Handball
HSG Eckbachtal sauer, weil VG-Sporthalle in Freinsheim zu bleibt
Sowohl Vereine als auch die Schüler der Hermann-Sinsheimer-Grundschule dürfen keinen Sport in der VG-Halle treiben. Um die Halle ausreichend zu belüften, werden Luftwechsel von mindestens 10.000 Kubikmeter pro Stunde benötigt.
Im Verbandsgemeinderat sind zwei Lösungen diskutiert worden. Eine „kleine Lösung oder Interimslösung“ mit einer Bauzeit von sechs bis acht Monaten und Kosten von maximal 100.000 Euro, oder eine „große, dauerhafte Lösung“ mit einer Bauzeit von zwölf bis 15 Monaten und Kosten von rund 600.000 Euro. Die Ratsmitglieder verständigten sich darauf, sich nach weniger kostspieligen Alternativen zur „großen Lösung“ in anderen Kommunen umzuschauen.
Schantz: Fühlen uns alleine gelassen
Das hilft der HSG Eckbachtal im Moment wenig. Weshalb Rainer Schantz, stellvertretender Leiter der HSG, mäßig begeistert ist: „Wir fühlen uns alleine gelassen“, sagt er zur Debatte um die seit März wegen der Corona-Pandemie geschlossenen Verbandsgemeinde-Sporthalle in Freinsheim. „Für uns Handballer torpediert die dauerhafte Schließung unsere gute Nachwuchsarbeit.“
Kinder seien deswegen schon aus dem Verein abgemeldet worden, Werbepartner hätten ihr Engagement eingeschränkt, weil keine Spiele in Freinsheim stattfinden. Schantz betont, dass man bislang immer gut mit der Verwaltung zusammengearbeitet habe und froh über eine der saubersten Hallen in der Pfalz sei.
„Lockerungen nie ausgereizt“
Aber: Auch wenn Einschränkungen in Pandemiezeiten hinzunehmen und akzeptabel seien – die Halle in Freinsheim sei die einzige in der Pfalz, in der Handball gespielt werden könnte, die weiter geschlossen sei. Die HSG habe sich intensiv mit Corona-Bekämpfungsverordnungen und den Hygienekonzepten für Sport beschäftigt und die eigenen Konzepte angepasst. „Dabei wurden die Lockerungen nie bis aufs Letzte ausgereizt. Warum die VG Freinsheim kein Vertrauen in die Selbstdisziplin der Sportler hat, kann nicht nachvollzogen werden.“ Genauso wenig, warum Eingangstüren und die Foyertür zum Lüften aus Brandschutzgründen nicht geöffnet werden dürfen. Dabei stünden sie bei anderen Veranstaltungen auch offen.
Absagen aus Frankenthal und Bad Dürkheim
Mehr als 300 Handballer sind bei der HSG in 26 Teams aktiv, betreut werden sie von mehr als 40 Trainern. Ihnen allen fehlen laut Schantz rund 50 Prozent ihrer Trainingszeiten. Da müssen alle Abstriche machen – selbst die Oberliga-Herren.
Laut Pressesprecher Sven Birgmeier hat sich die HSG auch in Frankenthal und Bad Dürkheim nach Hallenkapazitäten erkundigt. „Beide Male haben wir eine Absage aufgrund fehlender Kapazitäten bekommen.“ Man stehe aber im konstruktiven Dialog mit der Spitze der VG-Verwaltung.