FRANKENTHAL
Fragen & Antworten: Das Impfzentrum in der Albert-Halle
Wie ist das Impfzentrum aufgebaut?
Organisiert ist der gesamte Betrieb nach dem Prinzip einer Einbahnstraße, erläutert Harry Jauch von der Feuerwehr: Wer zu seinem Impftermin kommt, wird in einem Zelt auf dem Parkplatz vor der Sporthalle der Andreas-Albert-Schule empfangen, registriert und geht nach dem Fiebermessen mit einem Stirnthermometer durch den Haupteingang ins Gebäude. Auf die ärztlichen Auf- und Abklärung folgt der Pieks und dann eine Viertelstunde Wartezeit unter Beobachtung im hinteren Teil der Halle. Über deren rückwärtigen Ausgang geht es dann über einen extra neu angelegten Weg wieder auf den Parkplatz.
Wie ist der zeitliche Ablauf?
Geplant ist nach Angaben von Frank Rickert vom Deutschen Roten Kreuz, dass alle Viertelstunde acht Personen zum Impfzentrum kommen sollen. Maximal können ihm zufolge 16 Patienten gleichzeitig den Impfstoff bekommen. Zwischen 45 Minuten und einer Stunde soll es dauern, so die Schätzung Rickerts, einen Impfling durch die gesamte Prozedur zu schleusen. Die komplette Planung für den ersten und den zweiten Termin soll über eine zentrale Vergabestelle des Landes laufen: telefonisch und online. Dabei sollen auch wichtige Fragen geklärt werden, etwa zu Vorerkrankungen. Die dann versandte schriftliche Bestätigung inklusive QR-Code, der das Einlesen der Daten erleichtert, ist dann sozusagen die Eintrittskarte in die Halle. All das werde noch bei einem Probedurchlauf auf seine Praktikabilität getestet, betont Rickert.
Sind die Öffnungszeiten und der Starttermin des Zentrums schon bekannt?
Nein, angestrebt ist nach Auskunft von Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) aber eine landesweit einheitliche Lösung. Das Impfzentrum in Frankenthal ist so konzipiert, dass die Kapazitäten in der etwa 1200 Quadratmeter großen Halle sowohl räumlich als auch zeitlich über einen Mehrschicht-Betrieb und eine Öffnung am Wochenende erweitert werden kann. Wann genau im Impfzentrum Ärzte die erste Spritze setzen, ist noch ungeklärt. Klar ist nur: Den vom Land gesetzten Termin 15. Dezember kann die Stadt einhalten. Am Sonntag sind die letzten Handgriffe erledigt worden. Harry Jauch plant die Abnahme der gesamten Infrastruktur für Montag.
Was hat für die Sporthalle der berufsbildenden Schule als Standort gesprochen?
Laut Stadt vor allem die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung mit ausreichend Parkplätzen und die gute technische Ausstattung der Schule, die mitgenutzt werden kann. Außerdem habe sich die Halle bereits im Frühjahr als Standort für das dort zeitweilig aufgebaute Corona-Testzentrum bewährt.
Wie kommt der Impfstoff in die Halle, und wie wird er gelagert?
Jauch ist besonders stolz darauf, dass es mit dem Konzept für die Albert-Halle gelungen ist, den Strom der Impfkandidaten komplett von Rettungswegen und auch der Anlieferung des Serums zu trennen. Für beides ist die hintere Zufahrt von der Schubertstraße vorgesehen. Deponiert wird der Impfstoff, mit dessen Zulassung Ende Dezember gerechnet wird, in einem fensterlosen Raum. Die Dosen kommen in Trockeneis in einen 700-Liter fassenden Kühlschrank. So gelagert halte sich der Impfstoff fünf bis sechs Tage.
Woher kommt die Ausstattung für das Impfzentrum und seine Peripherie? Und wer bezahlt das alles?
