Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Frauen der Eintracht Frankfurt fühlen sich beim ASV Mörsch wohl

Eintracht-Spielerin Nina Neumann zieht ab. Der dominante Zweitligist kam am Ende auf sieben Tore.
Eintracht-Spielerin Nina Neumann zieht ab. Der dominante Zweitligist kam am Ende auf sieben Tore.

In Frankenthal soll es schon bald wieder eine Frauenfußballmannschaft geben. Gabriele Hack, Jugendleiterin des ASV Mörsch, hat es sich zum Ziel gemacht, ein solches Team aufzubauen. Zu sehen war attraktiver Fußball auf dem Mörscher Kunstrasenplatz bereits am Wochenende.

„In unseren Jugendmannschaften spielen viele Mädchen, denen wir eine Perspektive bieten wollen“, berichtete Hack im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Zur Zeit verfüge der ASV über zwölf Spielerinnen, die nach der Sommerpause für eine aktive Frauenmannschaft zur Verfügung stünden. „Das würde natürlich nur für ein Kleinfeldteam reichen“, so Hack. Junge Frauen, die Interesse hätten, bei dem ASV-Projekt mitzumachen, könnten sich gerne melden: „Vielleicht ist unser Kader irgendwann groß genug, um auf dem Großfeld antreten zu können.“ Geplant sei, einige Freundschaftsspiele zu bestreiten und vielleicht noch in dieser Saison eine Mannschaft zu melden, um bis zur Sommerpause außer Konkurrenz in der Nord-Staffel der Bezirksliga Vorderpfalz anzutreten. Das ist in der Region die niedrigste Spielklasse.

Werbung für den Frauenfußball haben am Samstag Regionalligist 1. FFC Niederkirchen und Zweitligist Eintracht Frankfurt II gemacht, die auf dem ASV-Gelände vor rund 50 Zuschauern ein Testspiel bestritten. Der Kontakt war über Gabriele Hack zustande gekommen. Andreas Hack, ihr früherer Mann, ist Coach der Niederkirchenerinnen und leitet auch in Mörsch gelegentlich Trainingseinheiten. „Unsere Junioren finden es toll, wenn sie unter Leitung eines A-Lizenz-Inhabers trainieren können“, berichtete die Jugendleiterin des ASV.

Frankfurt spielbestimmend

Nach dem Anpfiff von Schiedsrichterin Sabine Forster aus Heßheim übernahm Zweitligist Frankfurt sofort die Initiative und blieb auch bis zum Ende der sehr fairen Partie spielbestimmend. Der Führungstreffer entsprang einem Fehler von FFC-Torhüterin Kim Stricklan, die der Frankfurterin Mai Hirata den Ball in der zwölften Minute genau vor den Fuß spielte. Hirata bediente daraufhin Johanna Berg, die mühelos zum 1:0 traf. Immerhin gelang es den Niederkirchenerinnen, die sich selbst keine einzige Torchance erarbeiteten, fast eine halbe Stunde lang, keinen weiteren Gegentreffer zu bekommen. Erst in der 40. Spielminute verwertete Malin Janser ein hohes Zuspiel von Jonna Brengel per Kopfball zum 2:0-Pausenstand.

In der zweiten Halbzeit schaffte es der Regionalligist zunächst, sein nun von Annabelle Munzenza gehütetes Tor sauberzuhalten. Nach einem Doppelschlag von Coroline Krawzcyk (69.) und Brengel (71.) stand es jedoch 4:0 für die Eintracht. In der Folge ließ die Konzentration bei den FFC-Spielerinnen immer mehr nach. Die in der Abwehr entstehenden Räume nutzte die Eintracht in den letzten sieben Minuten zu drei weiteren Toren.

„Wir trainieren derzeit sehr viel, auch in Mörsch haben wir am Vormittag noch eine Einheit absolviert. Da war es zu erwarten, dass bei einigen Spielerinnen die Kraft zum entscheidenden letzten Schritt fehlen würde“, informierte Andreas Hack. Wie schon bei einem Freundschaftsspiel eine Woche zuvor in Speyer probierte der Coach einige seiner Schützlinge auf ungewohnten Positionen aus.

Comeback für Becker

Die deutliche Niederlage erklärte er auch damit, dass aktuell mit Jasmin Mackert und Natalie Klupp die etatmäßige Innenverteidigung verletzungsbedingt fehle. Auch die erfahrene Natalie Stulin habe in Mörsch nicht dabei sein können. Positiv sei, dass Michelle Baumann nach langer Verletzungspause fast das gesamte Spiel absolvierte und Kathrin Becker in der 72. Minute ihr Comeback hatte.

Eintracht-Coach Francesco Continolo freute sich über den klaren 7:0-Sieg: „Ich hätte nicht gedacht, dass es bei uns schon so gut laufen würde.“ Er genoss die Atmosphäre in Mörsch. „Das Umfeld hier ist sehr herzlich und nicht so aggressiv wie in der Großstadt“, meinte Continolo. „Wir sind der einzige Verein in Deutschland mit vier aktiven Frauenmannschaften, die auch alle in den vier obersten Spielklassen vertreten sind“, betonte er. Es sei geplant, die zweite Mannschaft als U23, Team drei als U20 und Team vier als U19 antreten zu lassen.

Ena Taslidza, die vor einem Jahr vom 1. FFC Frankfurt nach Niederkirchen gewechselt war, aber bereits im Sommer der Pfalz den Rücken kehrte und sich Eintracht Frankfurt anschloss, wird die hessische Metropole nach einem halben Jahr bereits wieder verlassen. Die Nationalspielerin von Bosnien-Herzegowina hat beim spanischen Zweitligisten Granada CF unterschrieben. Bei Eintracht Frankfurt sei sie nur in der dritten Mannschaft eingesetzt worden, berichtet Taslidza im RHEINPFALZ-Gespräch.

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