Frankenthal
Frankenthaler Strohhutfest: Plan gibt einige Rätsel auf
Wer einen Blick auf den offiziellen Festplan wirft, könnte schnell an sich selbst zweifeln. Habe ich etwa gestern doch zu tief ins Dubbeglas geschaut? Kann ich plötzlich keine Zahlen mehr lesen? Die gute Nachricht: Es liegt in den meisten Fällen wohl nicht an den Besuchern.
Denn auf dem offiziellen Plan haben einige Standnummern offenbar beschlossen, ihr Eigenleben zu führen. Da findet sich etwa die Arbeitsgemeinschaft Flomersheim laut Faltblatt mit der Nummer 57 in der Bahnhofstraße. Der Standort stimmt, die zugeteilte Nummer ist allerdings die 82. Laut Plan hat die das Grillhaus Antalya in der Speyerer Straße. Ähnlich ist es bei der DJK Eppstein. Ein Zettel weist den Stand als Nummer 67 aus. Folgt man hingegen dem Plan, so führt diese Nummer zu einem Café in der Bahnhofstraße. Und auch hinter der Erkenbert-Ruine scheinen Plan und Wirklichkeit unterschiedliche Vorstellungen zu haben.
Besonders kurios wird es, je näher man dem Speyerer Tor kommt. Hier steigen die Zahlen über 100, der Fischerverein trägt stolz die 140 auf seinem Zelt. Im Plan sind aber genau 100 Stände aufgelistet. Kreativ wird es bei der Jungen Union. Die taucht im Plan auf, obwohl sie auf dem Fest gar keinen Stand betreibt.
„Kreative Schnitzeljagd“
Am Samstagmorgen standen bereits Besucher über den Plänen gebeugt und versuchten, das Geheimnis zu entschlüsseln. Manche zeigten auf Nummern, andere auf Stände. Wieder andere schauten einfach nur verwirrt in die Runde. Ein Vereinsvertreter kann nur den Kopf schütteln, ein anderer spricht von einer „kreativen Schnitzeljagd“. Ein Standbetreiber sagt enthusiastisch: „Das ist doch geil, das macht es spannend.“
Für Einheimische mag das Rätsel noch zu lösen sein. Wer anreist, dürfte sich fragen, ob Frankenthal eine neue Festival-Attraktion eingeführt hat: „Finde deinen Stand“.
Brisant wird die Sache allerdings, wenn man bedenkt, dass die Standnummern auch für Rettungskräfte relevant sind. Wer Hilfe benötigt, soll seinen Standort genau benennen können. Wenn Plan und Realität dabei unterschiedliche Zahlen nennen, wird aus einer kleinen Panne schnell mehr als ein Schmunzler.
Dabei wirkt der Plan auf den ersten Blick durchaus vertrauenserweckend. Sauber gestaltet, übersichtlich gefaltet und mit vielen Informationen versehen.
So oder so: Spätestens am Abend verliert ohnehin jeder die Hoffnung, den Plan noch vollständig zu verstehen. Dann orientiert man sich am Geräusch der Musik, am Duft vom Grill und daran, wo die meisten Leute mit einem Dubbeglas in der Hand stehen.