Vorderpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Gesundheitsamt: Gefahr durch hohe Corona-Dunkelziffer

Seit Juli sind Schnelltests nicht mehr generell kostenlos.
Seit Juli sind Schnelltests nicht mehr generell kostenlos.

Nach dem Wegfall der kostenlosen Schnelltests steigt die Dunkelziffer bei Corona-Infektionen. Eine Entwicklung, die aus Sicht des Gesundheitsamts des Rhein-Pfalz-Kreises problematisch ist.

Seit dem Ende der sogenannten Bürgertests im Juli wird weniger getestet. Auch wenn in die offizielle Statistik der Infektionsfälle nur bestätigte PCR-Tests einfließen, lassen sich nach Auskunft des Gesundheitsamts des Rhein-Pfalz-Kreises, das auch für Ludwigshafen, Speyer und Frankenthal zuständig ist, daraus bestimmte Entwicklungen ablesen. Bei den vom Robert-Koch-Institut (RKI) veröffentlichten Testzahlen und Positivraten der PCR-Tests falle auf, dass die Anzahl der positiven Abstriche weiter ansteige, die Zahl der Tests aber nur leicht. „Von den durchgeführten PCR-Tests sind also anteilig immer mehr positiv“, teilt das Gesundheitsamt mit. Der Schluss: Es gibt eine relativ große Dunkelziffer. Experten gingen vom zwei- bis dreifachen aus.

Dieser Umstand ist aus Sicht der Behörde in Ludwigshafen unter mehreren Aspekten problematisch. Zum einen werde das Infektionsgeschehen nicht korrekt widergespiegelt, „es fehlt damit eine die Realität abbildende Entscheidungsbasis“. Die Gefahr: Menschen verhalten sich unvorsichtiger, viele Infektionen bleiben unerkannt. „Wer unwissend infiziert ist, kann das Virus an Vulnerable weitergeben“, warnen die Verantwortlichen. Auch für Betroffene selbst könne das Nachteile haben. Genesene hätten keinen Nachweis. Spätfolgen einer Corona-Infektion oder andere Erkrankungen ließen sich damit unter Umständen schlechter behandeln.

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