Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Erste Gesamtprobe von Theater und Musikschule für Jubiläumsmusical

Voller Saal: Noch acht Gesamtproben haben die Musicalmacher bis zur Uraufführung im September.  Foto: BOLTE
Voller Saal: Noch acht Gesamtproben haben die Musicalmacher bis zur Uraufführung im September.

Großes Hallo auf den Gängen der Musikschule, im Konzertsaal wird ein Cello gestimmt und die Tuba bläst ein paar Töne zum warm werden: Die Sänger und Musiker des Erkenbert-Musicals, das im Herbst zum Frankenthaler Jubiläum „900 Jahre Augustiner Chorherrenstift“ uraufgeführt wird, treffen sich zur ersten Gesamtprobe.

„Bis Ende Juni muss alles sitzen – übt also auch in den Osterferien“, schärft Orchesterleiterin Cami Hotea-Schulz allen zum Abschied an diesem Mittwochabend noch ein. Zwei Stunden intensive Probenarbeit liegen da hinter den Musicalmachern. Die Inszenierung mit dem Titel „Frankenthaler Geschichte(n)“ – eine Gemeinschaftsproduktion von Theater Alte Werkstatt (TAW), städtischer Musikschule und Kinderchor Don Bosco in Bobenheim-Roxheim – soll der Höhepunkt eines Kulturprogramms in Erinnerung an die Grundsteinlegung zum Augustiner Chorherrenstift vor 900 Jahren sein. Aufgeführt wird das Stück, für das Tina Ternes die Musik und Maria Breuer den Text geschrieben haben, im September in der Erkenbertruine. „Bis dahin haben wir noch acht gemeinsame Proben“, rechnet Hotea-Schulz vor. Einzelne Szenen werden aber bereits davor gezeigt, etwa bei der Eröffnungsfeier des Kulturjahres am 3. Mai.

Mammutprojekt mit rund 80 Akteuren

Chorsänger, Solisten und Musiker, sie alle haben sich in den zurückliegenden Wochen bereits intensiv vorbereitet. Die Fäden zusammen hält dabei Katharina Anna Gündner, Gesangslehrerin an der Musikschule und selbst musicalerfahrene Sängerin. Musikalische Regie nennt sie ihre Aufgabe. Gemeinsam mit Jürgen Hellmann, TAW-Leiter und Schauspielregisseur beim Musical, und Musikschulchefin Mechthilde Wieder-Fücks als Organisatorin stemmt sie das Mammutprojekt mit rund 80 Akteuren. Ein Stück von Frankenthalern für Frankenthal soll es sein. Ohne eingekaufte Profis, aber mit hohem Anspruch. Das macht den Charme – und die Herausforderung der Produktion aus. So muss Gündner beispielsweise bei ihren Probenplänen auf die Ferien achten. Auch stundenlange Abendproben sind nicht zu machen. „Da steigen uns die Eltern aufs Dach“, sagt Wieder-Fücks. Schließlich sind die jüngsten Sänger im Kinderchor gerade im Grundschulalter.

Eckstein-Ouvertüre und Musikschullied

Sie sind an diesem Abend auch die ersten, die auf die Bühne dürfen. „Mama, kommst Du mit?“, bettelt ein Junge. „Nein, aber ich schau Dir genau zu“, kommt es beruhigend zurück. „Eins, zwei, drei, vier Eckstein, alles muss versteckt sein“: Kaum hört man die ersten Töne der Ouvertüre, werden in den Zuschauerreihen die Handys gezückt. Aufnahmen für den Privatgebrauch sind in Ordnung, weiterverbreitet werden solle jedoch nichts, bittet Musikschulleiterin Wieder-Fücks in einer Gesangspause. Mit sichtlich Spaß sind die Kleinen dabei, ein Rotschopf schmettert mit besonders viel Elan ins Mikrofon. Gelächter. Nach einigen Durchgängen werden die Sänger, die von Cordula Menzinger-Bauer betreut werden, langsam unruhig. Zeit für das nächste Stück. „Und geht ein Ton daneben oder haben wir ein Stück nicht drauf, dann ist das nicht so schlimm – Hauptsache, wir hören zusammen auf“, heißt es im Musikschullied. Das Tempo ist flott, die Zuschauer wippen spontan mit. Hotea-Schulz fordert eine noch deutlichere Aussprache. „Ich möchte die Augen zumachen und jedes Wort verstehen.“

Inzwischen stehen auch der Popchor der Musikschule und eine gute Handvoll Schauspieler als Solisten auf der Bühne. Geprobt wird das Finale. „Ein echter Hit“ ist das Stück in den Augen von Gündner. Und tatsächlich kommt Bewegung in den Saal. Andreas Frefat, Leiter des Popchors, reißt begeistert die Arme hoch und dirigiert vom Platz aus mit. „Das ist meine Stadt, meine Stadt, meine Stadt“, singen alle zum treibenden Rhythmus. Und Katharina Anna Gündner grinst zufrieden. „Es läuft.“

Vorverkauf

Von 6. bis 8. September wird das Musical „Frankenthaler Geschichte(n)“ in der Erkenbertruine Frankenthal aufgeführt. Karten gibt es für 15 Euro (ermäßigt zehn Euro) beim Bürgerservice im Rathaus, in der Musikschule und beim Theater Alte Werkstatt.

x