Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Hauptbahnhof: Parkturm für Fahrräder geplant

Platz für rund 300 Fahrräder: Modell eines Fahrradparkturms mit rund 120 Stellplätzen in Boxen plus frei zugänglichen Ständern a
Platz für rund 300 Fahrräder: Modell eines Fahrradparkturms mit rund 120 Stellplätzen in Boxen plus frei zugänglichen Ständern am Hauptbahnhof.

Mit dem Fahrrad schnell zum Bahnhof und dann umsteigen in den Zug: Das soll nach der Umgestaltung des Gebiets an der Eisenbahnstraße noch bequemer und vor allem sicher möglich sein. Die Pläne für ein vollautomatisiertes Parkhaus für Räder, gesteuert per App, werden konkreter.

Wer regelmäßig Bahn fährt, kennt das Bild: Rund um den Hauptbahnhof sind etliche Drahtesel an Zäunen, Laternenmasten und Straßenschildern angeschlossen. Die vorhandenen Fahrradständer sind wenig einladend, häufig liegen dort Müll und Scherben. Wer ein teueres E-Bike hat, wird kaum auf die Idee kommen, das dort einen Arbeitstag lang anzuschließen. Das weiß man auch im Rathaus. Und plant deshalb bei der millionenteuren Umgestaltung des Bahnhofsumfelds gleich eine moderne Lösung für Radler ein.

Welche Kriterien ein solches Fahrradparkhaus erfüllen sollte, war am Donnerstag Thema im Planungs- und Umweltausschuss. Vorgestellt wurden verschiedene Modelle. Favorit ist eine Anlage des Schweizer Herstellers V-Locker, der auch Wartung und Betrieb übernehmen würde. Der Vorteil aus Sicht der Planer: Das Parkhaus besteht aus zehn technisch voneinander unabhängigen Einzeltürmen, die innerhalb weniger Tage aufgebaut und nachträglich erweitert werden könnten. Das vermeide Staus beim Einstellen und Abholen der Fahrräder und sichere den Betrieb im Falle eines Defekts. Das Jungunternehmen, das 2022 den German Eco Design Award gewonnen hat – der höchsten staatlichen Auszeichnung für ökologisches Design –, nimmt Mitte Juli in Mühlacker bei Pforzheim seine zweite Anlage in Deutschland in Betrieb. Ein Vertreter aus Frankenthal soll dann mit vor Ort sein, um die Technik zu begutachten. Nutzer zahlen dort laut Verwaltungsunterlagen fünf Euro für einen Monat, der Tagessatz liegt bei einem Euro, der Stundensatz bei 25 Cent. Mit den Einnahmen könne man vermutlich die Unterhalts- und Stromkosten von geschätzt jährlich 35.700 Euro nicht decken, heißt es in Frankenthal.

Ladeanschluss für E-Bikes

Ob am Ende V-Locker als Anbieter den Zuschlag erhält, sei noch offen, betont die Verwaltung. Zumindest erfüllt er alle Kriterien, die der Ausschuss am Donnerstag für die weitere Planung und spätere Ausschreibung abgesegnet hat. Gebucht und bezahlt werden soll der wettergeschützte Stellplatz per App. Dabei sollen die für jedes Rad einzelnen Boxen rund um die Uhr dauerhaft oder auch nur für eine begrenzte Zeit genutzt werden können. Maximale Dauer pro Parkvorgang: 60 Sekunden. Helme und kleines Gepäck müssen ebenfalls sicher verwahrt werden. Zehn Prozent der Boxen sollen über einen Ladeanschluss für E-Bikes verfügen. Den Strom dafür könnte eine Fotovoltaikanlage liefern. Mit dem Betrieb des vollautomatisierten Parkhauses will die Stadt im Idealfall nichts zu tun haben. Er soll auf den Hersteller übertragen werden, der auch eine Fernwartung garantieren müsse.

Mit dem Projekt, für das rund 1,2 Millionen Euro veranschlagt sind, will sich die Stadt beim Bund um Förderung bewerben. Sie hofft auf einen Zuschuss von mindestens 75 Prozent der Kosten aus einem neu geschaffenen Budget für „Fahrradparkhäuser an Bahnhöfen“. Rückfragen zu der Planung gab es aus den Fraktionen am Donnerstag nur zu Details wie der Fassadengestaltung, für die im unteren Teil Metall mit Antigraffiti-Beschichtung und ab 2,5 Metern Höhe Holzlamellen vorgesehen sind, und zur Beleuchtung des Turms von innen.

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