Handball
Heiko Breth bleibt dem SC Bobenheim-Roxheim treu und geht mit in die Verbandsliga
Am Wochenende vor Ostern wäre die Saison in der Handball-Pfalzliga der Damen eigentlich regulär zu Ende gegangen. Das Schicksal des SC Bobenheim-Roxheim war da schon längst besiegelt. Ohne einen einzigen Pluspunkt „zierte“ der SC das Tabellenende. Und Trainer Heiko Breth hatte seinen Abschied zum Ende der Spielzeit angekündigt.
Doch dann kam das Coronavirus. Und mit der Pandemie kamen auch alle Sportarten mehr oder weniger ruckartig zum Stillstand. Da machte der Handball keine Ausnahme. Mittlerweile ist hier eine Lösung gefunden: Es wird in dieser Saison keine Absteiger geben, es sei denn, ein Team zieht freiwillig oder aus wirtschaftlichen Gründen zurück. Aber Aufsteiger wird es geben.
Neuanfang in der Verbandsliga
Nun ja, von einem Aufstiegsplatz war der SC Bobenheim-Roxheim in dieser Saison etwa so weit entfernt wie der Mond von der Erde. Und doch: Durch die Regelung ohne Absteiger hätte der SC in der nächsten Saison – wann auch immer diese angepfiffen wird – in der Pfalzliga auflaufen dürfen. Doch der Verein gab nun bekannt, dass er hierauf verzichten möchte. In der Verbandsliga will der Verein einen Neuanfang starten. Zudem sagte Abteilungsleiter Reinhard Assmann, dass es in der kommenden Spielzeit nur eine Mannschaft geben werde. Eine zweite Mannschaft, die in der Kreisklasse A an den Start ging, werde es nicht mehr geben.
Allerdings bleibt doch eine Konstante: Denn Heiko Breth macht nun doch weiter als Coach der SC-Damen. Er wurde kurzfristig als „neuer“ Trainer vorgestellt. „Ich hatte bei meiner Bekanntgabe, dass ich den Verein verlassen werde, zu Reinhard gesagt: Wenn ihr nicht fündig werdet, meldet euch einfach noch mal’“, schildert Breth.
Breth: Eine Herzensangelegenheit
Das geschah dann auch. Doch Breth, der im Zusammenhang mit dem SC von einer Herzensangelegenheit spricht, stand bereits bei der HSG Worms als Spieler für die zweite und dritte Mannschaft im Wort. Aber Breth und Assmann fanden schnell eine Lösung für diese Doppelbelastung. So wird Melanie Weidenkopf, die selbst lange Jahre fester Bestandteil der Damenmannschaft war, gemeinsam mit Patrick Weis, der bei den Herren stets als Torhüter agierte, für eine Entlastung von Breth sorgen. „Melanie und Patrick werden gemeinsam mit mir die Trainingseinheiten leiten, Patrick wird sich hauptsächlich um die Torfrauen kümmern“, skizziert Breth die Aufgabenverteilung. Zudem hofft der neue alte Coach, dass er den Spielplan mit dem der HSG Worms abstimmen kann. „Ich wäre gern so oft wie möglich dabei. Aber wenn es sich überschneidet, dann sind die beiden da“, sagt Breth.
SC nur noch mit einer Mannschaft
Der Übungsleiter erwartet eine spannende Aufgabe. „Ich war ja überhaupt nicht mehr in die Planungen für den neuen Kader eingebunden“, meint Breth. Erst vor wenigen Tagen habe festgestanden, dass er wieder an der Seitenlinie stehen wird.
Die Entscheidung, nur noch mit einer Mannschaft ins Rennen zu gehen, hatte sich fast zwangsläufig ergeben. Breth rechnet damit, dass von seinem alten Team nur noch drei oder vier Spielerinnen da sein werden, wenn irgendwann mal wieder Training ist. „Der Rest scheint schon woanders zugesagt zu haben.“ Da muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass die Telefonleitungen in den kommenden Tagen und Wochen heiß laufen werden. Namen lässt der Coach da erst mal bewusst außen vor.
Eckert und Irrgang stoßen aus A-Jugend zum Kader
SC-Urgestein Maria Diemer wollte ihre Karriere nach der Saison zwar beenden. In Notfällen könnte Breth aber wohl noch mit ihr rechnen. Aus der A-Jugend stoßen Jenna-Sophie Eckert und Alina Irrgang zum Kader. „Wir haben einen jungen Kader. Das Durchschnittsalter wird so um die 20 Jahre liegen. Da ist die Verbandsliga die vernünftigere Lösung“, sagt Breth. Er ist davon überzeugt, dass der freiwillige Rückzug dem Verein gut tun wird. „Wir wollen Spaß am Handball haben. Den hat man nun mal mit regelmäßigen Erfolgen eher als mit stetigen Niederlagen.“
Die lange Corona-Pause bereitet ihm aber noch Kopfzerbrechen. Sobald die Hallen wieder öffnen, will er umgehend mit dem Training beginnen. Er hofft, dass die Spielerinnen in Eigenverantwortung fleißig sind und er ab Mai wieder Mannschaftstraining in der Halle machen kann. Doch wer weiß, was bis dahin noch alles passiert ...