Frankenthal
Initiative der Grünen für Hospiz-Gründung
In vielen Städten der Region gebe es solche Einrichtungen bereits oder sie seien im Entstehen – nicht zuletzt weil sie aufgrund der demografischen Entwicklung und auch veränderter familiärer Strukturen immer wichtiger würden. Insofern brauche auch Frankenthal einen Ort, an dem sterbende Menschen bis zu ihrem Tod gepflegt und versorgt würden, heißt es in der Anfrage der Grünen-Fraktion zur Stadtrats-Sitzung Ende März.
Vorstellbar sei beispielsweise auch ein Tageshospiz, das ähnlich wie die in Frankenthal bestehende Tagesklinik für psychisch Kranke, den Angehörigen Entlastung verschafft und den Schwerkranken noch ein Stück Alltag ermöglicht, betonen die Grünen. Sie verweisen zudem auf die Stiftung „Zu guter Letzt“. Diese unterstützt nach eigener Darstellung „finanziell und ideell“ die Hospizarbeit in der Region. Eins ihrer Ziele: Sie möchte Bau und Unterhaltung eines Hospizes im Raum Frankenthal, Verbandsgemeinde Maxdorf oder Lambsheim-Heßheim ermöglichen.
Leidig: Bedarf prüfen
In der Ratssitzung sprach Grünen-Vertreterin Monika Stauffer von einer Kostenverteilung von 95 Prozent über die Krankenkassen und fünf Prozent über die Stiftung, wobei sie offenließ, ob sich diese Angaben auf Bau und/oder Betrieb eines Hospizes beziehen. Beigeordneter und Sozialdezernent Bernd Leidig (SPD) erläuterte, dass die Trägerschaft von Hospizen vielenorts in der Hand von Vereinen liege. Sein Vorschlag: In Frankenthal sollten Bedarf und Möglichkeiten ehrenamtlichen Engagements geprüft und zunächst im Sozialausschuss besprochen werden.
In Abgrenzung zum bereits bestehenden palliativmedizinischen Angebot der Stadtklinik war das Thema auch schon auf der Tagesordnung des Krankenhausausschusses – dort allerdings stark mit Blick auf die Altersstruktur der Patienten: Die Palliativversorgung sei im Konzept der Inneren Abteilung fest verankert, betonte Chefarzt Volker Ohler. Er wies aber wie Beigeordneter Leidig im Stadtrat auch auf den Unterschied zu den Aufgaben eines Hospizes hin. Ohler: „Das wird häufig falsch verstanden.“ Palliativmedizin beinhalte aktive, ganzheitliche Pflege Schwerstkranker, sei aber keine unmittelbarer Sterbebegleitung. „Ziel dieser Behandlung ist eine Beschwerdelinderung, sodass der Patient möglichst wieder ins häusliche Umfeld (...) entlassen werden kann“, heißt es auf der Internetseite der Stadtklinik. Generell bejahte auch der Chefarzt die Notwendigkeit eines stationären Hospizes in einer Stadt der Größe Frankenthals.