Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: In der Lindenstraße wachsen Granatäpfel

Die Früchte von Heinz Baumeisters Granatapfelbaum werden nicht reif, sind aber perfekt zum Dekorieren geeignet.
Die Früchte von Heinz Baumeisters Granatapfelbaum werden nicht reif, sind aber perfekt zum Dekorieren geeignet. Foto: BOLTE

Ganz besondere Früchte kann zurzeit Heinz Baumeister ernten: In seinem Garten in der Lindenstraße wächst und gedeiht – wohl einmalig in Frankenthal – ein Granatapfelbaum.

Der Punica Granatum, so sein botanischer Name, kam vor 15 Jahren als Souvenir aus Südtirol in die Pfalz. Baumeister kaufte den Setzling in einer Baumschule, pflanzte ihn bei sich windgeschützt an eine Mauer mit Südsonne und wartete ab. Besondere Pflege braucht der Baum nicht, ab und zu gießen wie heimisches Obstgehölz und jährlich die Äste beschneiden reiche völlig. Das Gewächs kann sogar einige Hundert Jahre alt werden.

In Frankenthal erwies er sich als besonders robust, wuchs prächtig und beschenkte seinen Besitzer jährlich mit apfelähnlichen Kugelfrüchten, sogenannten Scheinfrüchten, die das Weiderichgewächs aus seinen Kelchblättern bildet. Mehr als 100 Früchte sind es dieses Jahr, die gelborange in der Sonne leuchten. „So viele waren es noch nie“, freut sich der Hobbygärtner, der neben mediterranen Kräutern auch 20 Oleander, zwei Olivenbäumchen und Fächerpalmen in Töpfen kultiviert.

Ein paar Sonnentage fehlen

Einziges Manko der Frankenthaler Granatäpfel: Sie werden nicht reif. Dazu bräuchten sie 130 bis 175 Sonnentage, was in ihrer Herkunftsregion in West- und Mittelasien – beispielsweise in Iran, Armenien oder Nordindien – und im Mittelmeerraum, wo sie in Plantagen kultiviert werden, kein Problem ist. Zumindest was die Größe angeht, können die Frankenthaler Früchte mit den sonnengereiften braunroten Kollegen aus dem Supermarkt fast mithalten.

Gerne verschenkt Heinz Baumeister seine Granatäpfel zu Dekorationszwecken. In herbstlichen und weihnachtlichen Gebinden sind die glattschaligen, glänzenden Früchte ein echter Blickfang. Viele Geschichten ranken sich um die schon den Phöniziern in der Antike bekannte Frucht, die als Symbol für Fruchtbarkeit, Schönheit und Macht steht. Im Koran ist der Granatapfel erwähnt, im Hohelied Salomos, und wohl wegen seines Krönchens ist er als „Reichsapfel“ Teil kaiserlicher Insignien. Und Granatapfel-Sirup im berühmten Cocktail „Tequila Sunrise“ lässt auch an trüben Tagen die Sonne aufgehen.

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