Frankenthal Frankenthal: Übler Geruch stoppt Schulbetrieb
Eine nach „faulen Eiern“ stinkende Geruchswolke unbekannter Herkunft hat gestern im Karolinen-Gymnasium zu erheblichen Problemen geführt. Die Schule schickte ihre Schüler vorzeitig nach Hause. Hinweise auf den Verursacher lagen bis gestern Abend nicht vor. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen unbekannt ein.
Nicht nur im Karolinen-Gymnasium (KG), sondern auch in umliegenden Bereichen im Südosten der Stadt einschließlich Vogelsiedlung lag gestern Vormittag nach Angaben von Feuerwehrchef Jürgen Speiser ein übler Geruch in der Luft, der oft auch mit dem Begriff „Schwefel“ in Zusammenhang gebracht wurde. Am stärksten von dem Problem betroffen war das KG. Um 10.42 Uhr war der Alarm bei der Feuerwehr eingegangen. Mit ihr machten sich auch Rettungskräfte und medizinisches Personal auf den Weg zur Schule. Nach Angaben der städtischen Pressestelle hatten dort zunächst Schüler über Kopfschmerzen und Übelkeit geklagt. Nach RHEINPFALZ-Informationen mussten sich Betroffene auch übergeben. Direkt vom KG waren gestern keine Aussagen zu bekommen. 32 Schülerinnen und Schüler im Alter von zehn bis 14 Jahren hätten über Beschwerden geklagt, heißt es in einem zusammenfassenden Bericht, den Stadt-Pressesprecherin Xenia Schandin am späten Nachmittag in Absprache mit Polizei und Feuerwehr übermittelte. Zudem seien sieben Erwachsene betroffen gewesen, darunter auch Reinigungskräfte. „Eine Person wurde vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.“ Die Schule stellte den Unterricht zur Mittagszeit ein und schickte die Schüler vorzeitig nach Hause. Alle Betroffenen mit Beschwerden seien zunächst durch Mitarbeiter der Rettungsdienste und der „Schnellen Einsatzgruppe“ von Maltesern und Johannitern betreut und dann ärztlich untersucht worden. „Ernstere Verletzungen waren nicht feststellbar“, so Schandin. Gegen 14 Uhr seien die betroffenen Schulkinder ihren Eltern übergeben worden. Alle hätten Hinweise für den Fall bekommen, dass es doch noch zu stärkeren gesundheitlichen Problemen kommen sollte. „Die umliegenden Kinderkliniken in Worms und Ludwigshafen wurden über den Einsatz informiert“, teilte die Sprecherin der Stadt mit – dies vorsorglich für den Fall, dass sich dort Betroffene melden sollten. Konkrete Informationen über weitere gesundheitliche Beeinträchtigungen lagen der Stadt bis zum Nachmittag nur aus der Justizvollzuganstalt vor: Dort hatten zwei Bedienstete über leichte Atemwegsreizungen geklagt. Glimpflich kam das direkt neben dem Karolinen-Gymnasium liegende Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) davon: Der unangenehme Geruch nach „faulen Eiern“ sei zwar deutlich wahrnehmbar gewesen, sagte auf Anfrage Direktorin Sabine Schanz. Gesundheitliche Probleme habe es aber nach ihrer Kenntnis nicht gegeben. „Wir haben bei der BASF angerufen“, berichtete Schanz. Dort sei der Schule versichert worden, dass es keine Probleme gegeben habe – und auch nicht in der BASF-Kläranlage. Dieselbe Aussage lag Feuerwehrchef Jürgen Speiser vor; auch bei Renolit Frankenthal sei nichts von Problemen bekannt. Nach Angaben der Stadt wurden – bei anhaltendem Regen – „umfangreiche Messungen“ der Luft vorgenommen, sowohl von der Frankenthaler Feuerwehr, als auch von deren Ludwigshafener Kollegen und der Umweltüberwachung der BASF. Fazit: Man habe „keine gefährlichen Substanzen“ und „keinerlei Schadstoffkonzentrationen“ feststellen können. Gefahr für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Die Polizei leitete ein Strafverfahren gegen unbekannt ein. Im Einsatz waren die Feuerwehren Frankenthal und Ludwigshafen mit 25 Personen, Rettungsdienste und Ärzte, 25 Kräfte der Schnellen Einsatzgruppe und eine ungenannte Anzahl von Polizeibeamten.