Frankenthal Großkarlbach: 5-Jähriger präsentiert Ausstellung

Die Schau in Großkarlbach ist Mikail Akars dritte Ausstellung.
Die Schau in Großkarlbach ist Mikail Akars dritte Ausstellung.

„Farbenhaft“ – der Titel der Ausstellung drückt es bereits aus: Bei den Arbeiten des fünfjährigen Mikail Akar aus Köln geht es um das Spiel mit Farben, die der Junge spachtelt, spritzt, zerfließen lässt, pinselt oder mit Boxhandschuhen aufträgt. Eine Auswahl seiner im vergangenen Jahr entstandenen Arbeiten sind bis Mitte Oktober in der Palatina Werkstatt in Großkarlbach zu sehen.

Bei rund 40 Besuchern wird es zwischen Terrakotta-Kunsthandwerk und Fassdaubenmobiliar ganz schön eng. Sie alle sind gekommen, um den „Mini-Picasso“ oder „Mikailangelo“ zu sehen, wie das Maltalent von manchen Medien genannt wird. Der Fünfjährige hat sich allerdings gleich nach der Begrüßung verdrückt. Er will wohl lieber die Umgebung erkunden, als sich fotografieren zu lassen und Fragen zu beantworten. Das übernimmt Mikails Vater. „Hinter jedem Bild steckt eine Geschichte“, betont Kerem Akar. Welche, das vermag er auf Nachfrage nicht zu erklären. Wenn sein Sohn male, sei er ganz vertieft in sein Tun und hochkonzentriert. Man erkenne, „dass er etwas fühlt und erlebt“. Und diese Emotionen und Gedanken tief im Innersten des Kindes könne der Betrachter dann aufnehmen und für sich weiterspinnen.

Faszination in Blick und Gefühl

„Jimmy“, „Filios“, „Jango“ heißen Figuren, die an Keith Harings Männchen erinnern. Die anderen Titel lehnen sich an die Maltechnik an, wie „Boxer“ (mit Boxhandschuhen gemalt) oder „Spachta“ (mit dem Spachtel gemalt). Oder sie gehen auf Details eines Bildes zurück, wie „Roter Punkt“. Die rein abstrakten Arbeiten bestechen durch ihre Farbwahl. Das Talent Mikails wird sichtbar im harmonischen Miteinander der Farben und Formen. Kerem Akar erzählt, dass er seinem Sohn im Internet Dokumentationen großer Künstler zeige. Ganz besonders möge der Junge Gerhard Richter. Unverkennbar inspirieren die Filme den Jungen, der unter anderem Jackson Pollocks Tröpfel-, Gieß- und Spritztechniken nachahmt. Das Gefühl und der Blick des Fünfjährigen faszinieren. Seine Bilder sind dekorativ. Was ihnen aber fehlt, sind Tiefe und Ausdruck. Eben das, was Kunst ausmacht. Aber das komme schon mit den Jahren, meint der Vater.

Mit vier Jahren begann das Interesse

Der wird auch nicht müde zu betonen, dass sein Sohn selbst bestimme, wann er malen möchte. Das sei manchmal jeden Tag der Fall, dann aber auch nur einmal in der Woche oder noch seltener. Auf einer Youtube-Demonstration des malenden Mikail Akar wird nebenbei mitgeteilt, dass der Fünfjährige „mit Dinosauriern und Baggern spielt, wenn er nicht malt“. Am Hype um seinen Sohn strickt Kerem Akar kräftig mit. Der Vergleich hinkt zwar, aber dennoch: Man fühlt sich an Versuche erinnert, in denen die dekorative und farbharmonische Malerei von Schimpansen unter den Kunstbeflissenen einen ähnlichen Sturm der Bewunderung und Begeisterung auslöste. Mit vier Jahren habe der malaffine Junge Leinwand und Fingerfarben zum Geburtstag geschenkt bekommen. Bereits die ersten Bilder präsentierte der stolze Vater auf Facebook. Sie waren heiß begehrt, brachten Angebote von 500 bis 800 Euro. Die in Großkarlbach gezeigten Arbeiten, der dritten Akar-Ausstellung, sollen 1320 und 2320 Euro kosten. Es gibt auch bereits erste limitierte gedruckte Editionen ausgewählter Arbeiten. Schmiede das Eisen, so lange es heiß ist, sagt das Sprichwort – und das nehmen sich die Eltern – der Vater ist als Personaldisponent tätig, Mutter Elvan Akar in der Gastronomie beschäftigt – zu Herzen und nutzen die Gunst der Stunde. Termin Die Ausstellung „Farbenhaft“ von Mikail Akar in der Palatina-Werkstatt in Großkarlbach, Hauptstraße 51, ist bis Mitte Oktober zu sehen.

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