Frankenthal
Frankenthal/Ludwigshafen: Die BASF will nach Norden wachsen
Die zunehmend schwierige Verkehrslage in Ludwigshafen zwingt die BASF offenbar dazu, die Logistik rund ums Werk neu zu planen. Für Lagerhaltung und Lkw-Abfertigung hat der Chemiekonzern eine 100 Hektar große Fläche nördlich seiner Kläranlage auf Frankenthaler Gemarkung im Blick.
Zwischen der Bundesstraße 9 im Westen, dem Rheinhauptdeich im Osten, der BASF-Kläranlage im Süden und der Kreisstraße 1 im Norden, die Bobenheim-Roxheim mit der Petersau verbindet, erstreckt sich derzeit mal vor allem eins: Ackerland. Der Ludwigshafener Chemiekonzern allerdings sieht in einer 100 Hektar großen Fläche innerhalb des beschriebenen Karrees angesichts der schwierigen Verkehrssituation rund um seinen Stammsitz einen möglichen Ausweg – Stichwort: Hochstraßenkrise.
„Es gibt Gespräche mit der Stadt Frankenthal“, bestätigt eine Unternehmenssprecherin am Freitag Informationen aus der Versammlung des Verbands Region Rhein-Neckar (VRRN) am Mittwoch im Ludwigshafener Pfalzbau. Ein Thema dort: die „Regionale Gewerbeflächenstudie Rhein-Neckar“. Dahinter verbirgt sich eine Expertise, die über alle Kommunen der Metropolregion hinweg das Potenzial zur Ansiedlung von Firmen und dafür zur Verfügung stehende Grundstücke geprüft und bewertet hat.
Fläche im Eigentum des Konzerns
Bis aus den Überlegungen der BASF Realität werden könne, müsse aber noch einiges passieren, betont die Sprecherin auf RHEINPFALZ-Anfrage. Das Projekt sei deshalb langfristig angelegt und insofern keine direkte Reaktion auf die Sperrung eines Teilstücks der Hochstraße Süd. Die angedachte Fläche befindet sich ihren Angaben zufolge zwar bereits im Eigentum der BASF, planungs- und baurechtlich ist über erste Kontakte mit der Stadt und dem VRRN hinaus allerdings noch nichts passiert. Voraussetzung für konkretere Schritte wäre zum Beispiel eine Änderung des Flächennutzungsplans.
Was auf dem Areal, das Teil der Frankenthaler Gemarkung ist, passieren soll, darüber haben sich die Verantwortlichen in der BASF freilich schon mehr Gedanken gemacht: Auf den 100 Hektar soll nach Darstellung der Unternehmenssprecherin Platz für Lager, Versand und die Abwicklung von Lastverkehr geschaffen werden. Den genau daran mangelt es auf dem Ludwigshafener Werksgelände offenbar.
Direkte Anbindung zur A 6
Für den Standort spreche, dass der Chemiekonzern ohnehin die meisten seiner Logistik-Einrichtungen im Norden betreibe: die Lkw-Anlieferung am Tor 15 und das Kombiverkehrsterminal im Gewerbegebiet Nachtweide. Erklärtes Ziel sei es außerdem, Sattelzüge – so gut es geht – aus Ludwigshafen fernzuhalten. Noch ein Vorteil, der die Fantasie der BASF-Manager angeregt haben dürfte: Über die B-9-Anschlussstelle Frankenthal-Mörsch wäre das Gelände mehr oder weniger direkt an die A 6 angebunden – die derzeit einzige Möglichkeit für den Schwerlastverkehr, zwischen Speyer und Worms den Rhein zu überqueren.
Die Stadtverwaltung Frankenthal bestätigt am Freitag auf Nachfrage, dass die BASF „auf uns zugekommen ist“, wie Pressesprecherin Xenia Schandin es formuliert. Es gebe dazu aber seitens der Stadt „überhaupt keinen Planungsstand“. Auch sie nennt eine Änderung des Flächennutzungsplans als Bedingung für alles Weitere. Die Weichen für dessen Erneuerung hatte der Stadtrat im Februar dieses Jahres gestellt.
Lagerbetrieb kann bald starten
Ein weiteres Projekt des Chemieunternehmens in Frankenthal befindet sich laut seiner Sprecherin auf der Zielgeraden: der Umzug seines Lagerbetriebs aus dem Gewerbepark Nord in einen 18.000 Quadratmeter großen Hallenneubau im Industriegebiet „Am Römig“. Das Gebäude sei bereits übergeben, müsse aber noch ausgestattet werden.