Frankenthal
Frühstücken über den Dächern der Stadt
Ausschlafen ist für Christina Panek keine Option. Der Arbeitstag der Servicekoordinatorin des 104-Zimmer-Hauses beginnt werktags um 6 Uhr. Zusammen mit einer Kollegin muss sie nicht nur das Frühstücksbuffet aufbauen und den Kaffeevollautomaten startklar machen, sondern in der Küche auch die warmen Speisen zubereiten – Rührei, Frikadellen, Würstchen und Waffeln. Drei verschiedene Brotsorten und Croissants werden aufgebacken. Die frischen Brötchen liefert ein Frankenthaler Bäcker. Und das in einer großen Auswahl, wie es in einem Vier-Sterne-Hotel erwartet werden darf. Und wie wird die Menge kalkuliert? „Erfahrungsgemäß brauchen wir pro Gast ein Brötchen, können aber bei Bedarf auf eine Reserve zurückgreifen“, verrät Christina Panek im Gespräch mit der RHEINPFALZ.
Das Zeitfenster für die Vorbereitung ist relativ eng, denn schon um 6.30 Uhr – sonntags eine halbe Stunde später – trudeln die ersten Frühaufsteher ein. „Sie werden mit einem freundlichen Lächeln und ein bisschen Small Talk begrüßt“, erzählt die Küchenfee, auf die jetzt weitere Serviceleistungen zukommen. Sonderwünsche werden erfüllt: Die einen wollen Filterkaffee, andere ein Spiegelei, Omelette oder ein weichgekochtes Frühstücksei. Ein vitaminreicher Powershot kann nach eigenem Gusto zubereitet werden. Und dann muss das Buffet ständig im Auge behalten und bei Bedarf nachgelegt werden.
Gesteigerten Wert wird bei Victors auf Nachhaltigkeit gelegt. Verpackte Lebensmittel sind auf dem Frühstücksbuffet weitgehend verpönt. Dies gilt beispielsweise auch für die Butter, die in loser Form angeboten wird. „Unsere veganen Aufstriche und das beliebte Bircher-Müsli stellen wir selbst her“, erklärt Christina Panek und unterstreicht den Anspruch des Hauses, den Gästen nur hochwertige Produkte zu offerieren.
Wie werden die erforderlichen Mengen für das Frühstück kalkuliert? „Wir haben klare Strukturen und erstellen täglich Checklisten“, erläutert Hoteldirektorin Sandra Nuha. Je nach Belegung könne man mit der Größe des Buffets und den Platten flexibel reagieren. Auch wenn besonders viel los sei, komme es kaum zu Engpässen und längeren Wartezeiten. „Im Panorama-Café stehen 80 Sitzplätze zur Verfügung, in Spitzenzeiten hatten wir schon 210 Frühstücksgäste“, berichtet die Chefin. Sie werden dann im Schichtbetrieb versorgt, wobei Geschäftskunden eher zu den Frühaufstehern zählen, während die Touristen tendenziell etwas länger schlafen. „Es funktioniert zu 90 Prozent, wir haben so gut wie keine Beschwerden“, hebt Sandra Nuha hervor.
Mit der Öffnung des Panorama-Cafés für Nicht-Übernachtungsgäste trägt das Hotel der Nachfrage Rechnung und knüpft an ein früheres Angebot an. Gefrühstückt werden kann montags bis samstags von 6.30 bis 10 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 7 bis 11 Uhr. Auf Langschläfer wartet an ausgewählten Sonntagen – erstmals am 8. Dezember – von 11.30 bis 14.30 Uhr – ein zum Brunch erweitertes Frühstück mit Salatbuffet, Suppe, zwei warmen Hauptspeisen und Dessert. Sandra Nuha empfiehlt eine Tischreservierung, geht aber davon aus, dass sich auch für Kurzentschlossene ein Platz finden lässt.