Frankenthal Frankenthal: Rathaus vor Strukturreformen

Er schätze auch ihre mitunter kritischen Einwürfe, sagt Martin Hebich über Linda Berg.
Er schätze auch ihre mitunter kritischen Einwürfe, sagt Martin Hebich über Linda Berg.

Linda Berg übernimmt zum 1. Juli die Leitung des Bereichs Zentrale Dienste der Stadtverwaltung Frankenthal. Personalentwicklung und Digitalisierung rechnet die 53-Jährige zu den wesentlichen Themen der nächsten Jahre. Kommissarisch kümmert sie sich vorläufig auch weiter um ihr bisheriges Aufgabengebiet, den Bereich Migration und Integration.

Jürgen Esser, bisheriger Chef des Bereichs Zentrale Dienste im Frankenthaler Rathaus, wechselt zur Verbandsgemeinde Leiningerland nach Grünstadt (wir berichteten). Im Gespräch mit der RHEINPFALZ zeigte sich Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) zufrieden, das es nach der Ausschreibung gelungen sei, einen nahtlosen Übergang an dieser wichtigen Position zu organisieren. Volljuristin Berg, die aus Hessen stammt, war im Oktober 2017 in den Dienst der Frankenthaler Stadtverwaltung getreten und hatte die Führung des neu gebildeten Bereichs Migration und Integration übernommen. Sich um dieses Thema zu kümmern, sei ihr „ein persönliches Anliegen“, sagte sie. Daher übernehme sie gerne bis auf Weiteres die Doppelbelastung durch ihren bisherigen und ihren neuen Aufgabenbereich. Nicht zuletzt das „sehr große Engagement der Kollegen“ habe sie dazu ermutigt. Die Abteilungen Bürgerservice und Standesamt haben wohl die größte Außenwirkung in dem neuen Arbeitsbereich mit insgesamt 62 Mitarbeitern, dessen Führung Linda Berg übernimmt. Weitere Abteilungen haben große Bedeutung für die Arbeitsfähigkeit der gesamten Verwaltung: Dazu gehören Informationstechnik, Organisation, Personalabteilung, Geoinformation und nicht zuletzt die „Allgemeine Verwaltung“. Als einen ersten Schwerpunkt ihrer künftigen Arbeit nennt die 53-Jährige das Stichwort Personalentwicklung. Ihr Ziel sei es, Fachkräfte zu fördern und zu binden: „Sie sollen die Verwaltung als dauerhaften Arbeitgeber schätzen.“ Mit Blick auf den Bürgerservice könne man schauen, „wo noch Verbesserungsmöglichkeiten sind“, sagt Berg. Die Umstellung für Anrufer auf das zentrale Behördentelefon 115 sei akzeptiert und hilfreich. „Es gibt keine nennenswerten Beschwerden“, merkt dazu OB Martin Hebich an. Mit dem Stichwort Digitalisierung verbinden der Verwaltungschef und seine leitende Mitarbeiterin die Erwartung, dass sie Vorteile für Bürger und Rathauspersonal gleichermaßen bringen kann. Viele Verwaltungsangelegenheiten könne man schon online regeln, sagt Berg. Diese Angebote zu nutzen, sei wohl auch eine „Generationenfrage“ – Jüngere seien meistens offener für das Thema. Es gehe aber „ganz wesentlich auch darum, Arbeitsabläufe in der Verwaltung zu straffen und neu zu organisieren“, hält OB Hebich fest. Konkret: Die elektronische Akte und das elektronische Archiv sollen kommen. Es müsse gelingen, auch die Mitarbeiter zu überzeugen, dass das Vorteile bringe, sagt Berg. Bis 2022/2023 müsse man nach den gesetzlichen Vorgaben einen erheblichen Schritt weiter sein. Dass die neue Bereichsleiterin die richtige Frau ist, diese Umstellungen zu organisieren – davon ist Hebich überzeugt. In ihrer ersten verantwortlichen Position bei der Stadtverwaltung habe sie „gute Arbeit geleistet und für große Motivation bei den Mitarbeitern gesorgt“, unterstreicht er. Ihre positive Grundeinstellung und ihre „Lösungsorientiertheit“ seien dabei hilfreich. „Ich schätze auch, dass sie manche Sachen kritisch betrachtet und das auch sagt.“ Bergs bisherige Position im Bereich Migration und Integration soll nun möglichst bald neu besetzt werden. „Wir wollen nicht, dass es dort noch mal eine Hängepartie gibt“, sagt Verwaltungschef Hebich. Unter anderem deshalb, weil es zu Auseinandersetzungen mit dem Personalrat gekommen war, hatte es ein Jahr und zehn Monate gedauert, bis die Bereichsleitung zum ersten Mal besetzt war.

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