Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Frankenthal: Bürger sollen an Integrationskonzept mitwirken können

Sprache und Bildung bilden einen Themenkomplex, zu dem im Frühjahr von der Stadt veranstaltete Workshops stattfinden.
Sprache und Bildung bilden einen Themenkomplex, zu dem im Frühjahr von der Stadt veranstaltete Workshops stattfinden.

Frankenthal für Migranten zu einem lebenswerten Ort zu machen, ist Hauptziel des Integrationskonzepts der Stadt. 2014 erstellt, soll diese Strategie durch Mitarbeit aller Beteiligten weiterentwickelt werden. Der Auftakt dazu findet am Mittwoch, 4. März, statt. Bis April sollen sich drei Workshops anschließen.

Integration sei kein statischer, sondern vielmehr ein fließender Prozess, der im Hinblick auf wechselnde Bedürfnisse von Zeit zu Zeit neu ausgerichtet werden müsse, betonte OB Martin Hebich (CDU) bei einem vorbereitenden Treffen. Spätestens seit 2015/16 stehe die Stadt vor besonderen Herausforderungen, betont er. Lebten 2014 noch 13 Prozent Menschen mit ausländischen Wurzeln in der Stadt, so sind es zurzeit 19 Prozent. Zwei Drittel davon kommen als Arbeitsmigranten aus dem europäischen Ausland. 2015 verzeichnete die Stadt 464 Asylsuchende, zurzeit sind es noch 97. Der Nachzug von Familienangehörigen sei ausgeblieben.

Die Integrationsarbeit habe in den zurückliegenden sechs Jahren vor besonderen Herausforderungen gestanden, nach anfänglichen Ersthilfen gehe es heute um bürgerschaftliches Engagement, erklärte der OB. Im neu eingerichteten städtischen Fachbereich „Migration und Integration“ arbeiteten Menschen mit großer interkultureller Kompetenz als Verwaltungskräfte (eineinhalb Stellen) und Sozialarbeiter (fünfeinhalb Stellen) sowie eine Übersetzungskraft.

Thema Arbeit im Fokus

Man sei ein Servicepunkt und dienstleistungsorientiert, betonte Bereichsleiterin Andrea Graber-Jauch, verstehe Migration als Teil der Integration, als Anlaufstelle für Zugewanderte. Und der Bereich biete nach dem Netzwerkprinzip kundenorientierte Beratung und Begleitung für zurzeit 525 Menschen – ein Drittel davon Minderjährige. So habe man zum Beispiel als Schutz vor prekärer und illegaler Beschäftigung die Themen Fachkräftezuwanderung, Arbeitsmigration und nachhaltige Arbeitsverhältnisse im Blick, biete aber auch Ausbildungsunterstützung.

Der Fachbereich sei nicht nur für Asylanten da, sondern für alle Menschen mit Migrationshintergrund, betonte der stellvertretende Bereichsleiter (Abteilung Integration) Christian Geiger. 54 Prozent aller Klienten seien in Arbeit, in Ausbildung oder nähmen an einem Sprachkurs teil. Die Arbeit sei vielfältig und reiche vom kurzen Telefonat bis zur mehrjährigen Betreuung. Dies finde in der Geschäftsstelle Westliche Ringstraße statt, aber auch als aufsuchende Einzelfallbetreuung zur Lebensgestaltung.

Prozess 2008 gestartet

Aufgrund des Zuwanderungsgesetzes von 2005 waren auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene Pläne und Konzepte für integrationsfördernde Maßnahmen entstanden. Erste Überlegungen zur strategischen Ausrichtung der kommunalen Integrationsarbeit gab es seitens der Stadt Ende 2008. Gemeinsam mit politischen, sozialen und gesellschaftlichen Institutionen, Einrichtungen und Organisationen wurden 2013 konkrete Ziele entwickelt. Das „Strategische Integrationskonzept der Stadt Frankenthal“ wurde im April 2014 vom Stadtrat beschlossen und seither vielfältig umgesetzt.

Für die Fortschreibung dieses Konzepts sind drei Planungsstufen vorgesehen. In einer ersten Stufe sollen bei einer Auftaktveranstaltung der bisherige Umsetzungsstand analysiert und sich über Entwicklungsbedarf innerhalb verschiedener Handlungsfelder ausgetauscht werden. Die Veranstaltung findet am, Mittwoch, 4. März, 17 Uhr, im Dathenushaus statt. Etwa 40 Beteiligte von Institutionen, Sozialträgern, Vereinen, Parteien, Verwaltung und Beirat nehmen teil.

Workshops zu drei Aspekten

In einer zweiten Phase von 18. März bis 7. April wird es je zwei inhaltlich spezifisch ausgerichtete Workshops zu den Themen „Arbeit und Ausbildung“ (18. März, 7. April), „Sprache und Bildung“ (31. März, 7. April) und „Zusammenleben – Soziales, Wohnen, Kultur“ (18. und 31. März) geben. Alle Workshops finden im Rathaus, Sitzungssaal 3, statt. Anmeldungen interessierter Bürger, die mitgestalten wollen, sind zu den Workshops noch bis 13. März möglich per E-Mail an die Adresse migrationundintegration@frankenthal.de. In einer dritten Phase will die Verwaltung intern die Ergebnisse aus allen Workshops analysieren und für die Fortschreibung des Integrationskonzeptes weitere Schritte festlegen.

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