Mannheim
Goldschmiedin entwirft Schmuck mit Metal-Motiven
„Heavy Metal höre ich, seit ich 14 bin“, blickt Schmuckdesignerin Katja Ehmke zurück. Im März 1986 besuchte sie als jugendliche Headbangerin ein lautstarkes Konzert der deutschen Metal-Institution Accept in der Ludwigshafener Eberthalle. Es war die erste Rockshow für Katja Ehmke und im Rückblick ein prägendes Erlebnis. „Ich mag den Sound von Gitarren. Wenn ich Rock und Metal höre, gibt mir das Kraft und Lebensenergie“, erzählt die Goldschmiedin. Und so verwundert es auch nicht, dass sich der Musikclub Out in Dossenheim, in dem die Mannheimerin einen Auftritt von Iron-Maiden-Ursänger Paul Di'Anno miterlebte, in ihrer Jugend zum zweiten Wohnzimmer entwickelte. Eine weitere prägende Metal-Begegnung erlebte sie 1992, als sie mit einer Freundin Urlaub in Los Angeles machte. Im einem Musikrestaurant traf sie auf Rockstar Nikki Sixx von Mötley Crüe. „Er kam mir auf einer Wendeltreppe entgegen und berührte meinen Arm“, schmunzelt sie mit leuchtenden Augen.
Ihre musikalische Leidenschaft hat Katja Ehmke mittlerweile auch auf ihr Berufsfeld ausgedehnt. In ihrem Atelier mit Juweliergeschäft in Mannheim-Sandhofen stellt die Designerin Ringe, Ketten und Armbänder mit Hard'n'Heavy-Motiven her, wie etwa silberne Anhänger in Form eines Plektrums mit einer stilisierten E-Gitarre des Modells Gibson Les Paul darauf. Diese ausgefallenen Schmuckstücke verkauft Ehmke unter dem Label „Rock&Roll Jewellery“ – wie gemacht für exzentrische Rockstars mit schillernder Erscheinung.
Individuell gestaltete Unikate
Von 1988 bis 1992 absolvierte Katja Ehmke, die in Edingen-Neckarhausen aufwuchs, in der Werkstatt ihres Vaters, der selbst Goldschmiedemeister ist, eine Ausbildung zur Goldschmiedin, wofür die Mannheimerin die Berufsschule in Pforzheim besuchen musste. Die Stadt in Baden-Württemberg gilt als Hochburg der Goldschmiedekunst. „Als Gesellenstück fertigte ich ein Collier aus Silber und Gold mit einem schwarzen Onyx-Stein an“, erinnert sich die 54-Jährige, die regelmäßig die Fachmesse Inhorgenta Munich in München besucht, um berufliche Kontakte zu knüpfen. In Bezug auf persönliche Vorstellungen geht die empathische Designerin bei der Herstellung von Schmuckstücken auf Kundenwünsche ein. „Wir machen viele Unikate. Da steht man immer wieder vor Herausforderungen“, weiß Ehmke zu berichten. Nicht zuletzt möchte die Goldschmiedin für ihre Kunden individuell gestalteten Schmuck als nostalgische Erinnerungsstücke in Bezug auf vergangene Augenblicke des eigens empfundenen Glücks herstellen. Indem die Mannheimer Handwerkerin zum Beispiel aus dem Strandurlaub mitgebrachte Muscheln darin einfasst. „Das wirkt wie ein Anker in die Vergangenheit“, beschreibt sie.
Juweliergeschäft als Ausstellungsfläche
Vor wenigen Wochen trat im Rahmen des stadtweiten Händlerfests „Lange Nacht der Kunst und Genüsse“ ein Akustik-Duo von Hard-Rock-Gitarrist Rene Ellrich, der als männliches Model die Rock&Roll-Juwelen von Ehmke auf Werbefotos zu Markte trägt, vor ihrem Laden im Stadtteil Sandhofen auf, um die Besucherschaft mit Songs wie „Losing my Religion“ von R.E.M. zu unterhalten. Außerdem stellt Katja Ehmke die Wände in ihrem Sandhofer Fachgeschäft für Kunstausstellungen von Malerinnen und Malern zur Verfügung. „Ich habe ganz viele Ideen, leider hat mein Tag nur 24 Stunden“, zeigt sich Goldschmiedin Katja Ehmke voller Tatendrang.