hat. Die drei Kinder werfen sich allerdings keinen Ball, sondern einen Kopfschutz zu. Eines der drei Kinder ist Daniel Fett. Der jüngere Bruder von Niclas Fett, zuletzt Dritter bei der Weltmeisterschaft im Pointfighting, hat sichtlich Spaß. Nachdem eine Mitspielerin sich aufwärmen muss und daher ihren Kopfschutz mitnimmt, spielen er und andere das Spiel mit einem Schuh weiter. Der Sechsjährige hatte auch vorher beim Kämpfen Spaß. Seine ersten beiden Duelle hat er gewonnen, das dritte verloren. Das reichte für den zweiten Platz. Damit war Fett zufrieden. Für ihn war es der zweite Wettkampf. Vor drei Wochen hat er schon mal bei einem Wettbewerb, der Teil eines Lehrgangs in Pirmasens war, teilgenommen. „Aber ich war auch diesmal noch nervös“, erzählt Fett. Seine erste Medaille, so verrät er noch, liegt zu Hause auf der Fensterbank. „Auf die bin ich sehr stolz“, berichtet Fett. Vielleicht hat er am Samstagabend seine zweite gleich daneben gelegt.