Grosskarlbach RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthaler TAW serviert Gute-Laune-Kost-Laune-Kost beim Sommerfestival in Großkarlbach

In „Bleib zum Frühstück“ bekommt ein biederer Beamter weiblichen Überraschungsbesuch.
In »Bleib zum Frühstück« bekommt ein biederer Beamter weiblichen Überraschungsbesuch.

So ein Sommerfestival hat es noch nicht gegeben: Das Theater Alte Werkstatt (TAW) bringt Kabarett, Musik, Zauberkunst und natürlich Theater nach Großkarlbach. 38 Veranstaltungen soll es im Winzerhof Claus geben. Und die Organisatoren brennen ebenso wie die Künstler darauf, endlich wieder vor Publikum zu spielen.

„Als wir beschlossen haben, das zu organisieren, haben wir ganz anders gearbeitet – weil wir wieder ein Ziel hatten“, sagt Jürgen Hellmann, der Leiter des TAW. Auch aus den Rückmeldungen der angefragten Theater und Künstler klang pure Begeisterung, erzählt er. Bei Alexis Bug, der in Berlin lebt und mit seinem „Kallstadter Saukerl – de eschde Trump live“ auftreten wird, sei er sich nicht sicher gewesen, ob er in die Pfalz kommen würde. Doch innerhalb von zehn Minuten habe Bug geantwortet: „Ach Gott, ich freu mich so! Natürlich komme ich!“ Auch für andere Künstler scheint Hellmanns Anfrage ein wichtiger Impuls gewesen zu sein. Sie berichten ihm von weiteren Anfragen und Auftritten. „Ohne die Möglichkeit, aufzutreten, Ideen rauszubringen, haben sich viele wie amputiert gefühlt“, berichtet der Theaterleiter.

TAW setzt auf Komödien

Das Programm nimmt auf die besonderen Umstände Rücksicht: Im Angebot sind Ein- oder Zwei-Personen-Stücke oder Sänger plus Begleitung. Inhaltlich geht es um gute Unterhaltung. „Ich habe mit meinem Team geschaut, was wir selbst machen und festgestellt: Wir haben in der letzten Zeit praktisch nur Komödien angeschaut“, sagt Hellmann. Niemand hatte Lust auf Tiefsinn und Tragödie. „Deshalb bringen wir auch eine Komödie, die keinen Tiefgang hat, aber die Leute zum Lachen bringt“, erklärt der Theaterleiter.

„Zwei wie Bonnie und Clyde“ heißt die Eigenproduktion, und weil die Schauspieler ein Ehepaar sind, müssen sie auf der Bühne keine Abstände wahren. Allerdings im Stück kriegen die Schmalspur-Ganoven ihren großen Coup doch nicht so richtig auf die Reihe. Traurig für die Protagonisten, lustig fürs Publikum. Premiere ist am Donnerstag, 2. Juli, außerdem ist das Stück an neun weiteren Abenden zu sehen. Ebenfalls Eigenproduktionen sind „Verliebt, Verlobt, Verschwunden“ (30. und 31. Juli) und „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (29. und 30. August).

Befreundete Theater zu Gast

Zu Gast sind viele befreundete Theater. Das Boulevardtheater Deidesheim kommt mit „Bleib doch zum Frühstück“, bei der ein biederer Beamter unerwartet Besuch bekommt (27. Juni). Und die Frage „Warum heiraten? Leasing tut's doch auch!“ versuchen die Deidesheimer am 18. Juli zu beantworten. Das Zimmertheater Speyer zeigt „Roberta“ (13. August), die ihren Vater besucht, der nicht akzeptiert, dass er jetzt eine Tochter und keinen Sohn wie früher hat. Zum Teil komisch, feinsinnig, tragisch sind die „Love Letters“, die das Theader Freinsheim am 21. August liest. Ebenfalls aus Freinsheim kommt „Emmas Glück“ (27. und 28. August). Darin findet Emma einen Mann und einen Sack voll Geld.

Eine „Durchwachte Nacht“ vertreiben sich eine Schauspielerin und eine Musikerin mit Gedichten und Musik. Das zeigt das Theater in der Kurve aus Neustadt am 16. Juli und 20. August. Und den telefongünstigen „Mondscheintarif“, auf den Cora wartet, gibt es am 1. August. Mit den besten Sketchen und Liedern ist das Theater Bagage „uff gut Pälzisch“ am 10. und 11. Juli zu Gast.

