Frankenthal
Frankenthal: Brummton sorgt für Unruhe
WAS BÜRGER ÄRGERT: Eine mobile Klimaanlage, die die Sparkasse Rhein-Haardt außen an ihrem Geschäftsgebäude in der Frankenthaler Schlossergasse aufgestellt hat, hat Irritationen ausgelöst. Es gehe um eine Übergangslösung für wenige Wochen, sagt das Institut.
Deutliche Worte wählte der in der Schlossergasse wohnende RHEINPFALZ-Leser Kurt Walter, um seinem Ärger Luft zu machen: „Was die Sparkasse in Frankenthal auf dem Rücken der Bürger treibt, stinkt zum Himmel“, schrieb er an die Redaktion.
Stein des Anstoßes ist für ihn ein mobiles Klimagerät, das – nur wenige Meter von seiner Wohnung entfernt – an der Tiefgaragenzufahrt der Sparkasse Rhein-Haardt in der Schlossergasse aufgestellt wurde und ein störendes Brummgeräusch von sich gibt.
Heiße Abluft
Mit etwa 70 Dezibel könne man die Anlage nicht überhören, beklagt sich Walter, der kein Verständnis dafür hat, dass für den Lärmschutz der Anwohner – auch mit Blick auf gesundheitliche Beeinträchtigungen – nichts getan worden sei. „Ein Privatmann hätte die Anlage längst abbauen müssen.“ Erschwerend kommt für ihn hinzu, dass die heiße Abluft des Klimagerätes direkt auf einen Baum geblasen worden sei, bevor man auf Intervention der Stadtverwaltung ein schützendes Holzdach installiert habe.
Da die Klimaanlage in der Filiale Bahnhofstraße ausgefallen sei, habe man in Abstimmung mit der Stadt Frankenthal das Gerät in der Schlossergasse aufgestellt, erklärte Thomas Mansmann, bei der Sparkasse Rhein-Haardt in Bad Dürkheim für das Beschwerdewesen und Qualitätsmanagement zuständig, auf Anfrage der RHEINPFALZ. Um den Baum vor der Abluft zu schützen, sei sofort für Abhilfe gesorgt und eine Abdeckung angebracht worden.
Betrieb nur während Geschäftszeiten
Mansmann warb um Verständnis für die provisorische, zeitlich auf einige Wochen begrenzte Maßnahme und hob hervor, dass das Klimagerät nur während der Geschäftszeiten – also weder nachts noch am Wochenende – in Betrieb sei. „Was die Lautstärke angeht, liegen uns noch keine Messungen vor“, sagte er. Nach Aussage eines von dem Geldinstitut beauftragten Experten für Klimatechnik werde ein Pegel von 44 Dezibel nicht überschritten, informierte Thomas Mansmann.
Gegenüber der RHEINPFALZ bestätigte Bernd Schönhardt, Leiter des städtischen Bereichs Ordnung und Umwelt, auf Anfrage, dass die Sparkasse für das Klimagerät einen Antrag auf Sondernutzung gestellt habe. Auch lägen der Verwaltung zwei Lärmbeschwerden vor. Als Sofortmaßnahme sei die Anlage zum Schutz des unmittelbar dahinter stehenden Baumes mit einem Holzdach versehen worden.
„Richtwerte nicht überschritten“
Die zuständige Gewerbeaufsicht bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) habe inzwischen vor Ort Lärmmessungen vorgenommen, informierte Schönhardt. In einer der Verwaltung am Montag zugeleiteten E-Mail werde ausgeführt, dass die Richtwerte nach der TA Lärm nicht überschritten würden. Zwischen 57 und 58 Dezibel seien von den Fachleuten aus Neustadt gemessen worden.
Auch wenn mit dem ausgelagerten Klimagerät kein Schönheitspreis zu gewinnen ist, muss es wohl oder übel geduldet werden. Zu der Beschwerde von Kurt Walter, dass wegen des anhaltenden Lärms ein Aufenthalt im Freien kaum möglich sei, erklärte Bereichsleiter Bernd Schönhardt für die Stadtverwaltung, dass eine Terrasse oder ein Balkon vom Schutzbereich der Immissionsrichtlinien nicht umfasst seien.