Hallenhockey RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Bundesliga: Sieg und Niederlage für TG Frankenthal

Der von Krämpfen in beiden Waden geplagte TG-Keeper Oliver Scharfenberger entschärfte etliche Strafecken des TSV Mannheim.
Der von Krämpfen in beiden Waden geplagte TG-Keeper Oliver Scharfenberger entschärfte etliche Strafecken des TSV Mannheim.

Es war ein Wochenende mit Licht und Schatten für Erstligist TG Frankenthal. Dem verdienten 3:2-Sieg gegen den Nürnberger HTC am Samstag folgte ein 1:10 (0:7) gegen den TSV Mannheim. Und doch gab es einige positive Dinge, die im Tabellenkeller hoffen lassen.

Normalerweise werden Zuschauer von Hallensprecher Stefan Koch als solche herzlich begrüßt. Am Samstag traf er mit „50 Testwilligen“ den Nagel auf den Kopf. Aufgrund der 2G-plus-Regel waren die Tribünen in der Halle Am Kanal an beiden Tagen spärlicher besetzt als bei einem „normalen“ Heimspiel.

Die Zuschauer hätten schon gefehlt, meinte Oliver Scharfenberger nach dem Spiel gegen den TSV Mannheim. Am Samstag musste er noch Thimo Bernet den Vorzug lassen. Am Sonntag war er zwischen den Pfosten und nicht zu beneiden. Zehnmal musste er hinter sich greifen.

Scharfenberger entschärft Siebenmeter

Und doch nahm er die Glückwünsche für eine gute Leistung an. Denn mit einigen Paraden verhinderte der von Krämpfen in beiden Waden geplagte Keeper, dass die TG noch höher unter die Räder kam. Scharfenberger entschärfte etliche Strafecken des TSV und war auch Sieger beim Siebenmeter von TSV-Kapitän Nils Grünenwald.

Trotzdem gab’s für die TG gegen den TSV nichts zu holen. Das hatte mehrere Gründe. Der frühe Rückstand durch den Ex-Frankenthaler Marius Haber (1.) spielte den Gastgebern, denen man eine gute kämpferische Leistung attestieren konnte, sicherlich nicht in die Karten. Zum anderen erwies sich der Gast aus der Quadratestadt abgezockter, zielstrebiger im Spiel nach vorne, griffiger in der Abwehr und gedanklich beweglicher.

Schmietenknop: Zwei-Klassen-Gesellschaft

TG-Trainer Timo Schmietenknop sprach nach der Partie dann auch von einer Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Süd-Gruppe der Ersten Hallenhockey-Bundesliga. Die ersten drei Teams – TSV Mannheim, Mannheimer HC und SC Frankfurt 1880 – machen die beiden Viertelfinalteilnehmer unter sich aus. Dahinter spielen Frankenthal, Nürnberg und der Münchner SC um den Verbleib im Oberhaus.

Bei dieser Mission kann der Dreier vom Samstag gegen die Franken noch Gold wert sein. „Wir hatten mehr Spielanteile. Nur der letzte Pass hat noch gefehlt“, meinte Tim Ehret nach der Partie gegen den NHTC. Timo Schmietenknop nahm die Tabelle als Positives aus dem Wochenende mit. Denn der Münchner SC bleibt nach dem 3:5 beim Mannheimer HC punktloses Schlusslicht. München ist am Samstag zum Abschluss der Hinrunde nächster Gegner der TG.

TG steckt nicht auf

Einen weiteren positiven Aspekt: „Wir haben den TSV mit gutem Pressing phasenweise gut beschäftigt“, meinte Schmietenknop. Das gelang, weil die TG nie aufsteckte und die Gäste in der zweiten Halbzeit deutlich einen Gang zurückschalteten.

„Es ist schwierig, da im Kopf das 0:0 zu halten“, meinte Marius Haber. Ja, er habe die Gäste-Kabine gefunden, meinte er mit einem Grinsen. „Es war aber schon komisch.“ Er sei überrascht gewesen, dass ausgerechnet er den Torreigen an ehemaliger Wirkungsstätte eröffnete, sagte er. Das Viertelfinale sei der nächste Schritt. Der TG drücke er im Kampf um den Klassenverbleib die Daumen. „Ich wünsche mir, dass sie drin bleiben. Wenn die Jungs weiter so spielen wie gegen Nürnberg und noch eine Schippe drauflegen, packen sie es.“

Zurkes Ergebniskosmetik

Dazu muss nach vorne allerdings wesentlich mehr passieren. Wenn die TG mal in den gegnerischen Schusskreis kam, waren die Aktionen nicht zwingend genug. So sprang nicht mehr raus als die Ergebniskosmetik von Johannes Zurke (33.). Er überwand als einziger Nationaltorwart Alexander Stadler.

Timo Schmietenknop hofft nun auf den Lerneffekt. „In der ersten Halbzeit machen wir uns drei, vier Tore selbst rein. Wir müssen die einfachen Fehler abstellen. Die macht der TSV nicht.“ Und vielleicht kommt in München dann auch der letzte Pass.

So spielten sie

TG Frankenthal: Scharfenberger - Schneider, Beck, Reinhard, Dopp, Becker, Koch, Cunningham, Fuchs, Neumeier, Ehret, Zurke

TSV Mannheim: Stadler (Eickhoff) - Benke, Pfaff, Grünenwald, Netzer, Haber, Goerdt, Proske, Schlageter, Kaufmann, Großmann

Tore: 0:1 Haber (1.), 0:2 Grünenwald (6.), 0:3 Proske (17.), 0:4 Schlageter (19.), 0:5 Schlageter (20., Strafecke), 0:6 Proske (25.), 0:7 Schlageter (30., Strafecke), 1:7 Zurke (33.), 1:8 Proske (45.), 1:9 Schlageter (48.), 1:10 Proske (52.) - Strafecken: 1/0 - 9/3 - Beste Spieler: Scharfenberger, Becker - Proske, Schlageter, Pfaff - Zuschauer: 150 - Schiedsrichter: Leiber(Stuttgart)/Meissner(Bietigheim-Bissingen).

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