Frankenthal
Fahrradparkturm am Frankenthaler Hauptbahnhof: Bauarbeiten starten
Absperrungen stehen neben der Unterführung für Fußgänger und Radfahrer am Frankenthaler Bahnhof. Rot-weißes Flatterband bewegt sich im Wind. Es ist seit Montag ein Zeichen dafür, dass sich hier in der nächsten Zeit etwas tut. Wie die Stadt mitteilt, beginnen an dieser Stelle die Bauarbeiten für den Fahrradparkturm.
Die Errichtung des Turms ist ein Einzelprojekt der Neugestaltung des Bahnhofsumfelds in Frankenthal. Seit Jahren wird in der Stadt über dieses Großvorhaben diskutiert, werden Konzepte vorgelegt. Nun sollen die Bauarbeiten den ersten sichtbaren Baustein zur Neugestaltung bilden, wie es aus dem Rathaus heißt.
Turmbau ist Millionenprojekt
Der Fahrradparkturm kostet rund 1,3 Millionen Euro. Sein Bau wird größtenteils aus Fördermitteln des Landes finanziert, der Stadt wurde eine Zuwendung in Höhe von 1,25 Millionen Euro bewilligt. Wenn der Turm fertig ist, soll er 96 Fahrrädern Platz bieten, darunter sind acht Boxen mit einer E-Ladefunktion. Nach aktuellem Stand rechnet die Stadt mit einer Inbetriebnahme Anfang bis Mitte Mai dieses Jahres. „Voraussetzung hierfür ist ein reibungsloser Bauablauf ohne unvorhergesehene Verzögerungen“, informiert eine Sprecherin der Stadt.
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Das Fahrradparkhaus wird voll automatisiert sein. Die Räder werden in Boxen gestellt. Buchung und Bezahlung laufen über eine App. Das Schweizer Unternehmen V-Locker erhielt den Zuschlag für das Projekt. Es soll im Auftrag der Stadt den Betrieb des Fahrradparkturms übernehmen. „Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Die Mieteinnahmen verbleiben bei der Stadt“, teilt die Sprecherin mit.
Arbeit an Detailplanungen
Während der Parkturm in den nächsten Monaten in die Höhe wachsen soll, werden laut der Stadt derzeit die Detailplanungen für den Bahnhofsvorplatz und den zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) erstellt. Bauanträge und Ausschreibungen sollen im Laufe des Jahres folgen.
Der Baubeginn ist mittlerweile „ab 2027“ vorgesehen. „Ziel ist ein moderner, barrierefreier ÖPNV-Knotenpunkt und ein attraktives Entrée zur Innenstadt. Voraussetzung dafür ist eine noch engere, strukturierte und zeitnahe Zusammenarbeit aller Beteiligten“, erklärt die Stadt.
Immer wieder Kritik
Die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds, in die sich auch der geplante Bau des Eisenbahnquartiers mit 28 Wohnungen fügen soll, ist ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt, der Stadtwerke und der Deutschen Bahn. So wie auch bei den Themen Sauberkeit und Ordnung müssen mehrere Akteure zusammenarbeiten. Just im vergangenen Jahr hat es da ordentlich geknirscht: Über Wochen stand der Aufzug am Gleis 1 still. Und das nicht zum ersten Mal. Pendler und Bahnkunden waren mächtig sauer. Oberbürgermeister Nicolas Meyer (FWG) intervenierte deshalb bei der Bahn.
„Solche Situationen zeigen deutlich, dass bestehende Abstimmungsprozesse weiter verbessert werden müssen. Unser Ziel ist es, dass Probleme schneller erkannt, klar zugeordnet und zeitnah behoben werden. Daran arbeiten wir gemeinsam mit Nachdruck“, betont Meyer und will die Zusammenarbeit vorantreiben. Sauberkeit, Ordnung und ein gepflegtes Erscheinungsbild des Hauptbahnhofs Frankenthal und des Haltepunkts Frankenthal-Süd hätten für die Stadt Priorität.
Stadt ist für Bahnhofsvorplatz zuständig
Für Bahnsteige, Bahnhofsgebäude und Aufzüge ist die Deutsche Bahn zuständig. Die Stadt steht dazu nach eigenen Angaben in einem engen Austausch mit dem Regionalmanagement der Bahn. Zusätzlich würden Reinigung und Maßnahmen zur Graffitientfernung über den Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd unterstützt.
Für den Bahnhofsvorplatz ist die Stadt selbst verantwortlich. Der Bau des Fahrradparkturms gehört zur konzeptionellen Neugestaltung des Platzes – hier, wo jetzt neben der Unterführung rot-weißes Absperrband flattert.
Im Netz:
Eine Visualisierung des neuen Bahnhofsvorplatzes ist auf dem Youtube-Kanal der Stadtverwaltung „Stadt Frankenthal (Pfalz)“ zu finden.
