Frankenthal Frankenthal: Land gibt 1,7 Millionen Euro für Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs

Eine überdachte Insel soll die bisherige Anordnung der Haltestellen auf dem Bahnhofsvorplatz ersetzen.
Eine überdachte Insel soll die bisherige Anordnung der Haltestellen auf dem Bahnhofsvorplatz ersetzen. Archivfoto: BOLTE

Das Warten ist vorbei: Die Stadt bekommt für den seit Jahren geplanten und immer wieder aufgeschobenen Umbau des Zentralen Omnibusbahnhofs vom Land 1,7 Millionen Euro. Das hat der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) am Donnerstag mitgeteilt.

Der Zuwendungsbescheid über die Fördersumme – exakt sind es 1.710.200 Euro – werde über den Landesbetrieb Mobilität „in den nächsten Tagen“ bei der Stadtverwaltung eingehen, kündigte das Ministerium in einer Pressemitteilung an. Diese Nachricht aus Mainz beendet eine nun schon gut fünf Jahre andauernde Hängepartie: Erste Planungen zur Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes inklusive der Bushaltestelle waren dem Planungs- und Umweltausschuss im Mai 2014 vorgestellt worden.

Neun neue Haltestellen

Konkret vorgesehen ist am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) der Bau einer überdachten Insel, an die Haltestellen „in Sägezahnanordnung“ angebunden seien, so das Ministerium. Weitere Haltepunkte entstehen in der Nähe von Gleis 1 des Hauptbahnhofs. Insgesamt seien neun neue Haltestellen geplant. Der Boden werde immer zur Fahrbahnseite auf 18 Zentimeter erhöht. Damit ist ein „niveaugleicher Ein- und Ausstieg“ bei Bussen mit Niederflurtechnik möglich.

Der ZOB bekommt ein Leitsystem für Sehbehinderte und wird laut den Angaben aus Mainz mit Sitzbänken, Abfalleimern, Fahrplänen, Beschallungssystem, Beleuchtung und Anzeigen mit aktuellen Fahrgastinformation ausgestattet. Erneuert würden auch die Straßenbeläge an dem neuen Knotenpunkt des Busverkehrs in Frankenthal. Außerdem sollen dort 30 überdachte „Bike+Ride“-Stellplätze und 23 Fahrradboxen angeboten werden.

Täglich rund 13.000 Reisende

Die 1,7 Millionen Euro sind aus Perspektive des Ministers „gut angelegtes Geld“. Wissing: „Ein modernes Bahnhofsumfeld macht auch die Nutzung des ÖPNV attraktiver. Der ZOB in Frankenthal wird durch den Umbau verkehrssicherer und für die Fahrgäste weitaus komfortabler.“ Die Gesamtkosten beziffert das Land in seiner Pressemitteilung auf 2,97 Millionen Euro. Abzüglich des Landeszuschusses muss die Stadt also knapp 1,3 Millionen beisteuern.

Dass Rheinland-Pfalz mehr als die Hälfte der Investition beisteuert, begründet Mainz auch mit der Bedeutung von ZOB und Hauptbahnhof: Montag bis Freitag stiegen in Frankenthal täglich mehr als 4000 Menschen in dort abfahrende Züge. Mit den Bushaltestellen bilde der Bahnhof „einen der bedeutendsten Knotenpunkte“ im öffentlichen Nahverkehr im Süden des Landes. Laut Verkehrsverbund Rhein-Neckar sind dort an Werktagen 13.000 Reisende unterwegs. Den ZOB fahren täglich 228 Busse an.

„Wir freuen uns und sind dankbar für die langersehnte Förderzusage durch das Land“, reagiert Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) auf die Nachricht aus der Landeshauptstadt. Die Stadt könne nun flott die nächsten Schritte für die „städtebauliche Aufwertung der Innenstadt“ umzusetzen. „Als Entree kommt dem Bahnhofsumfeld dabei besondere Bedeutung zu. Mit der Neugestaltung des ZOB haben wir die Chance, Frankenthals Attraktivität deutlich zu steigern“, lässt sich der OB in einer Mitteilung zitieren.

City soll attraktiver werden

Die Stadt betont in ihrer Stellungnahme den Zusammenhang mit anderen Projekten: Über das Förderprogramm „Aktive Stadtzentren“ soll nach den Vorstellungen der Verwaltung in den kommenden Jahren die Innenstadt attraktiver werden. Zentrales Vorhaben dabei: die Sanierung des Erkenbert-Museums inklusive der Aufwertung der umliegenden Straße, des Parkplatzes am Dathenushaus und eines Teilbereichs der Kanalstraße. Der Bahnhofsvorplatz inklusive ZOB spiele eine besondere Rolle, weil er Teil des städtebaulichen Gelenks sei, das über die Bahnschienen hinweg die Verbindung zwischen dem künftigen Albert-Frankenthal-Quartier auf dem ehemaligen KBA-Betriebsgelände und der City schaffen soll.

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