Frankenthal Hauptrolle gleich dreimal besetzt

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Wenige Tage vor der Premiere am Sonntag ist die Anspannung auf der Freilichtbühne deutlich spürbar. Das junge Ensemble des Theaterkreises Bobenheim-Roxheim spielt diesen Sommer den Kinderbuchklassiker „Momo“. Bei den Proben gilt es, auch Technikpannen und Wetterkapriolen zu meistern.

Die Vorbereitungen für die Freilicht-Inszenierung begannen bereits im Februar mit ersten Leseproben. Zum Spielen in die Natur ging es dann ab Anfang April. „Der Ort hier hat mich inspiriert“, erzählt Regisseur Michael Steinmann. Das Stück spiele in einem Amphitheater. Das könne man sich hier auf dem Gelände des Vereins gut vorstellen. Steinmann ist studierter Theaterpädagoge, kommt aus Heidelberg und leitet Kindertheater-AGs und Projekte mit Studenten. „Momo“ ist seine erste Freilicht-Inszenierung. Dass beim Theaterkreis der Fokus auf Familientheater liegt und man auf dem Außengelände Im Busch keine „dritte Wand“ hat, gegen die man anspielen muss, findet der junge Regisseur reizvoll. Freitagnachmittag halb vier, neun Tage vor der Premiere: Etwas ratlos stehen die jungen Akteure im Kreis. Es ist Probe – und etwa die Hälfte der 25 Laiendarsteller fehlt. Zu den personellen Problemen, mit denen Amateurtheater bisweilen zu kämpfen haben, kommen noch technische und logistische: 13 transportable Kopfmikrofone müssen unter den Spielern weitergereicht, Auf- und Abgänge geprobt, Timing und Stichworte eingeübt werden. Das ganz normale Proben-Chaos eben. Aber das wird die Truppe der Acht- bis 18-Jährigen Jungakteure bis Sonntag sicherlich gemeinsam bewältigt haben. Das Open-Air-Theater ist ein Projekt im Großformat: „Auch ein intimer Dialog muss auf mehrere Meter Abstand noch als solcher erkennbar sein“, erläutert Regisseur Steinmann. Außerdem sollen die jungen Zuschauer an einigen Stellen ins Spiel miteinbezogen werden. „Die fünf grauen Herren waren begehrte Rollen“, erinnert sich Sabrina Korff. Die Theaterkreis-Aktive hatte im Vorjahr die Regie des Jugendstücks übernommen, diesmal ist sie als Beraterin und Assistentin bei den Proben tätig. Besonderer Regie-Einfall: Analog zur Romanfassung von Michael Ende ist die Hauptperson Momo mehrfach besetzt: Drei Spieler von acht bis zehn Jahren – Sun Wolf, Luna Rauscher und Marit Zwart – zeigen Momo in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Ihr gegenüber steht Meister Hora (Peter Feise), der als Verkörperung der Zeit in einem roten Turm residiert. Die Kostüme stammen von Theaterkreis-Mitbegründerin Ingeborg Brand, das Bühnenbild von Fabian Schalk. Es wird teilweise auch für das Erwachsenen-Stück „Dracula“ (Premiere: 1. Juli) verwendet. Aufgebaut wurden ein Kinder-Depot und ein Friseursalon, Ninos Restaurant wird zum mobilen Imbisswagen. Rechts liegt ein grauer Müllberg. Mit der Bühnenfassung des Kinderbuchklassikers möchte der Theaterkreis Bobenheim-Roxheim Sommertheater für alle Generation bieten. Das 90-minütige Stück in der Bearbeitung von Vita Huber fasst die drei Teile des Romans, „Momo und ihre Freunde“, „Momo und die grauen Herren“, „Momo und die Stundenblume“, zusammen. Die letztendliche Spielfassung des Ensembles in Bobenheim-Roxheim stammt von Regisseur Michael Steinmann. Wie die Stundenblume aus dem Tresor befreit wird und ob es Momo und ihren Freunden schließlich gelingt, die Herrschaft der Grauen Herren zu beenden und den Menschen die Macht über ihre eigene Lebenszeit zurückzugeben, das soll hier nicht verraten werden. Nach „Momo“ will der Theaterkreis einen weiteren Klassiker auf die Bühne bringen: Für die Herbst-Aufführungen im Hoftheater Hasch-Masch plant Sabrina Korff die Inszenierung von „Peter Pan“. Vorverkauf —„Momo“, Freilichtbühne Im Busch, Bobenheim-Roxheim, Premiere am Sonntag, 16 Uhr. Weitere Termine (jeweils 16 Uhr): 12., 19. und 26. Juni sowie 3. und 10. Juli. —Eintritt zehn Euro (Erwachsene) und acht Euro (Kinder unter 16 Jahren). — Vorverkauf Montag bis Mittwoch, 10 bis 12 Uhr, bei Ingeborg Brand, Telefon 0151 23763237, bei Bücher Bessler Worms, Friedrichstraße 18, Telefon 06241 24327, sowie unter www.theaterkreis1975.de.

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