Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Vanessa Quietzsch ist die neue Miss Strohhut

Kurz nach dem Strohhutfest wird sie 20: Vanessa Quietzsch freut sich auf ein aufregendes Jahr als Frankenthaler Stadtrepräsentan
Kurz nach dem Strohhutfest wird sie 20: Vanessa Quietzsch freut sich auf ein aufregendes Jahr als Frankenthaler Stadtrepräsentantin.

Als 44. Miss Strohhut wird die angehende Einrichtungsgestalterin Vanessa Quietzsch aus Bobenheim-Roxheim ein Jahr lang Frankenthal repräsentieren. Ihr weißer Strohhut mit asymmetrischer Krempe und weinroter Schleife in Blütenform und ihr knielanges, weißes Kleid zogen bei der Eröffnung am Donnerstagnachmittag alle Blicke auf sich.

Sie wirkt charmant, zielstrebig und selbstbewusst. Auffallend sind ihre blaugrünen Katzenaugen: „Beim Weinen werden sie grün“, gesteht die frischgekürte Miss. Die Idee, sich um das Ehrenamt zu bewerben, hat Familientradition: Bereits Vanessas Mutter Gabriele hatte Ende der Achtziger Interesse bekundet und war an der damals bestehenden Residenzpflicht für amtierende Miss Strohhüte gescheitert. Doch diese Regelung ist seit Vanessas Vorgängerin Emily Matejcek Geschichte.

Ihre Oma habe sie zur Bewerbung animiert, gibt die Frischgekürte zu. Sie versuchte schon 2018 ihr Glück, erhielt aber telefonisch eine Absage. Um auf Nummer sicher zu gehen, ging Vanessa Quietzsch dieses Mal direkt ins Amtszimmer zu Marktmeister Klaus Junski: „Dem habe ich den gelben Bewerbungsbogen in die Hand gedrückt.“ So viel Courage machte Eindruck. Das Wahlverfahren selbst habe Spaß gemacht, sei aber auch anstrengend gewesen. In der dritten Runde konnte Vanessa Quietzsch mit einer improvisierten Rede zur Eppsteiner Kerwe die Jury aus Vertretern von Stadt, Vereinen und Bürgern überzeugen.

„Rede ohne Punkt und Komma“

Vanessa Quietzsch ist am 10. Juni 1999 in Bobenheim-Roxheim geboren, dort zur Schule gegangen und hat in Frankenthal an der Andreas-Albert-Schule ihr Fachabitur gemacht. Gemeinsam mit ihrer zwei Jahre jüngeren Schwester und ihrer Mutter wohnt sie in der Altrheingemeinde. Bei Möbel Ehrmann macht die frischgekürte Miss eine Ausbildung zur Einrichtungsgestalterin mit dem Berufsziel IHK-Einzelhandelskauffrau. Sie träumt davon, später einmal eine eigene Abteilung, vielleicht sogar ein ganzes Haus zu führen. Dass Kommunikation ihr Ding ist, sei ihr bei der Moderation ihrer Schulabschlussfeier 2015 klar geworden: „Ich rede Tag und Nacht ohne Punkt und Komma“.

„Stark bleiben“ und nicht aufgeben ist Vanessa Quietzschs Motto. Es prangt als Tattoo in Form einer Lemniskate (magischen Acht) mit der Botschaft „Stay Strong“ am linken Handgelenk und hängt als Silberkettchen um den Hals. Stark und verschwiegen bleiben musste sie auch nach ihrer Wahl: Selbst die Familie bekam erst kurz vor knapp Bescheid. Privat ist die neue Miss bekennender Deutschrock- und Schlagerfan (Ben Zucker, Santiano) was mitunter zu Grabenkämpfen mit ihrer Schwester führe.

Zwei Hunde, vier Degus

In ihrer Freizeit ist Vanessa viel in der Natur unterwegs, meist in vierbeiniger Begleitung: Butch und Beli heißen die beiden bellenden Bodyguards – ersterer eine junge Alternativ-Bulldogge im Welpenalter, der andere eine Jack-Russell-Straßenmischung aus Portugal. Für Action im Haus sorgen vier wuselige Degus, eine Kreuzung zwischen Chinchilla und Rennmäusen: „Die zu beobachten ist besser als Fernsehen.“ Ihre künstlerische Ader, geerbt vom 2009 verstorbenen Opa, einem Hobbymaler, lebt Vanessa Quietzsch aus in Zeichnungen von Drachen und Disney-Figuren: „An Street Art im Stil von Banksy hab ich mich auch schon versucht.“

Mit Lust und Elan startet die 44. Miss Strohhut in ihre Amtszeit. „Es wird ein aufregendes Jahr, da bin ich mir sicher.“ Die Stadt von einer anderen Seite kennenzulernen, mit vielen Leuten ins Gespräch zu kommen und für sich selbst vor dem endgültigen Erwachsenwerden nochmal alles mitnehmen nach dem Motto „Jetzt oder nie“ – das sei ihre Motivation.

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