Frankenthal Hühnergötter und Donnerkeile

Schwemmhölzer, Scherben, Steine und Muscheln, die sie beim Spaziergang mit ihrem Hund sammelt, verarbeitet die Künstlerin Ingebo
Schwemmhölzer, Scherben, Steine und Muscheln, die sie beim Spaziergang mit ihrem Hund sammelt, verarbeitet die Künstlerin Ingeborg von Sontagh in ihren Werken, die nun in Bobenheim-Roxheim zu sehen sind.

Mit künstlerischen Ansichten der Altrheingemeinde befasst sich die Ausstellung „Naturmomente – ein Augenblick Natur, ein Augenblick Heimat“. Organisiert vom Verein für Naturschutz und Heimatpflege ist die Sonderschau mit Werken von Ingeborg von Sontagh anlässlich des 50-jährigen Zusammenschlusses der beiden Orte am Freitag, 18. Januar, und Sonntag, 27. Januar, im Heimatmuseum Bobenheim-Roxheim zu sehen.

„Ich hatte immer die Sehnsucht zu malen“, berichtet die 76-jährige Wahl-Bobenheim-Roxheimerin, die ihr Atelier im historischen Teil von Roxheim, in der Marktstraße, hat. Gemeinsam mit ihrer Hündin Marti ist die Künstlerin täglich am Altrhein und Silbersee unterwegs. „Ich komme nie mit leeren Taschen nach Hause“, berichtet die passionierte Sammlerin origineller Naturfunde. Daheim lauscht sie ihren Schätzen und nutzt ihr verstecktes Potenzial für ein zweites Leben außerhalb der Natur. Mit überbordender Fantasie gestaltet Ingeborg von Sontagh Collagen, Skulpturen, Objektbilder und Mobiles intuitiv aus mitgebrachten Schwemmhölzern, aufgelesenen Scherben und besonders geformten Steinen und Muscheln, aber auch aus achtlos Weggeworfenem wie Flaschen, Dosen und Deckeln. Um Upcycling – also das Aufwerten und Wiederverwenden von Abfallprodukten – geht es ihr dabei nicht. Für von Sontagh steht Tieferes im Vordergrund: Ihr Leitgedanke ist die Frage nach dem Rätselhaften. Gerne beobachtet die Künstlerin das Unverstandene, um es in Worten und Farben intuitiv zu erfassen. Hand in Hand geht die bildende Kunst bei Ingeborg von Sontagh dabei mit dem Literarischen einher. Mit Lyrik, Prosa, Gedichten und Geschichten möchte sie ihr Publikum zum Denken und Erkennen anregen. In der Sonderausstellung zeigt Ingeborg von Sontagh einen Querschnitt ihrer Fund- und Schaffensstücke. Naturkunstwerke und Menschengemachtes sind in der Ausstellung zu sehen. Malereien in Öl, Acryl und Kreide stehen neben Skulpturen aus Holz und Lochsteinen, „Hühnergöttern“, wie sie auf Rügen zu finden sind. Daneben: „Donnerkeile“, fossile Relikte von Tintenfischen. Ähnlich wie der Journalist und Schriftsteller Hermann Löns durch die norddeutsche Heide fühlt sich Ingeborg von Sontagh durch ihre Wahlheimat Bobenheim-Roxheim auch literarisch inspiriert. „Silbersee Roxheim – ein Augenblick“, 2009 entstanden nach einem ersten Familienspaziergang, ist die erste einer Reihe gereimter Liebeserklärungen an den Ort. Diese und weitere Hommagen an ihre Wahlheimat will die Künstlerin am 18. Januar bei ihrer Ausstellung auch vortragen. Eine zweite Lesung findet statt am Sonntag, 27. Januar, 14.30 Uhr, im Heimatmuseum. Termin Die Vernissage von „Naturmomente – ein Augenblick Natur, ein Augenblick Heimat“, findet statt am Freitag, 18. Januar, 18.30 Uhr, im Heimatmuseum Bobenheim-Roxheim, Friedrich-Ebert-Straße 43. Zur Eröffnung sprechen Ewald Marx, Vorsitzender des Vereins für Naturschutz und Heimatpflege, sowie Bürgermeister Michael Müller. Am Sonntag, 27. Januar, 14.30 Uhr, gibt es Geschichten und Gedichte bei Kaffee und Kuchen. Der Eintritt an beiden Tagen ist frei.

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