Die komplette EDV-Infrastruktur kommt von Firmen, die das Land beauftragt hat. Für die Ausstattung im Innern der Halle mit Räumen, in denen Aufklärungsgespräche und Verwaltungsarbeit stattfinden können, und den eigentlichen Impfkabinen hatte die Stadt kurzzeitig überlegt, mit Folien behängte Bauzäune zu verwenden. Entschieden habe man sich aber letztlich für feste Elemente, die eine Messebaufirma installiert, berichtet Frank Hubertus, Leiter des städtischen Fachbereichs Gebäude und Grundstücke. An den vielen Arbeiten in und um die Halle waren neben dem EWF, Technischem Hilfswerk und Feuerwehr auch Deutsches Rotes Kreuz und Malteser Hilfswerk. Zugesagt ist, dass das Land die Kosten erstattet.
Wie sieht es beim Thema Sicherheit aus?
Hier hat es laut Harry Jauch eine enge Abstimmung mit der Polizei gegeben. Das Ergebnis: Die Halle wird rund um die Uhr von Sicherheitsleuten bewacht. Installiert sind außerdem eine Videoüberwachung und eine Beleuchtung rund um das Gebäude. Damit selbst ein Stromausfall keine größeren Probleme verursacht, wird ein Notaggregat aufgebaut.
Wer wird in dem Impfzentrum arbeiten?
Die Stadt hat bereits Bürokräfte für das Impfzentrum eingestellt. Sie sollen nach deren Darstellung bei der Terminorganisation, der Patientenanmeldung und sonstigen administrativen Aufgaben unterstützen. Für den medizinischen Betrieb setze man vor allem auf die niedergelassenen Ärzte in Frankenthal. „Ein großer Teil hat bereits Bereitschaft signalisiert, den Betrieb zu unterstützen“, hieß es dazu bei einem Ortstermin am vergangenen Freitag. Benannt werden soll im Laufe dieser Woche auch noch ein hauptamtlicher Impfkoordinator. Beraten wird die Stadt außerdem von Daniel Schiffmann, Leiter der BASF-Werksambulanz.
Können auch freiwillige Helfer mit anpacken?
Prinzipiell ja. „Das ist eine sehr erfreuliche Geschichte, dass da in den letzten Wochen schon viele Angebote bei uns gelandet sind“, sagt Bürgermeister Knöppel. Wer sich als freiwilliger Helfer – mit oder ohne medizinische Kenntnisse – beim Betrieb des Impfzentrums einbringen möchte, könne sich auf der zentralen Datenbank des Landes unter covid-19-support.msagd.rlp.de anmelden.
Wie lange wird das Zentrum in Betrieb sein?
Das ist eine weitere Frage, für die es noch keine konkrete Antwort gibt. Die Stadt plant vorläufig mal mit dem kompletten Jahr 2021. Abhängig ist das unter anderem von der zur Verfügung stehenden Menge des Impfstoffs und davon, welche Personengruppen zuerst geimpft werden sollen. Möglich ist gerade in der Anfangszeit beispielsweise in Alten- und Pflegeheimen auch der Einsatz mobiler Impfteams.
In welcher Reihenfolge wird geimpft?
Eine genaue Festlegung der bundesweit einheitlichen Prioritäten hat die Bundesregierung laut Stadt bis Jahresende angekündigt. Vorrang haben ältere Menschen mit Vorerkrankungen, Mitarbeiter von Krankenhäusern, Pflegeheimen und Gesundheitsämtern sowie Polizisten, Lehrer, Erzieher und Feuerwehrleute. Begleiten soll den Prozess in Rheinland-Pfalz ein Beirat, dem Experten für medizinische, juristische und ethische Fragen angehören sollen. Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) hofft auf eine sorgfältige Abwägung: „Auch in der Verwaltung haben Mitarbeiter viel Kontakt mit Besuchern von außen. Manche Vorschläge, die aktuell bekannt sind, halte ich nicht für angemessen.“
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