Frankenthal Jugend will hoch hinaus

Einer der Titelkandidaten in der B-Jugend: Michel Siedler vom DAV Frankenthal.
Einer der Titelkandidaten in der B-Jugend: Michel Siedler vom DAV Frankenthal.

«FRANKENTHAL.» „Sonntagsspaziergänger“, so nennt Kai Siedler, Sportreferent der Sektion Frankenthal des Deutschen Alpenvereins (DAV), Freizeitsportler, werden am Samstag an den Wänden in der Frankenthaler Kletterhalle Pfalz Rock nicht unterwegs sein. Rund 150 der leistungsstärksten deutschen Lead-Kletterer der Jugend A und Jugend B treten im Finale des Deutschen Jugendcups in der Mörscher Straße an. Die Finalwettkämpfe starten um 16.30 Uhr.

Sechs Wettbewerbe umfasst der Deutsche Jugendcup über das Jahr. Jeweils zwei in den Disziplinen Bouldern, Speed- und Lead-Klettern. Jeder Teilnehmer darf einen der Wettbewerbe am Ende streichen, mindestens ein Wettbewerb aus jeder Disziplin muss in die Wertung gebracht werden. Start war im April in Düsseldorf, Frankenthal ist die letzte Station der Lead-Kletterer. Der Wettkampf beginnt um 9.30 Uhr mit den beiden Qualifikationsrouten der Jugend B. Ab 13 Uhr geht die Jugend A in die Wand. Die besten zehn Teilnehmer einer jeden Kategorie qualifizieren sich für die Finalwettkämpfe, die um 16.30 Uhr beginnen. Stark vertreten ist Rheinland-Pfalz bei der männlichen Jugend B, die insgesamt das stärkste Feld im Wettbewerb bildet. Gute Finalchancen räumt Norbert Lau, Landessportreferent des DAV, den beiden für die Sektion Frankenthal startenden Kletterern Eric Grabo und Michel Siedler ein, die derzeit mit 120 respektive 111 Punkten auf den Plätzen 13 und 14 der Rangliste stehen. Beide waren in diesem Jahr bei der Jugend-Weltmeisterschaft in Moskau und haben sich laut Kai Siedler, der auch stellvertretender Vorsitzender der Frankenthaler DAV-Sektion ist, wacker geschlagen. Bei der westdeutschen Meisterschaft hat Siedler gewonnen, Grabo wurde Dritter. Auf Rang 16 der Gesamtwertung des Jugendcups folgt Thorben Schulte (95), der für Zweibrücken startet. Ebenfalls in der männlichen Jugend B am Start sind die beiden Wormser Till von Bothmer, derzeit Rang 16 im Gesamtklassement, und Simon Kolb, der auf Rang 20 zu finden ist. Ebenfalls in Frankenthal am Start ist Moritz Senftleben aus Trier. Noch mit Chancen auf den Gesamtsieg wäre der ebenfalls für Frankenthal startende, aber in Barcelona lebende Cedric Lluc Milles gewesen. Er liegt mit 245 Punkten auf Rang drei der Gesamtwertung, wird aber zum Finalwettkampf nicht anreisen. Drei Starterinnen aus Rheinland-Pfalz sind bei der weiblichen Jugend B dabei. Julanda Peter aus Kaiserslautern habe von der Leistung her sicher das Zeug dazu, eine gute Rolle zu spielen, ist Lau überzeugt. Entscheidend sei aber auch, ob sie es an der Wand umsetzen könne. Peter steht derzeit auf Rang 30. Vier Plätze besser postiert ist Sarah Seewald aus Zweibrücken. Als dritte Pfälzerin geht Lucie Dörle (Kaiserslautern) in die Wand. Ebenfalls gute Chancen für das Finale habe bei der weiblichen Jugend A Johanna Geissler aus Koblenz. Zweite Starterin aus dem Landesverband ist Lea Schwitzgebel aus Zweibrücken. Ganz ohne Wettkämpfer aus Rheinland-Pfalz muss die Konkurrenz der männlichen Jugend A auskommen. Veranstalter des Finalwettkampfs ist der Bundesverband des Deutschen Alpenvereins, Ausrichter die Sektion Frankenthal des DAV, die sich, so Hellmut Kerutt, ehemaliger Vorsitzender der Sektion, einen guten Namen bei der Organisation solcher Veranstaltungen gemacht habe. Auch wenn es der Sektion, trotz ihrer deutlich mehr als 1000 Mitglieder, nicht leicht falle, die rund 60 benötigten Helfer für den Wettkampf zu stellen und die Ausrichtung eines solchen Wettbewerbs nicht nur deshalb immer ein Kraftakt ist. Die Kletterhalle steht bei solchen Wettkämpfen immer mehrere Tage für andere Kletterer nicht zur Verfügung. „Wir sehen es aber als unsere Aufgabe, den Leistungssport zu fördern“, sagt Kai Siedler. Chefroutenbauer des Finalwettkampfs ist ebenfalls ein Frankenthaler: Johannes Lau, der auch Jugend-Nationaltrainer ist. Nach wie vor boome der Klettersport in Deutschland im Jugendbereich. Inzwischen gebe es mehr als 900 Kletterhallen. Gesteigert werde die Motivation sicher auch dadurch, dass Klettern bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 erstmals olympisch ist. Die Organisatoren hoffen, dass viele Zuschauer den Weg in die Halle finden. Der Eintritt ist frei.

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