Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Feuerwehr testet Standort im Süden der Stadt

Enge Zusammenarbeit, trotz farblicher Kontraste: der in den Frankenthaler Süden verlegte Transporter der Feuerwehr und ein Lastw
Enge Zusammenarbeit, trotz farblicher Kontraste: der in den Frankenthaler Süden verlegte Transporter der Feuerwehr und ein Lastwagen des Technischen Hilfswerks.

Für Feuerwehrfahrzeuge der neuen Generation sind die bisherigen Unterstellplätze beispielsweise in den Vororten meist zu klein. Deshalb muss umgedacht werden. Ein neuer Standort Frankenthal-Süd auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW) wird nun getestet. Er ist am Donnerstag offiziell eröffnet worden. Es gäbe die Chance, dort auch ein größeres Projekt zu verwirklichen.

Das bisher in der Studernheimer Ortsverwaltung stationierte Fahrzeug, ein Volkswagen T4, wurde bei einem Verkehrsunfall im vergangenen Jahr so schwer beschädigt, dass sich eine Reparatur laut Frank Böhmer – aktuell gemeinsam mit Andreas Kölsch kommissarischer Leiter der Wehr – nicht mehr gelohnt hätte. Das Problem: Der als Ersatz auserkorene Mannschaftstransporter, ein Mercedes Sprinter, der bisher in der Hauptfeuerwehrwache stationiert war, passt nicht mehr in die Garage an der Studernheimer Ortsverwaltung. Auf der Suche nach einem anderen Standort konnte man sich nun mit dem THW arrangieren.

Einjährige Testphase

Die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und THW sei schon bisher eng gewesen, funktioniere gut. Das haben am Donnerstag alle Akteure betont. Zuerst einmal ein Jahr lang soll nun getestet werden. Das Problem: Die Platzverhältnisse an der Mahlastraße sind laut dem Ortsbeauftragten Lukas Kalnik schon für das THW mehr als beengt. Trotzdem zeigte sich die Hilfsorganisation aufgeschlossen, rückte weiter zusammen, machte Platz für die Aufnahme des Feuerwehrfahrzeugs. Zwischen den Zeilen klang an, Kalnik sagte es direkt: Den Standort eventuell als Katastrophenschutzzentrum zu erweitern, könnte eine Möglichkeit für die Zukunft sein.

Oberbürgermeister Martin Hebich und Bürgermeister Bernd Knöppel (beide CDU) eröffneten den neuen Außenstützpunkt „Frankenthal-Süd“. Hebich betonte die bisher gute Zusammenarbeit der beiden Organisationen. Ein weiterer Vorteil des neuen Standorts sei, dass viele Feuerwehrleute im Süden Frankenthals wohnten, diese nun schneller zum Einsatz kommen könnten. Müssten diese Wehrleute bis nach Eppstein oder in die Hauptfeuerwache fahren, würde das wertvolle Zeit kosten. So können sie mit dem Mannschaftstransporter schnell zu den anderen Einsatzkräften am Ort des Geschehens gelangen. „Der neue Standort ist somit mit einer besseren Versorgung der Bevölkerung verbunden“, betonte der OB. Auch in der Hauptfeuerwache seien die Verhältnisse teils beengt, würden Lagerflächen benötigt, sagte der Verwaltungschef.

Arbeit eng verzahnt

„Einfach toll“ nannte Kalnik das Zusammenrücken von Feuerwehr und THW. In anderen Städten wie beispielsweise Worms werde das schon mit Erfolg praktiziert. Unter anderem bei Starkregen sei die Arbeit der Einsatzkräfte oft eng verzahnt. Allerdings betonte Kalnik auch, dass das THW mit dem aktuellen Gebäude- und Geländeangebot an der Mahlastraße schon mehr als beengt arbeiten müsse. Aktuell seien 120 Kräfte beim THW aktiv. Im vergangenen Jahr sei eine Fachgruppe Elektroversorgung hinzugekommen. Viele THWler nähmen ihre Einsatzkleidung mit nach Hause, weil es zu wenig Umkleidemöglichkeiten gebe. Ein mögliches Katastrophenschutzzentrum könne die Einsatzbereitschaft erhöhen.

Frank Böhmer dankte dem THW für die Unterstützung. Die Wehr werde sich nun in der einjährigen Testphase am neuen Standort beweisen müssen – und soll am Ende Zahlen vorlegen. Einsätze, Ausrückzeiten und Einsatzkräfte, die im Süden starten, sollen laut Information der Feuerwehr erfasst, die Zahlen am Ende ausgewertet werden. Die Daten sollen in eine weitere Standortplanung einfließen. Der aktuell provisorische Standort in Eppstein soll aber erhalten bleiben.

Schon rund 350 Einsätze

Dass die Freiwilligen der Feuerwehr in diesem Jahr bereits rund 350 Einsätze absolvieren mussten, sei eine beachtliche Zahl, meinte Andreas Kölsch. Das bedeute, dass die Wehr drei- bis sechsmal am Tag alarmiert werde. Nachdem der Höhepunkt von Corona abgeflaut sei, gebe es wieder mehr Verkehrsunfälle. Und insbesondere für den Süden der Stadt und der dortigen Vororte hielt Kölsch fest: „Das Risikopotenzial ist durch das neue Industriegebiet Am Römig deutlich gestiegen.“

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