Frankenthal Frankenthal: Bericht in Bezirkssynode zur Flüchtlingsarbeit
Über Erfolge und Schwierigkeiten ihrer Arbeit mit Flüchtlingen berichteten die Gemeindepfarrer bei der Bezirkssynode des evangelischen Kirchenbezirks Frankenthal am Samstag im Dathenushaus. Anlass dazu gab ein Antrag von Teilnehmer Carlo von Opel.
Von Opel wollte wissen, was zur Integration der Flüchtlinge unternommen werde. Er stellte zudem die Fragen „Wie wird den Flüchtlingen die christliche Kultur nahegebracht?“ und „Werden die Religionsflüchtlinge erfasst und zu den Gottesdiensten eingeladen?“.
In Bobenheim-Roxheim werde die protestantische Kirchengemeinde wahrgenommen als ein Ort, an dem man Hilfe bekomme, berichtete Pfarrer Ralf Hettmannsperger. „Die Kirche ist auf der Seite der Schwächeren“, das werde gelebt, sagte Hettmannsperger. Die Gemeinde habe Bibeln in unterschiedlicher Sprachen angeschafft. Zwei Menschen aus Iran hätten sich taufen lassen. Mannigfache Hilfe biete der Sozialverein Kunterbunt mit Sitz im Pfarrhaus. Darüber hinaus gebe es Koch- und Malkurse. Die Veranstaltungen würden von Ehrenamtlichen getragen.
Das Flüchtlingscafé im Ökumenischen Zentrum Pilgerpfad laufe langsam aus. Die Hochphase des Cafés sei die Zeit gewesen, als die Menschen noch in Zelten auf dem Festplatz an der Benderstraße gelebt hätten, berichtete Pfarrer Carsten Schulze. Diakon Ralf Zeeb habe im Pilgerpfad viel Zeit und Kraft in die Flüchtlingsarbeit gesteckt. Daneben gebe es im Pilgerpfad noch einen eritreischen Hilfsverein.
Dank an Erzieherinnen
Der von Ehrenamtlichen angebotene Sprachunterricht in der Zwölf-Apostel-Kirche sei nach und nach am Auslaufen, so Dekanin Sieglinde Ganz-Walther. In der Kindertagesstätte wurde und werde nach wie vor ein großer Aufwand gerade für die Flüchtlingskinder betrieben. „Hier möchte ich den Erzieherinnen ausdrücklich Lob und Dank aussprechen“, sagte Ganz-Walther. Bei ihr nehme eine Familie aus Afrika regelmäßig am Gemeindeleben teil, in Beindersheim sei das bei einer Familie aus Persien der Fall.
„Wir erleben, dass Flüchtlinge bei uns sehr schnell ihren Weg machen“, sagte Pfarrer Hans Hutzel von der Andreas-Albert-Berufsschule. Mit Sonderunterricht würden Flüchtlinge teilweise gefördert. Kritisch sah Hutzel, dass nicht jeder seine eigene Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen könne. Schon einige seien auf ein Gymnasium gewechselt, hätten dort aber ihre Grenzen aufgezeigt bekommen. Positiv strich Hutzel heraus, dass es an der Berufsschule keinerlei Gewalterfahrung im Zusammenhang mit Flüchtlingen gebe.
Kritik an Missionsverständnis
In der Friedenskirche ist ein deutsch-türkischer Freundeskreis entstanden. Eine Frau aus Afghanistan habe sich taufen lassen. „Mein Eindruck ist, dass Frankenthal in Bezug auf seine Integrationsfähigkeit sehr offen ist“, sagte eine Synodenteilnehmerin. In der Versöhnungskirche laufe Integrationsarbeit fast ausschließlich über die Kindertagesstätte, berichtete Pfarrerin Antje Kunzmann. In Mörsch sei die Flüchtlingsarbeit bis zu dessen Pensionierung auf Pfarrer Christoph Braun fixiert gewesen.
Pfarrer Uwe Laux (Zwölf-Apostel-Kirche) sagte, dass er das Missionsverständnis hinter den Fragen von Carlo von Opel nicht teile. „Lebe so, dass dich andere nach deinem Glauben fragen“, nannte Pfarrer Schulze als Grundsatz, den Christen beherzigen sollten.