Frankenthal Erste wichtige Prüfung im Leben
277 Schüler – 163 vom Albert-Einstein-Gymnasium und 114 vom Karolinen-Gymnasium – schreiben seit dieser und in den nächsten zwei Wochen ihre Abiturarbeiten. Die mündlichen Prüfungen folgen Mitte März. Für die Schulen bedeutet das jedes Jahr einen großen Planungsaufwand.
Bereits im September beginnen die ersten organisatorischen Gespräche im Karolinen-Gymnasium. Dabei muss laut Holger Wendler, der als Lehrer im MSS-Team mitarbeitet, einiges berücksichtigt werden. „Zum Beispiel, dass die Schüler nicht unbedingt jeden zweiten Tag eine Prüfung schreiben.“ Oberstufenleiter Karl-Ludwig Pfeifer berichtet von Absprachen, die zwischen Kollegen und anderen Schulen getroffen werden müssen. Der Kunstleistungskurs setze sich beispielsweise aus Schülern des Karolinen-Gymnasiums und des Albert-Einstein-Gymnasiums zusammen. Deshalb bekämen die Schüler die gleiche Arbeit, die auf jeden Fall an einem Tag geschrieben werden müsse, erläutert er. Doch bevor es losgeht, schicken die Fachlehrer, die in der 13. Klasse einen Leistungskurs unterrichten, ihre Vorschläge für Abiturprüfungen kurz nach den Herbstferien an das Bildungsministerium in Mainz. Da in Rheinland-Pfalz das Ministerium die Abituraufgaben nicht zentral stellt, werden die Vorschläge auf ihre Vergleichbarkeit geprüft. Von vier eingesandten Aufgaben bekommt die Schule drei zurück. „Das Siegel wird vor den Schülern gebrochen. Die Lehrer wissen deshalb auch erst mit den Schülern, welche Vorschläge zurückgekommen sind“, erklärt Britta Neumann, MSS-Leiterin am AEG. Die Abiturienten des Albert-Einstein-Gymnasiums schreiben ihr Abitur in der Aula. Je nach Fach haben sie dafür vier oder fünf Stunden Zeit. Handys, Jacken und Taschen dürfen laut Oberstufenleiterin nicht mit in den Saal genommen werden. Zwei Lehrer achten darauf, dass nicht gespickt oder geredet wird. „Während Lehrer bei Kursarbeiten auch andere Arbeiten korrigieren dürfen, dürfen sie bei der Abituraufsicht nichts anderes machen“, erklärt Neumann. Außerdem stehen für die Abiturienten nur die Lehrertoiletten zur Verfügung, die sich direkt neben der Aula befinden. Nachdem am 28. Januar das schriftliche Abitur am KG endet – am AEG ist am 30. Januar Schluss –, erwartet die Lehrer und das MSS-Team ein weiterer Brocken Arbeit. Die Oberstufenleitung bestimmt einen Termin, an dem die Kurslehrer und Zweitkorrektoren die Abiklausuren benotet haben müssen. Am KG ist das der 19. Februar. „Der Zeitraum ist wegen des kurzen Halbjahrs sehr knapp. Da müssen einige Lehrer über Fasching noch schwitzen“, sagt Holger Wendler. Wenn die Noten feststehen, werden sie in den Computer eingegeben. Im Albert-Einstein-Gymnasium sind dafür MSS-Leiterin Britta Neumann und ihr Kollege Wolfgang Leicht zuständig. In der Berechnungsphase prüfen sie, ob die Schüler das Abitur nach den schriftlichen Prüfungen bereits bestanden haben. „Wenn das nicht der Fall ist, weil den Abiturienten noch Punkte fehlen, finden Beratungsgespräche statt, in denen erläutert wird, ob der Schüler das Abitur allein durch die mündliche Prüfung schaffen kann, oder ob Prüfungen in weiteren Fächern notwendig sind“, erklärt Neumann. Je nach Kombination ihrer Leistungskurse legen die Schüler eine oder zwei mündliche Prüfungen ab. Laut neuer Prüfungsordnung, die letztes Jahr in Kraft trat, haben Schüler, die im Leistungskurs zwei Fremdsprachen oder zwei Naturwissenschaften oder die Fächer Musik oder Sport belegen, zwei mündliche Prüfungen. Die Planung des mündlichen Abiturs findet Holger Wendler schwieriger zu organisieren als das schriftliche: „Viele Schüler müssen nicht nur eine, sondern zwei Prüfungen ablegen. und bei über 100 Prüflingen, von denen mehr als die Hälfte zwei Prüfungen ablegen muss, ist das eine Herausforderung.“ Außerdem müsse die Zusammensetzung der Prüfungskommission, die aus drei Fachlehrern besteht, geplant werden. Das mündliche Abitur findet am Karolinen-Gymnasium vom 11. bis 13. März statt. Die AEG-Schüler müssen sich bereits vom 9. bis 11. März den Fragen der Prüfer stellen. Ihr Abschlusszeugnis bekommen die KG-Abiturienten am 19. März überreicht. Das Ende ihrer Schulzeit feiern sie einen Tag später auf dem Abiball im Congress-Forum. An diesem Abend findet auch die Zeugnisverleihung des Albert-Einstein-Gymnasiums in der Aula statt. Tanzen werden die Abiturienten dann am 28. März beim Abiball im CFF.