Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Fußball: MTSV Beindersheim zieht nach erstem Jahr in A-Klasse Bilanz

Beim 2:2 gegen den späteren A-Klasse-Meister SC Bobenheim-Roxheim bewies der MTSV, hier Marc Erbach (links) im Zweikampf mit SC-
Beim 2:2 gegen den späteren A-Klasse-Meister SC Bobenheim-Roxheim bewies der MTSV, hier Marc Erbach (links) im Zweikampf mit SC-Spieler Julian Amann, seine Qualität.

Das Saisonziel Klassenerhalt in der Fußball-A-Klasse hat der MTSV Beindersheim erreicht. Das erste Jahr war für den Aufsteiger aber nicht einfach. Nach der souveränen Vorsaison hatten sich die Beindersheimer etwas mehr ausgerechnet als Platz 13 und ein Torverhältnis von 68:94. Aus Fehlern seiner bisherigen Amtszeit will Trainer Manuel Fruth lernen.

Beindersheim steht in der Abschlusstabelle sechs Plätze hinter Mitaufsteiger ASV Heßheim. Als Zweiter der B-Klasse hatte der Lokalrivale vor einem Jahr über die Relegation den Aufstieg geschafft. Dem MTSV war dies als Meister direkt gelungen. Manuel Fruth hatte die Beindersheimer während der Saison von Thorsten Schwind übernommen. In der Rückrunde habe er sich oft den Kopf darüber zerbrochen, was er denn ändern und an welchen Stellschrauben er noch drehen könnte, um den MTSV wieder in die Erfolgsspur zu bringen, berichtet der Coach. Als einen Grund für die Ergebnismisere in der zweiten Saisonhälfte macht er die vielen verletzungsbedingten Ausfälle aus. Auch Stammtorwart Kai Bundels hatte es getroffen.

An A-Jugend-Torhüter Stefan Wacker, der für Bundels eingesprungen war, könne die zeitweise Erfolglosigkeit nicht festgemacht werden, betont Fruth. Man könne dem Nachwuchskeeper keinen Vorwurf machen, dass er nicht die gleiche Sicherheit ausstrahlte wie Bundels. Auch in der Abwehrreihe fehlten Akteure wie Viktor Frank, der lange Zeit an einem Muskelbündelriss laborierte. „Wir sind ja selten zweimal mit derselben Formation aufgelaufen“, so Fruth.

MTSV gerät in Grünstadt auf Verliererstraße

Als ein Schlüsselspiel in der Rückrunde sieht Fruth die 2:4-Niederlage beim VfR Grünstadt II an. Bis zur 80. Minute habe man 2:1 geführt. „Wir waren feldüberlegen und haben wie der sichere Sieger ausgesehen“, berichtet Fruth. Dann habe ein unnötiges Handspiel für den Ausgleich der Gastgeber per Elfmeter gesorgt. Durch eine Rote Karte sei sein Team auf die Verliererstraße gekommen. So etwas setze sich in den Köpfen fest, meint der Coach.

Ebenso bitter sei die 2:8-Niederlage auf eigenem Platz gegen die SG Maudach gewesen. Beim 2:2 gegen den Spitzenreiter und späteren Meister SC Bobenheim-Roxheim habe man dann gesehen, dass mehr Potenzial in der Mannschaft stecke, unterstreicht der Coach. „Jeder Spieler ist an seine Grenzen gegangen. Da war der Wille zu spüren, die hohe Niederlage aus der Vorrunde vergessen zu machen.“

Die 1:7-Niederlage beim SC Bobenheim-Roxheim in der Hinrunde sei ebenfalls ein Tiefpunkt gewesen. Als kurz danach der MTSV auf eigenem Platz 0:6 gegen Arminia Ludwigshafen II verlor, gab Thorsten Schwind das Traineramt ab. Fruth übernahm und hatte – ähnlich wie Schwind am Anfang der Saison – einen guten Start. Aus drei Spielen holte Beindersheim sieben Punkte.

Dann folgten die Winterpause und das Erfolgserlebnis beim RHEINPFALZ-Hallenfußballturnier. Der MTSV stieß wie im Vorjahr bis ins Finale vor und wurde Zweiter. „Ich würde das Turnier gerne noch einmal mit dem MTSV gewinnen. Es wäre für mich persönlich dann der vierte Turniersieg“, meint Fruth.

Fruth: Zu kurze Vorbereitung

Doch die Euphorie hielt nicht lange. Der Übungsleiter traf eine Entscheidung, die er heute als Fehler betrachtet. Er verkürzte die Vorbereitung, was die Spieler nicht mit einer höheren Trainingsbeteiligung honorierten. „Das hat man in der Rückrunde gemerkt. Uns hat zeitweise die Kraft gefehlt.“ Die Vorbereitung auf die kommende Saison falle intensiver und länger aus: „An Fronleichnam haben wir das Training aufgenommen.“

Die Spieler hätten lernen müssen, dass in der A-Klasse ein anderer Wind weht als zuvor in der B-Klasse. „Wir wurden jede Woche gefordert, mussten häufiger und länger dem Ball hinterherlaufen. In der A-Klasse ist jeder Gegner fit“, sagt Fruth. Der Trainer hofft, dass diese Lernphase jetzt abgeschlossen ist. Er glaubt nicht, dass er die Ursache für die schwachen Spiele am Saisonende war. Und er ist überzeugt, dass die Mannschaft das Potenzial hat, jeden Gegner in der A-Klasse zu schlagen. Mit einem fitten Kader will Fruth im zweiten Jahr angreifen.

Er blickt optimistisch auf die neue Saison: Die Verletzten seien wieder dabei, einige Jugendspieler rückten in den Aktivenkader auf, sodass er mehr Alternativen habe. Simon Svoboda wolle den Verein verlassen. Alexander Stockhausen wolle sich zurückziehen; wenn Not am Mann sei, wolle er aber einspringen.

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