Benefiz-Zaubern fürs TAW

Eine ganze Reihe Solokünstler wird auftreten: Kättl Feierdach (26. Juni und 19. Juli), der Musiker, Kabarettist und Krimiautor Arnim Töpel (28. Juni) und die Sängerin Melanie Schlüter (12. Juli). Mentalmagier Fabian Kelly demonstriert „die Macht der Gedanken“ in seiner Zaubershow am 9. Juli. An die unvergessliche Trude Herr erinnert Leni Bohrmann (7. Juli), und Anna Krämer gibt Mannemer Gosch bis Diva am 25. Juli. Den „Kallstadter Saukerl“ bringt Alexis Bug am 8. und 9. August auf die Bühne. Herr Fischer und Fräulein Breuer singen Schlager aus den 50er- bis 70er-Jahren (14., 16. und 23. August). Noch mal Zauberkunst, mit Comedy gewürzt, saarländisch und als Benefiz für das TAW gibt es mit Rudi Lauer am 2. August.

Angenehme Atmosphäre

Im Winzerhof soll eine angenehme Atmosphäre entstehen mit schönen Pflanzkübeln statt Absperrgittern. Bei viel Platz können Tische und Stühle so aufgebaut werden, dass pro Vorstellung etwa 60 Zuschauer dabei sein können – vorausgesetzt, die meisten kommen in Zweiergruppen.

Damit es keine Warteschlangen gibt, müssen die Eintrittskarten online oder telefonisch bestellt werden. So können auch die Kontaktdaten der Besucher erfasst werden, um mögliche Infektionsketten verfolgen zu können.

Situation bedroht Existenz

Während das Festival ein „Auswärtsspiel“ ist, laufen die Kosten für das Theater weiter. „Wir bezahlen monatlich 5700 Euro an Miete und Nebenkosten, da sind Gebühren für Aufführungsrechte, Einkäufe für die Bewirtung und die Bezahlung der Mitarbeiter noch nicht mitgerechnet“, sagt Hellmann. Das bedeutet, dass sehr schnell ein gewaltiges Minus entsteht. „Wenn die Situation noch lange so weitergeht, wird das existenziell bedrohlich“, befürchtet der Theaterleiter. Wenn in der nächsten Spielzeit ab September weiterhin Abstände zwischen Besuchern eingehalten werden müssen, können statt 125 Zuschauern nur 30 im Saal sitzen. Damit sind die Kosten nicht zu decken. Hellmann überlegt, kürzere Stücke wie Einakter mit zwei Aufführungen pro Abend zu spielen.

Noch Fragen?

Details zum Programm gibt es im Internet unter www.tawfrankenthal.net/programm. Beginn ist immer um 19.30 Uhr im Winzerhof Claus, Laumersheimer Straße 4, in Großkarlbach. Es gibt keine Abendkasse. Karten müssen telefonisch unter der Nummer 06233 354826 oder per Mail an karten@tawfrankenthal.de bestellt werden. Ein Kauf an der Theaterkasse im TAW-Foyer, Wormser Straße 109, in Frankenthal, ist möglich dienstags und freitags von 10 bis 13 Uhr sowie mittwochs, donnerstags und freitags von 17 bis 19 Uhr.

„Dienstags bei Kaufland“: Shoppen noch ohne Corona-Regeln?
»Dienstags bei Kaufland«: Shoppen noch ohne Corona-Regeln?
Fast schon ein Heimspiel in Großkarlbach für den Kurpfälzer Arnim Töpel.
Fast schon ein Heimspiel in Großkarlbach für den Kurpfälzer Arnim Töpel.
Eine Hommage an Trude Herr steuert Leni Bohrmann bei.
Eine Hommage an Trude Herr steuert Leni Bohrmann bei.
Im TAW ein Selbstläufer: „Tipitipitipso“.
Im TAW ein Selbstläufer: »Tipitipitipso«.
„Emmas Glück“ zeigt das Theader Freinsheim.
»Emmas Glück« zeigt das Theader Freinsheim.
Mentalmagier Fabian Kelly demonstriert „Die Macht der Gedanken“.
Mentalmagier Fabian Kelly demonstriert »Die Macht der Gedanken«.
Die Eigenproduktion um das Ganovenpaar „Bonnie und Clyde“ soll das Publikum zum Lachen bringen.
Die Eigenproduktion um das Ganovenpaar »Bonnie und Clyde« soll das Publikum zum Lachen bringen.
x