Frankenthal
Glosse: Analoge Insel im digitalen Meer
Dass die Corona-Pandemie manchen Dingen auf die Sprünge hilft, ist keine große Neuigkeit mehr. Umso größer ist die Freude darüber, wenn ganz unverhofft im weiten Meer der Digitalisierung kleine Inseln der analogen Glückseligkeit auftauchen. Zum Beispiel: die Bußgeldstelle der Stadt Frankenthal.
Und das kam so: Die Freien Wähler hatten sich – ganz im Dienste des Bürgers – erkundigt, ob und in welchem Umfang die Stadt abends und am Wochenende in bestimmten Straßen der Frankenthaler Innenstadt den Parksündern zu Leibe rückt. Und ob es denn zu diesen Straßen ein paar Zahlen gebe.
Deutlich weniger Knöllchen
Diese Zahlen hat der Fachbereich Ordnung und Umwelt auch geliefert: In der August-Bebel-Straße, der Elisabethstraße, der Pilgerstraße, der Rheinstraße und der Wormser Straße habe die Stadt 2020 exakt 3484 Knöllchen verteilt. Dass es mehr als die Hälfte weniger sind als im Jahr zuvor, sei die Folge des Corona-bedingt reduzierten Verkehrsaufkommens. Die geringeren Einnahmen dürften die Verwaltung schon eher schmerzen. Sie sind von 105.863 auf 64.791 Euro gesunken.
Der weitergehende Wunsch der FWG-Fraktion, man möge doch dem Planungs- und Umweltausschuss in vierteljährlichem Rhythmus Auskunft über die Aktivitäten des Ordnungsamts in den genannten Straßen geben, wird aber unerfüllt bleiben (müssen). Denn: Die dort „eingesetzten Fachverfahren“ ermöglichten keine digitale Auswertung, sondern nur eine analoge per Hand. Sollten die Kommunalpolitiker diese wünschen: kein Problem. Aaaaaaaaaaber: „Dadurch werden Personalressourcen in der Bußgeldstelle gebunden.“ Und damit wäre am Ende ja nun wirklich niemandem geholfen.