Bobenheim-Roxheim
Idee für Gärtnereigelände: Wohnen im „Seegarten“
Im Kleinerweg in Bobenheim-Roxheim, zwischen Vogelpark und Nachtweideweiher, bietet eine verlassene Immobilie seit Jahren einen Anblick, den viele als „Schandfleck“ bezeichnen. Es handelt sich um die Überreste eines früheren Gärtnereibetriebs samt Gewächshäusern, Ladengeschäft und einem recht großen Wohnhaus, das in dieser Außenbereichslage zulässig war, als die Gärtnerei noch in Betrieb war. Ansonsten ist das Wohnen dort nicht erlaubt.
Genau das ist das Problem des Mannes, der das Gelände und die Gebäude 2016 gekauft hat. Im Flächennutzungsplan und im Bebauungsplan der Gemeinde steht, dass die Fläche ein Sondergebiet für Gartenbau ist. Eine andere Nutzung ist demnach nicht zulässig. 2020 gab der Römerberger Geschäftsmann gegenüber der RHEINPFALZ an, dort selbst eine Gärtnerei betreiben zu wollen, zwei Jahre später interessierten sich ZG-Raiffeisen und die Agrargenossenschaft Fenaco dafür, einen „Landwelt“-Markt zu bauen – mit Produkten rund um Garten, Haus und Landwirtschaft. Das hätte sich baurechtlich wohl realisieren lassen. Ende 2022 aber war dieser Plan schon wieder passé.
Projektidee lässt aufhorchen
Am Mittwoch nun wird sich der Bobenheim-Roxheimer Bauausschuss erneut einen Nutzungsvorschlag anhören. Und dass der den Projektentwicklern nicht längst abgelehnt wurde, obwohl es ums Wohnen geht, lässt aufhorchen. In den Unterlagen zur Sitzung lautet die Beschlussempfehlung für den Ausschuss sogar, der Idee grundsätzlich zuzustimmen und die Verwaltung zu beauftragen, das „Projekt Seegarten“ gemeinsam mit dem Grundstückseigentümer weiterzuverfolgen. Wie die Mitglieder dieses Gremiums und am 18. Juni die des Gemeinderats darüber denken und entscheiden, bleibt aber abzuwarten.
Laut einem Exposé, das am Mittwoch mündlich erläutert wird, denkt der Eigentümer darüber nach, das 11.000 Quadratmeter große „Sondergebiet Gärtnerei“ in ein Quartier mit kleinen, kompakten Wohneinheiten, geeignet für Senioren, zu verwandeln. Die Visualisierung zeigt einen parkähnlichen Garten mit barrierefreien Minihäusern in Holzbauweise, dazu Gemeinschaftsflächen und das bestehende Wohnhaus zur gemeinschaftlichen Nutzung, etwa für Gesundheits- oder Versorgungszwecke. Als Wohnungsgrößen schweben den Planern 35 bis 65 Quadratmeter vor.
Erst mal nur anhören und überlegen
Im Bauausschuss soll es zunächst nur darum gehen, ob so eine Idee es wert wäre, über eine Änderung des Flächennutzungsplans und des Bebauungsplans nachzudenken. Eine gewerbliche Nutzung hält der Eigentümer zehn Jahre nach der Übernahme der Gärtnerei offenbar nicht mehr für realistisch, erst recht nicht mit der Vorgabe, dass es ein Pflanzenhandel sein muss.
Termin
Öffentliche Sitzung des Bauausschusses Bobenheim-Roxheim am Mittwoch, 10. Juni, 18 Uhr, im Ratssaal. Weitere Themen sind unter anderem die Erweiterung der Rheinschule und der Mensabau in der Pestalozzischule.


