Frankenthal Frankenthal: Gutachter sieht Hallenbad-Mord als Folge von „Beleidigungs- und Rachekultur“

Gutachter Ralf Werner hält die Angaben des Angeklagten zu seinem Kokainkonsum für zu hoch. Er argumentiert mit den Ergebnissen e
Gutachter Ralf Werner hält die Angaben des Angeklagten zu seinem Kokainkonsum für zu hoch. Er argumentiert mit den Ergebnissen einer Haaranalyse und der wirtschaftlichen Situation des Mannes.

Die Messerstiche, mit denen ein 26 Jahre alter Türke im Januar 2018 einen Landsmann vor dem Frankenthaler Hallenbad tödlich verletzt hat, sind in den Augen von Gutachter Ralf Werner das Ergebnis einer „Beleidigungs- und Rachekultur“. Das hat der Psychiater am Mittwoch im Mordprozess vor dem Landgericht erklärt. Er halte den Angeklagten für jemanden, der sein Handeln plane und dessen Wirkung kalkuliere. Als Beispiel führte er ein im Gerichtssaal gezeigtes Video an, in dem er einen Kontrahenten mit Faustschlägen traktiert und danach einem weiteren Rivalen droht. Werners Interpretation: Der Angeklagte vermittle in diese Szene den Eindruck, „entspannt und zielgerichtet“ zu agieren – mit dem Ziel, sein Opfer „zu quälen und zu erniedrigen“.

Angeklagter „voll schuldfähig“



Unterm Strich kommt der psychiatrische Gutachter zu dem Schluss, dass der Angeklagte „voll schuldfähig“ ist. Ein wichtiges Argument Werners: Er hegt große Zweifel an den Angaben, die der Mann zu seinem Alkohol- und Drogenkonsum gemacht habe. Bestätigt sieht er sich vom Experten der Mainzer Rechtsmedizin, der in einer Haarprobe des 26-Jährigen zwar Kokain nachgewiesen, ihn aber bei seiner Aussage gestern aufgrund der ermittelten Werte als höchsten sporadischen Konsumenten eingeschätzt hat.

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