Frankenthal Gedanken übers Leben

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Seit Montagvormittag erregen drei große Tafeln auf dem Rathausplatz die Aufmerksamkeit der Passanten. „Bevor ich sterbe, möchte ich“ ist darauf zu lesen. Mit Kreide dürfen Wünsche eingetragen werden. Die Mitmach-Aktion ist Teil eines Festprogramms des Ambulanten Hospizdiensts für die Stadt Frankenthal und den nördlichen Rhein-Pfalz-Kreis, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert.

Gestern Mittag waren die drei Tafeln schon vollgeschrieben. „Bevor ich sterbe, möchte ich bewusst leben“, ist dort beispielsweise zu lesen. Ein Anderer hat geschrieben, dass er nicht krank sein wolle. Ein Dritter hofft, dass er „erlebt, dass jeder den anderen so akzeptiert, wie er ist“. Von vergleichsweise konkreten Wünschen wie eine Kartbahn oder Reisen nach Australien, Los Angeles oder Japan bis hin zu abstrakten Ansinnen wie „Frieden auf der Welt“ ist alles dabei. Sabine Tarasinski, Pfarrerin und Koordinatorin des Ambulanten Hospizdiensts, ist für die Aktion verantwortlich. „Leben und Tod sind Themen, die alle Menschen angehen, deshalb wollen wir mitten in der Stadt darauf aufmerksam machen.“ Egal ob man den Mut habe, etwas auf die Tafeln zu schreiben, oder ob man es im Vorbeigehen nur wahrnehme, man mache sich Gedanken, sagt Tarasinski und beschreibt damit gleichzeitig auch die Absicht der Aktion: „Wir wollten das Thema Sterben nicht von der traurigen Seite beleuchten, sondern haben mit dem Satz ’Bevor ich sterbe, möchte ich’ das Leben in den Mittelpunkt gerückt.“ Die Menschen sollen sich bewusst machen und aufschreiben, was für sie ein erfülltes Leben ausmache. Die drei Tafeln stehen noch bis 16. März auf dem Rathausplatz. Jeden Morgen werden sie abgewischt, sodass neue Wünsche Platz haben. Im Rahmen des Jubiläums bietet der Ambulante Hospizdienst bis 22. März verschiedene öffentliche Veranstaltungen an. Das Festprogramm wurde bewusst in die Passionszeit gelegt. Um auf das Thema Sterben aufmerksam zu machen, habe man unterschiedliche Herangehensweisen gewählt, sagt Tarasinski. Der Comedyabend „Falsch verbunden“ am 28. Februar, 19 Uhr, im Dathenushaus beleuchtet das Thema auf eine humorvolle Weise. Beim Spaziergang über den Frankenthaler Friedhof am 15. März, 14 Uhr, gedenke man aller Verstorbenen, so Tarasinski. Referent Jonas Pavelka spricht in seinem Vortrag am 18. März, 19 Uhr, im Hieronymus-Hofer-Haus über die aktuelle Diskussion um die Sterbehilfe. Den Abschluss bildet am 22. März, 17 Uhr, ein Ökumenischer Gottesdienst in der Zwölf-Apostel-Kirche. (nhe)

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