Frankenthal
Im Netz statt im Kunsthaus: Konzert mit Elke Wunderle
„Die Akustik im leeren Kunsthaus ist absolut toll“, sagt Wunderle. Wenn Publikum in den Räumen sitzt, klinge es, „als liege dort ein Teppich“. Doch auf den Zugewinn in Sachen Klang könnte die Sängerin, die als „schwärzeste weiße Stimme aus dem Rhein-Neckar-Dreieck“ gefeiert wird, gerne verzichten. „Ich bin eine Live-Künstlerin und liebe es, das Publikum auf meine Seite zu ziehen“, sagt Wunderle. In der Interaktion mit den Zuhörern entstehe immer viel Spontanes.
Die Zuschauerschar war beim Dreh in Zeiten von Corona klein. Neben Uschi Freymeyer, die im Kunsthaus ihr Atelier hat, und Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), der auch im Internetstream ein kurzes Grußwort sprechen wird, war nur Wunderles Ehemann Bernd Schläfke dabei. Der Technik-Informatiker, der als Spieleentwickler für Fernsehsendungen und Veranstaltungen arbeitet, hat das Konzert aufgenommen und zeichnet auch verantwortlich für Licht, Ton, Schnitt und Bearbeitung des Filmmaterials.
Selbst für Bühnenprofi aufregend
„Eigentlich bin ich bei Auftritten immer ganz cool und entspannt“, sagt Elke Wunderle, die seit fast 30 Jahren auf der Bühne steht. Doch das virtuelle Konzert sei eine völlig neue Erfahrung für sie gewesen. Die Idee dazu kam von Julia Hoppe aus dem Kulturamt Frankenthal. Man wolle den Bürgern zumindest etwas Unterhaltung bieten, wenn allerorten Veranstaltungen wegen der Pandemie ausfallen müssen. „Ich bin der Stadt unheimlich dankbar für diese Chance“, betont Wunderle.
Wichtig sei es ihr, auch lokale Künstler und Kulturschaffende zu unterstützen. Uschi Freymeyer, deren geplante Vernissage im Kunsthaus ausfallen musste, kann im Konzertfilm zumindest einige Bilder zeigen. Und die Brüder Michael und Christian Kaltenegger, die in Frankenthal und Neustadt Kinos betreiben, will Wunderle mit einem „James Bond“-Song zumindest etwas für die entgangene Filmpremiere entschädigen. „Die Krise trifft uns alle hart“, sagt die Sängerin, die mit Ehemann Schläfke die Firma Open Games TV hat. Von einem Tag auf den anderen wurden gebuchte Aufträge abgesagt, die Produktion von Spieleshows wie „1, 2 oder 3“ im Sender ZDFtivi, für die Schläfke unter anderem die Sprungfläche steuert, wurde auf unbestimmt verschoben.