Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Handball: Georg Ebel, neuer Kreisläufer der HSG Eckbachtal, über seinen Wechsel und die Saison

Der Kader hat viel Qualität“, lobt Georg Ebel das HSG-Team. Foto: BOLTE
Der Kader hat viel Qualität", lobt Georg Ebel das HSG-Team.

Interview: Die sportliche Entwicklung beim Heimatverein HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim ging für Georg Ebel in die falsche Richtung. Also entschied sich der Kapitän und Kreisläufer für einen Vereinswechsel und landete heimatnah bei der HSG Eckbachtal. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erzählt der Neue bei den „Gekkos“ über seine Rolle im Team, seine Spielweise und den Niveausprung in der Oberliga.

Herr Ebel, was hat den Kapitän der HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim dazu bewogen, den Sprung in die Oberliga zu wagen?
Ich brauchte mal einen Tapetenwechsel. Nach den letzten nicht so erfolgreichen Zeiten bei der HR wollte ich einfach mal was Neues sehen. Die HSG ist ziemlich nah an meinem Wohnort Kerzenheim. Ich hatte auch noch bei einem anderen Verein ein Probetraining. Aber die Nähe und die tolle Mannschaft haben den Ausschlag für die HSG gegeben.

Und dann haben Sie Trainer Thorsten Koch gleich im Probetraining so überzeugt, dass er nicht nein sagen konnte?
Ich hab’ ganz normal mittrainiert. Ich fand meine Leistung noch nicht mal so berauschend. (lacht) Thorsten Koch meinte eigentlich, dass er auf der Kreisläuferposition gut besetzt sei. Aber er könne mich auch nicht einfach ziehen lassen. Das war natürlich ein großes Kompliment.

Beschreiben Sie doch mal Ihre Spielweise.
Hm, ich bin kein Kreisläufer, der über das Körperliche kommt. Ich bin nicht so der Brecher wie zum Beispiel Fabian Quandt. Ich arbeite mehr mit gutem Timing und unvorhersehbaren Bewegungen. Der Überraschungsfaktor ist nicht zu unterschätzen.

Was macht einen guten Kreisläufer aus?
Man muss unter Druck richtig und schnell reagieren. Man muss auch mal dagegenhalten und auf kleinstem Raum technisch gut agieren können.

Auf der Position des Kreisläufers herrscht bei der HSG ja guter Konkurrenzkampf. Wenn Carsten Wenzel wieder fit ist, sind Sie zu dritt. Wie sehen Sie Ihre Rolle?
Natürlich möchte man den Trainer immer überzeugen. Carsten Wenzel ist ja leider verletzt. Ich sehe mich mit Fabian Quandt als Team im Team. Wir haben beide unsere Qualitäten. Carsten ist, wenn er wieder fit ist, klar die Nummer eins. Fabi ist die Zukunft bei der HSG auf der Position. Ich versuche, ihm Tipps zu geben.

Mit Peter Baumann und Mohamed Subab haben zwei alte Haudegen die Karriere beendet. Die Mannschaft ist noch auf der Suche nach einer neuen Hierarchie. Wo sehen Sie sich da?
Ich bin generell jemand, der seinen Mund nicht halten kann. (lacht) Ich feure auf dem Spielfeld an, kommuniziere in der Abwehr. Ich denke, dass ich so helfen kann. Mit 29 bin ich schon einer der Älteren im Team. Aber ich muss meine Rolle erst noch finden und die Teamkollegen erst mal besser kennenlernen.

Wie ist der Sprung vom Leistungsniveau von der Pfalz- und Verbandsliga in die Oberliga?
Ich kannte das Niveau ja schon ein bisschen von meiner Zeit beim TV Mülheim. Aber der Sprung ist schon enorm. Man merkt, dass das Team über Jahre hinweg zusammengeblieben ist. Der Kader hat viel Qualität.

Wie sind Sie im Team aufgenommen worden?
Sehr gut. Die Stimmung ist gut. Jeder ist nett und höflich. Es wird viel gelacht.

Was macht Sie sicher, dass Sie in der Saison mit der HSG viel zu lachen haben?
Die Jungs sind sehr ehrgeizig und fokussiert. Das merke ich daran, wie sie über die vergangene Saison reden, wie Siege und Niederlagen verarbeitet werden. Ich denke, auch wenn wir zwei oder drei Spiele hintereinander verlieren sollten, wirft uns das nicht aus der Bahn. Wir müssen konzentriert bleiben und unseren Weg gehen. Mit dem Erfolg kommt dann auch der Spaß.

Zur Person

Georg Ebel

Aus Handballersicht ist Georg Ebel ein Spätstarter. Mit 13 Jahren hat er nach eigener Angabe in Göllheim mit Handball angefangen. Und bis auf eine kurze Unterbrechung beim TV Mülheim hat sich seine Karriere auch nur dort abgespielt. Erst beim TuS Göllheim, später bei der HR Göllheim/Eisenberg/Asselheim/Kindenheim. Der 29-Jährige ist Lehrer für Sport und Biologie an der IGS in Eisenberg und wohnt in Kerzenheim.

