Frankenthal Ermittler äußern sich zu Ursache für Klinikbrand
„Unsachgemäßer Umgang mit Feuer“ ist nach gemeinsamen Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft die Ursache für den Zimmerbrand in der Stadtklinik Frankenthal, bei dem am Montagabend zwei 72 und 80 Jahre alte Frauen ums Leben gekommen sind. Was genau die Flammen ausgelöst hat, ist offenbar noch unklar: Die 79 Jahre alte Patientin, die sich aus dem brennenden Zimmer retten konnte, ist der am Mittwoch veröffentlichten Pressemitteilung zufolge noch nicht vernehmungsfähig. „Hinweise auf ein Einwirken Dritter liegen nicht vor“, betonen die Ermittler zum Ergebnis der Untersuchung des Unglücksorts durch einen Sachverständigen und Experten der Kripo Ludwigshafen. Auszuschließen sei zudem ein technischer Defekt.
Ob in dem Zimmer geraucht worden sei, dazu könne er derzeit nichts sagen, erklärte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen auf Anfrage. Ein Adventskranz mit Kerzen, wie vielleicht in der Vorweihnachtszeit naheliegend, sei nicht der Auslöser gewesen. Angesichts der starken Verwüstung des Raums sei ein sachlicher Nachweis der konkreten Umstände schwierig, so der Sprecher. Vieles hänge insofern von der Aussage der 79-Jährigen als einziger Zeugin des Geschehens ab.
Im Zimmer habe sich – wie am Dienstag schon von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) berichtet – ein Rauchmelder befunden, der für eine weitere Auswertung sichergestellt worden sei. Eine Zeugin habe ausgesagt, das Gerät habe Warntöne von sich gegeben. Aufgrund der starken Rauchentwicklung im Patientenzimmer war nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden „ein gefahrloses Retten“ der beiden Seniorinnen beispielsweise durch Mitarbeiter des Krankenhauses nicht mehr möglich. Deren schnelle und beherzte Reaktion habe allerdings in benachbarten Bereichen Schlimmeres verhindert, ist die Polizei überzeugt. Die Staatsanwaltschaft habe den Brandort und die zunächst noch gesperrten Zimmer der Chirurgischen Abteilung im zweiten Obergeschoß inzwischen wieder freigegeben. Die Leichen der beiden Todesopfer sollen am Donnerstag obduziert werden.