Frankenthal Gleis 4 bekommt 15.000 Euro Soforthilfe, muss aber weiter haushalten
Die Einnahmen sind weg, aber die Kosten bleiben: Die Miete fürs Gleis 4 muss Geschäftsführer Tiemo Feldmann weiterhin bezahlen. Die festen Mitarbeiter sind auf ihre Gehälter angewiesen. Von der Regierung hat das Kulturzentrum schon 15.000 Euro Soforthilfe bekommen. Das ist recht schnell und unkompliziert gegangen, sagt Feldmann. Für die Festangestellten gebe es Kurzarbeitergeld. Die Mini-Jobber – Barkeeper und Reinigungskräfte, die das nebenberuflich machen – verzichten auf die Lohnfortzahlung. „Das macht extrem viel für uns aus“, sagt der Geschäftsführer, der sich für dieses solidarische Verhalten besonders bedankt. Damit sei es gelungen, die monatlichen Kosten auf 10.000 Euro zu senken.
Keine Überschüsse
Zusammen mit Zuschüssen, wie etwa für Jazztage und Jazzreihe, sowie der Grundförderung durch die Stadt Frankenthal sieht Feldmann eine Chance, bis zur erhofften Wiedereröffnung im September durchzuhalten. Kredite aufzunehmen möchte er vermeiden. Im vorletzten Jahr wies der Jahresabschluss einen Überschuss von 272 Euro auf, im vergangenen Jahr 4000 Euro. Da bleibe kaum Spielraum, um Schulden zu bezahlen.
Wenn das Gleis 4 wieder eröffnet, erwartet Feldmann, dass es auch Auflagen zum Infektionsschutz geben wird, für die wahrscheinlich bauliche Maßnahmen nötig werden. Es könnte sein, dass die Garderobe verlegt werden müsse, oder dass Besucherwege so zu gestalten sind, dass Abstände eingehalten werden können, glaubt er. Dies jetzt schon zu planen und rechtzeitig Anträge auf Fördermittel zu stellen, sei eine der Aufgaben, an der Feldmann derzeit arbeitet.
Partys wohl lange nicht möglich
Problematisch ist auch, dass die Veranstaltungen, die Einnahmen bringen, vor allem die Partys mit vielen Besuchern, weiter wegfallen. Sie werden, schätzt Feldmann, wohl erst ganz am Ende der Lockerungen wieder möglich sein. Vorher seien vermutlich nur kleinere Veranstaltungen möglich, wie etwa Jazzkonzerte. Aber die spielen keinen Einnahmenüberschuss ein. Unter Umständen könnten mit der Öffnung für kleine Veranstaltungen höhere Kosten entstehen als bei einer anhaltenden Schließung, etwa wenn das Kurzarbeitergeld dann wegfalle. „Wie es wirklich weitergehen wird, kann derzeit niemand sagen, und es bleibt immer eine Unsicherheit“, sagt Feldmann, der als Gesellschafter auch persönlich haftet.
Unterstützen könne man das Gleis 4 langfristig durch eine Mitgliedschaft im Förderverein. Die Crowdfunding-Aktion bei im Netz läuft noch bis zum 15. Mai. 50.000 Euro hat Feldmann dort als Spendenziel angegeben, rund 6.500 Euro sind bisher zusammengekommen. Wer spenden möchte, kann das tun unter www.startnext.com/gleis4.