Meinung
Frankenthaler Stadtbild: Anarbeiten anstatt anheizen
Wie sieht das Frankenthaler Stadtbild im Jahr 2025 aus? Und gibt es ein ernsthaftes Problem damit? Der Befund des Bundeskanzlers hat auch vor Ort aufgeschreckt. Ein offener Brief der bürgerschaftlichen Mitglieder im Beirat für Migration und Integration ist an Deutlichkeit nicht zu überbieten. Er endet mit dem empörten Fazit: „Deutschland hat kein Problem im Stadtbild. Sie, Herr Merz, haben ein Problem im Menschenbild.“ Isoliert betrachtet, ist die Entrüstung über seine These nachvollziehbar. In den Kontext eingebettet, ist nicht nur für die Frankenthaler CDU offensichtlich, dass er Spezielleres gemeint hat als er pauschal formuliert hat. Ob er gewollt oder ungewollt lange im Vagen geblieben ist, ehe er seine Formulierung nun doch präzisierte, liegt im Auge des jeweiligen Betrachters.
Was bedeutet das nun für das Lagebild vor Ort? Macht sich in der City eine Clique notorisch Integrationsunwilliger breit, um die man lieber einen Bogen macht? Wenn ja, dann ist es Aufgabe der Politik, allen voran des allerorten auf Sicherheit und Zusammenhalt bedachten OB Meyer, dieses Problem zu identifizieren und zu isolieren. Jenseits der aufgeheizten Debatte über das Stadtbild wären damit Schritte eingeleitet, seinem Verruf entgegenzuwirken.
