Frankenthal Erst Traum, dann Laden

Kim Koch auf einer Teeplantage in Sri Lanka: Sie ist leidenschaftliche Teetrinkerin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Jetzt e
Kim Koch auf einer Teeplantage in Sri Lanka: Sie ist leidenschaftliche Teetrinkerin und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Jetzt eröffnet sie ihren dritten Teeladen.

Seit 2014 führt Kim Koch einen Tee- und Feinkostladen in der Grünstadter Fußgängerzone. 2016 kam eine Filiale in Bad Dürkheim hinzu. Am Samstag eröffnet die gelernte Mediengestalterin und Personaldisponentin in der Schlossergasse 2 in Frankenthal ein weiteres Geschäft.

Rund 12.000 Euro habe sie für den neuen Laden in die Hand genommen – ausschließlich für das Inventar, berichtet Koch. Der finanzielle Einsatz für die Ware komme oben drauf. Seit 2017 verkaufe sie auch über das Internet Tee, Feinkost und Gewürze. Der Webshop habe sich gut entwickelt. Sogar in Leipzig gebe es Kunden, sagt die gebürtige Ludwigshafenerin, die seit ihrer Kindheit in der Verbandsgemeinde Leiningerland lebt. Koch ist Quereinsteigerin. 2012 wurde sie Mutter und hatte nach der Geburt gesundheitliche Probleme. „Ich hatte Zeit zum Nachdenken. Da ist der Wunsch gewachsen, mein Hobby zum Beruf zu machen“, sagt die leidenschaftliche Teetrinkerin. 2013 wurden ihre Pläne konkreter, als sie als Aushilfskraft in einem Schreibwarengeschäft Erfahrungen im Einzelhandel sammelte: „Mir hat das Verkaufen riesigen Spaß gemacht.“ Als sie erfuhr, dass der Teeladen in der Grünstadter Fußgängerzone verkauft werden sollte, ließ ihr das keine Ruhe. Koch volontierte stundenweise im Teeladen, lernte die Kunden kennen, arbeitete sich ins Thema ein, eignete sich Fachwissen an und absolvierte ein Gründerseminar bei der Industrie- und Handelskammer. Koch musste einen Kredit über 25.000 Euro aufnehmen, um den Warenbestand und das Inventar der Vorgängerin zu übernehmen. Drei Aushilfen beschäftigte sie weiter. „Mein Glück war, dass ich in den Herbst hinein gestartet bin“, sagt Koch. Tee und Pralinen seien Saisonwaren, die in der kalten Jahreszeit besseren Absatz finden als im Sommer. Von Anfang an lief es gut, berichtet Koch. „Rote Zahlen musste ich nie schreiben.“ Ein regelmäßiges Gehalt zahlt sie sich allerdings noch nicht aus. Ein Teil der Einkünfte werde als Puffer für schlechtere Monate zurückgelegt, ein Teil wieder investiert. Neben Miete und Nebenkosten für die drei Geschäfte fielen jeden Monat Personalkosten für zwei festangestellte Kräfte und fünf Aushilfen an. Vor dem Start in das dritte Geschäft hat sich Kim Koch einen Traum erfüllt: Sie war auf Sri Lanka, der Herkunftsinsel vieler Tees, die sie in ihren Läden vertreibt. „Vier Tage lang sind wir mit dem Zug durch die Highlands gefahren. Auf den Teeplantagen konnten wir eigenhändig beim Teepflücken helfen“, erzählt Koch. Noch Fragen? Das Tee- und Feinkosthaus in der Schlossergasse 2 ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Der Webshop findet sich unter www.tee-feinkosthaus.com.

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