Der Kader der HSG Eckbachtal

Tor: Tobias Häuselmann, Rouven Hahn, Kevin Bullenkamp, Dennis Rohmann; Kreis: Carsten Wenzel, Georg Ebel, Fabian Quandt; Rückraum links: Maximilian Schreiber, Niko Räuber, Nisse Nehrdich; Rückraum rechts: Thomas Betz, Sven Dopp, Jochen Schloß, Julian Pozywio, David Killat; Rückraum Mitte: Michael Betz; Linksaußen: Sven Lerzer, Timo Kluzyk, Maximilian Staats, René Kemeter; Rechtsaußen: Matthias Kassel, Daniel Hörner (neu vom TV Edigheim).

Zur Sache: HSG-Coach Thorsten Koch über die Chancen seiner Truppe und die Konkurrenz

„Wir haben ein großes Ziel: Wir wollen den Titel Fahrstuhlmannschaft abgeben und als erste Mannschaft der HSG zweimal in Folge den Klassenerhalt in der Oberliga schaffen“, sagt Thorsten Koch. Damit das klappt, hofft er unter anderem auf wenige Absteiger aus der Liga. Er habe leichte Probleme, mit denen zu rechnen war, und Probleme, die unerwartet kamen.

Zur ersten Gruppe gehört, dass das Team nach dem Karriereende von Mohamed Subab und Peter Baumann noch nach der neuen Hierarchie innerhalb der Mannschaft sucht. „Das kann man nicht bestimmen“, sagt Koch. Zur zweiten Gruppe gehört das Verletzungspech. Carsten Wenzel plagen Beschwerden an der Achillessehne. Ein Comeback ist im Moment nicht abzusehen. Das ist umso bitterer, da er als Eckpfeiler in der Abwehr fehlen wird. Jochen Schloß ist erst seit Kurzem wieder im Training. Die Frage bei ihm: Hält die Schulter?

„Wir werden zum Saisonstart nicht komplett sein“, prophezeit Thorsten Koch. „Wir wollen aber eine ähnlich gute Rolle wie in der vergangenen Saison spielen. Allerdings wird uns niemand mehr unterschätzen.“

Das erste Saisonspiel bestreitet die HSG Eckbachtal schon am Freitag, 30. August. Dann muss sie ab 20 Uhr in der Zweibrücker Westpfalzhalle bei Drittliga-Absteiger VTZ Saarpfalz antreten – quasi das Eröffnungsspiel der Oberligasaison. Das erste Heimspiel ist am 8. September (17 Uhr) in Dirmstein gegen den TV Offenbach.

VTZ Saarpfalz: Da haben wir gleich ein Brett zum Auftakt. Der Absteiger aus der Dritten Bundesliga dürfte auch Mitfavorit um den Aufstieg sein. Auch wenn sie Philip Wiese verloren haben.

TV Offenbach: Ein Team fürs obere Mittelfeld, vielleicht sogar mit Anschluss an die Spitze.

HSG Völklingen: Die hatten einen großen Umbruch und haben einen neuen Trainer. Platz zwölf letzte Saison war etwas enttäuschend. Von den Ambitionen her sehe ich sie oben im Mittelfeld.

HF Illtal: Die sind immer vorne dabei, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Vergangene Saison waren sie Vizemeister. Mal sehen, wie der neue Trainer einschlägt.

TV Mülheim: Mal schauen, was ohne Torschützenkönig Max Zerwas drin ist. Ich denke Mittelfeld, vielleicht sogar mehr.

VTV Mundenheim: Die VTV haben eine Verjüngungskur hinter sich. Letzte Saison haben sie schon eine super Rolle gespielt. Ich erwarte sie noch weiter oben.

SG Saulheim: Letzte Saison auf Platz fünf, jetzt nochmal gut verstärkt. Die SG wird noch stärker an die Spitze rankommen.

TuS Kaiserslautern-Dansenberg II: Ich freue mich, dass ein weiterer Pfälzer Verein aufgestiegen ist. Wenn sie viel Unterstützung aus der ersten Mannschaft bekommen, werden sie oben mitmischen. Sonst sehe ich sie aber eher als Mitkonkurrent um den Klassenverbleib.

HC Dillingen-Diefflen: Der zweite Aufsteiger und die große Unbekannte. Auch dort wird ohne Harz gespielt. Für den HC geht es wohl auch um den Klassenerhalt.

SV Zweibrücken: Für mich DER Meisterschaftsfavorit. Hat sich nochmal top verstärkt.

SF Budenheim: Beeindruckende Neuzugänge, gute junge Spieler. Die SF können um den Titel mitspielen. Auf jeden Fall in den Top Vier oder Fünf.

HSG Worms: Den Umbruch haben sie gut verkraftet. Der Rückraum musste erneuert werden. Da haben sie auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

HSG Kastellaun/Simmern: Vergangene Saison Viertletzter. In dem Bereich erwarte ich sie auch diesmal wieder.

HSG RN Bingen: Eines der stärksten Teams in der Rückrunde 18/19. Ein sehr guter Rückraum. Ein Team fürs obere Drittel der Tabelle.

HV Vallendar: Die negative Überraschung 18/19. Ich gehe davon aus, dass sie nicht wieder so weit unten landen.

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