Fussball
Fußball: TuS-Trainer Michael Schulze-Bodes zieht nach Abstieg Bilanz
Fußball-A-Klassist TuS Dirmstein hat eine turbulente Saison erlebt – auf und neben dem Platz. Sportlich endete die Runde mit dem Abstieg in die B-Klasse. Nur 20 Punkte und ein Torverhältnis von 53:107 bedeuteten den letzten Tabellenplatz.
Ende des vergangenen Jahres kamen viele Dinge beim TuS Dirmstein zusammen: Steffen Jaeschke, mit dem man mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet war, legte sein Traineramt nieder. Für die Nachfolge fand sich mit Michael Schulze-Bodes eine vereinsinterne Lösung. Fast zeitgleich verkündeten die Verantwortlichen, dass der Traum von der Verlegung des Vereinsgeländes und der Bau eines Kunstrasenplatzes sowie eines neuen Clubheims gescheitert ist. Die finanzielle Lage war kritisch, auch durch die Vorleistungen für den Bau des neuen Platzes. Den Spielern wurde freigestellt, zur Winterpause den Verein zu wechseln. Der Verein zog die Notbremse.
Viermal in Folge hatte der TuS Dirmstein in der A-Klasse jeweils fünf Gegentreffer und Niederlagen kassiert, als Steffen Jaeschke nach dem zwölften Spieltag aufgab. Schon er hatte immer wieder die mangelnde Trainingsbeteiligung beklagt. Und die sollte sich bis zum Saisonende nicht merklich verbessern. Ein Umstand, den Nachfolger Michael Schulze-Bodes mit dafür verantwortlich macht, dass es am Ende nicht gereicht hat. „Wer nicht trainiert, dem fehlt in den Spielen hinten raus eben die Luft“, sagt Schulze-Bodes. Wie schwänzende Schüler seien viele Spieler um Ausreden nicht verlegen gewesen. „Das war in der Tat frustrierend“, betont der Coach, der trotz allem zu seinem Wort steht und weitermacht.
Guter Start unter Schulze-Bodes
Was ihn optimistisch stimmt: Die Einstellung auf dem Platz sei besser geworden. „Die Moral war gut.“ Tatsächlich wurde Dirmstein nach der Winterpause nur selten „abgeschossen“, meist gingen die Begegnungen eng aus. Der Start unter Schulze-Bodes war fast schon sensationell. Im ersten Spiel seiner Ägide gewann die Mannschaft 3:1 gegen die DJK Eppstein, danach trotzten die Dirmsteiner Spitzenreiter SC Bobenheim-Roxheim ein 3:3-Unentschieden ab. Dabei hatte der TuS in dieser Partie bereits 0:2 und 2:3 zurückgelegen. Ohne diese vier Punkte wäre Dirmstein schon zur Winterpause Schlusslicht gewesen, so gab es wieder Hoffnung. Das Problem war, dass es die Mannschaft versäumt hatte, in den folgenden Spielen nachzulegen. Gegen Edigheim (0:0) und Obersülzen (1:2) wäre mehr drin gewesen.
Von dem Ausstiegsangebot des Vereins machten nur wenige Spieler Gebrauch. Durch Verletzungen war der Kader nach der Winterpause trotzdem immer dünn besetzt. „Wir sind fast jede Woche mit einer anderen Mannschaft aufgelaufen. Der Sprung für die in den Kader nachgerückten Spieler aus der C-Klasse war riesig“, erläutert Schulze-Bodes. „Die Spieler, die regelmäßig trainiert haben, konnten es auf dem Platz nicht herausreißen. Das wirkte sich auch auf das Zusammenspiel aus.“
Klassenerhalt war möglich
Trotzdem blieb die Hoffnung lange Zeit bestehen. Als Knackpunkt betrachtet der Trainer die 1:3-Niederlage sechs Spieltage vor Saisonschluss gegen den VfR Grünstadt II. „Das Spiel hätten wir nach Chancen 7:3 gewinnen müssen“, unterstreicht Schulze-Bodes. Doch selbst nach dieser Niederlage war noch nicht alles verloren. Gegen den ASV Heßheim und den Ludwigshafener SC spielte der TuS jeweils 3:4 – die Mission Klassenerhalt war nicht unmöglich. Aber ohne Punkte geht es nicht. In den letzten beiden Spielen gegen die DJK Eppstein (2:4) und Bobenheim-Roxheim (3:9) war dann die Luft raus.
Nun müssen die Verantwortlichen eine schlagkräftige Truppe für die B-Klasse zusammenstellen. Jörg Meininger und Thomas Wagner stehen nicht mehr zur Verfügung, sie hören auf. Nils Gansert wechselt zum SC Bobenheim-Roxheim, Lukasz Otta will gehen. Einen Spielleiter hat der TuS nach dem berufsbedingten Abgang von Christian Beller nicht finden können. Zusammen mit Jürgen Weyrauch versucht der Trainer nun, neue Spieler an Land zu ziehen. Die zweite Mannschaft wird aufgelöst (wir berichteten). In der B-Klasse will der TuS eine ordentliche Rolle spielen. Zumindest neben dem Platz gibt es wieder ein wenig Ordnung im Verein: Ein kompletter Vorstand wurde gewählt, Vorsitzender ist Karlheinz Kindler. Die Finanzen sind keinesfalls rosig, aber im Blick und geordnet.