Die Industrie- und Handelskammern links und rechts des Rheins wünschen sich ein gemeinsames Management von Gewerbeflächen in der Region. Aber: Was gibt es wo denn überhaupt noch so zu managen? Ein Überblick.
Mannheim: Die Stadt verfügt nach eigenen Angaben aktuell über ein Gewerbeflächenangebot von rund 30 Hektar. Allerdings sei nur die Hälfte davon in städtischem Eigentum. Grundlage der Entwicklung bei Wohnen und Gewerbe ist seit mehr als zehn Jahren das Mannheimer Modell Räumliche Ordnung (MRO). Zentraler Punkt des MRO laut Stadt: „Innenentwicklung durch Konversion, Aufwertung und Neuentwicklung bereits bestehender Bauflächen“. Insofern sollten Projekte – so betont die Verwaltung auf RHEINPFALZ-Anfrage – auf der Grünen Wiese in Mannheim die Ausnahme bleiben. Die Mannheimer verweisen allerdings, was die Situation in Nordbaden angeht, auf den 2020 aktualisierten interkommunalen Flächennutzungsplan des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim. In dessen Gültigkeitsbereich lägen Reserven, die „für viele Jahre ausreichen“ werden. Dies sei in der IHK-Studie zum Zukunftskorridor „A6-Nord“ nicht berücksichtigt.
Ludwigshafen: „Keine nennenswerte Anzahl von Gewerbegrundstücken, die sofort bebaubar sind“ – so beschreibt die Stadt die aktuelle Situation. Es gebe, übers Stadtgebiet verteilt, „private Flächenreserven“. Das Problem: Diese seien größtenteils nicht zu mobilisieren. Es handele sich beispielsweise um Areale, die Unternehmen für mögliche Erweiterungen vorhielten, oder kaum genutzte Flächen innerhalb bestehender Betriebe. Unversucht lässt die Verwaltung trotzdem nichts: „Die Stadt steht dazu im Austausch mit den privaten Eigentümern.“ Weitere mögliche Flächen für Gewerbe seien in den Entwürfen des Einheitlichen Regionalplans eingezeichnet. Innerhalb dieses Verfahrens würden „Voraussetzungen für eine planungsrechtliche Entwicklung von Gewerbeflächen“ geschaffen. Ob Ludwigshafen diese Optionen auch nutzen will, ist die andere Frage. Denn: Die Planer schlagen auch das Gebiet „Nördlich A 650“ wieder vor, das politisch aber bislang zumindest nicht gewollt ist.
Frankenthal: Das 2020 vorgelegte Gewerbeflächenentwicklungskonzept hat nach Angaben der Stadtverwaltung innerhalb der neun Gewerbegebiete in Frankenthal eine Potenzialfläche von gut 28 Hektar ermittelt – davon in städtischem Eigentum: übersichtliche 1,8 Hektar. Tatsächlich hat die kleinste der drei befragten Städte aber noch einiges in der Hinterhand: Laut Verwaltung könnte eine Gewerbeflächenentwicklung auf sieben Potenzialflächen stattfinden. Deren Gesamtgrößenordnung: rund 233 Hektar. Davon gehörten 5,8 Hektar der Stadt selbst. Zu den Frankenthaler Optionen zählt beispielsweise eine Erweiterung des bestehenden Industriegebiets Am Römig (Amazon, Kartoffel Kuhn, BASF-Zentrallager) in Richtung Osten. Wachsen könnte auch der Unternehmenspark Nord in Kooperation mit der Nachbargemeinde Beindersheim.