Frankenthal
Gemeinschaftsbüros: Vermieter an Modell offenbar wenig interessiert
Vorbild der Initiative der Liberalen ist ein Modellprojekt in Worms, wo Räumlichkeiten eines ehemaligen Modehauses als „Co-Working-Space“ genutzt würden, erläuterte Fraktionschef Thomas Börstler. In Ludwigshafen habe eine Agentur geprüft, inwiefern Eigentümer dazu bereit wären, ihre Immobilie auf diese neue Art nutzen zu lassen. Der Vorteil nach Ansicht Börstlers: Leerstände würden vermieden, die Innenstadt außerdem belebt.
Prinzipiell gebe es in der Stadt schon Räume, die sich für das gemeinsame Arbeiten und Teilen von Infrastruktur wie Besprechungszimmern und Technik eigneten, sagte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) in seiner Antwort auf die FDP-Anfrage. Im Frühjahr hätten zwei Frankenthalerinnen schon einen Vorstoß in diese Richtung unternommen, seien dann aber von der Corona-Pandemie ausgebremst worden, so der OB.
Hebich: Resonanz sehr verhalten
Hebich zufolge habe damals auch die Wirtschaftsförderung Kontakt mit Eigentümern und Maklern aufgenommen, um deren Interesse an dem Thema Co-Working-Space zu prüfen. Das Ergebnis: „Die Resonanz war sehr verhalten.“ Die Befragten hielten lieber an dem Plan fest, langfristig an Einzelhändler zu vermieten. Nach Ansicht des Oberbürgermeisters habe beim genannten Personenkreis die Höhe der Miete „die größte Überzeugungskraft“.
Ob sich dennoch in Frankenthal ein solches Modell realisieren lasse, hänge wohl von der Initiative von Einzelnen ab und von der Attraktivität der beteiligten Branchen und Protagonisten, sagte Hebich. Die Stadt könne wohl höchstens eine Moderatorenrolle übernehmen, spezielle Fördermöglichkeiten der öffentlichen Hand in Form von Zuschussprogrammen gebe es seiner Kenntnis nach aktuell nicht.