Vorderpfalz
Fahrraddiebstahl: 1,7 Millionen Euro Schaden im Vorjahr
Fahrräder im Wert von 1,7 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr bei der Polizeidirektion Ludwigshafen als gestohlen gemeldet. Sie ist zuständig für die Städte Ludwigshafen, Frankenthal und Speyer sowie den Rhein-Pfalz-Kreis. Zum Vergleich: 2019 lag dieser Wert noch bei 950.000 Euro. Nach einem leichten Knick in der Corona-Pandemie, während derer die Polizei insgesamt einen Rückgang der Kriminalität verzeichnete, stieg der entstandene Schaden durch Fahrraddiebstähle. Hauptgrund: Fahrräder werden generell hochwertiger und auch der Anteil an E-Bikes sowie Pedelecs nimmt stark zu. Das bestätigt Polizeisprecherin Ghislaine Wymar vom Polizeipräsidium Rheinpfalz.
Spitzenreiter in der Statistik der Anzahl der Raddiebstähle ist Ludwigshafen mit seinen rund 180.000 Einwohnern. Bei knapp 600 Anzeigen entstand hier 2023 ein Gesamtschaden von rund 780.000 Euro. Pro Rad sind das im Schnitt 1300 Euro – fast eine Verdoppelung im Vergleich zu 2019, als dieser Wert noch bei 740 Euro lag. Noch deutlicher ist der Anstieg beim entstandenen Schaden in Speyer. Der durchschnittliche Wert pro Rad lag hier 2019 noch bei 540 Euro, 2023 waren es, wie in Ludwigshafen, fast 1300 Euro.
Diebe profitieren von E-Bike-Boom
Als beliebtes touristisches Ziel komme der Domstadt mit ihren rund 51.000 Einwohnern eine Sonderrolle zu. Viele Besucher würden mit dem Rad fahren und auch eine Vielzahl an Veranstaltungen werde durch Radfahrende besucht, sagt Wymar. In Speyer stieg die Anzahl der Fahrraddiebstahlsdelikte nach der Corona-Pandemie besonders stark. Von rund 200 im Jahr 2020 kletterte der Wert 2022 auf über 500. Im Vorjahr wurden in Speyer immerhin noch 350 Fahrräder gestohlen gemeldet. Ein Grund dafür könnte laut Polizei neben dem allgemeinen Fahrrad- und E-Bike-Boom der Trend sein, nach Corona im Inland zu verreisen.
Als kleinste der drei Städte in der Vorderpfalz liegt Frankenthal mit seinen knapp 50.000 Einwohnern auch in der Diebstahlsstatistik auf Platz drei. Auffällig hie: Bei – mit Ausnahme der Corona-Jahre – konstant rund 230 Delikten ist der Schadenswert im Vergleich zu Ludwigshafen und Speyer nicht ganz so hoch angestiegen. Im Schnitt lag der Preis pro Rad im Vorjahr bei 850 Euro, 2019 waren es noch rund 500 Euro.
Schwerpunkte: Haltestellen und Schulen
Ähnlich ist in den drei Städten, wo besonders häufig Fahrräder wegkommen. „Die meisten Fahrraddiebstähle werden in den Bereichen der Bahnhöfe und Fußgängerzonen sowie in der Innenstadt verzeichnet“, informiert die Polizei. Daneben würden aber auch vermehrt Räder an Schulen und bei Krankenhäusern gestohlen. In Ludwigshafen seien zudem Straßenbahnhaltestellen, die vermehrt durch Pendler genutzt werden, etwa die Endhaltestellen in Oppau und Rheingönnheim, sowie der Stopp in der Hemshofstraße und am Rathauscenter Diebstahlsschwerpunkte.
Mit ihrer Präventionsarbeit reagiere die Polizei auf Kriminalitätslagen. „Wird an einem Ort eine Zunahme von Fahrraddiebstählen registriert, wird dort auch vermehrt Streife gefahren“, informiert die Sprecherin des Präsidiums. Außerdem verteile man unter anderem Flyer mit Tipps zu Sicherung von Fahrrädern an erkannten Schwerpunktorten. Kontrollen von Zweiradfahrern, bei denen auch die Räder überprüft werden, gehörten zu den täglichen Aufgaben im Streifendienst. Darüber hinaus gebe es immer wieder gesonderte Aktionen, etwa zu Fahrradsicherheit in Ludwigshafen, Fahrradstreifen in Frankenthal und Fahrradkontrollwochen der Polizeiinspektion Speyer.
Schutz vor Fahrraddiebstahl: Tipps der Polizei
Um Dieben das Handwerk zumindest zu erschweren, rät die Polizei das Fahrrad wenn möglich in einem verschlossenem Raum oder an einem gut einsehbaren beleuchteten Ort abzustellen. Andernfalls sollte es an einem festen Gegenstand angeschlossen werden, um ein Wegtragen zu verhindern. Wichtig sei ein gutes Schloss. Den besten Schutz bieten aus Sicht der Beamten Bügel- und Panzergliederschlösser. Der Preis für ein hochwertiges Schloss sollte etwa fünf bis zehn Prozent des Neupreises des Rades entsprechen. Auch Fahrräder könnten mit einer Alarmanlage, die Diebe abschreckt, nachgerüstet werden. Im Falle eines Verlustes erleichtere es die Arbeit der Polizei, wenn neben der Rahmennummer auch ein Bild des Fahrrads sowie die Kaufrechnung vorhanden sind. Hilfreich könne auch ein am Rad angebrachter GPS-Tracker sein.