Mein Adventsschmaus Erinnerungen an die Provence
Daube provençale, ein Schmorgericht nach südfranzösischer Art, ist im Hause Haller seit vielen Jahren ein Muss in der Vorweihnachtszeit. Die bekannte Lambsheimer Familie kommt zu diesem Adventsschmaus immer dann zusammen, wenn Angela Haller, Frau des früheren Lambsheimer Pfarrers, Mutter von drei Söhnen und kommunalpolitisch engagierte Sozialdemokratin, die Krippe aufgebaut hat.
„Es begann alles damit, dass meine Eltern mir aus einem Urlaub provenzalische Krippenfiguren mitgebracht haben. Mir haben diese ,Santons de Provence’ sehr gut gefallen, aber irgendwie waren sie mit ihren sieben Zentimetern Größe zu klein, um zur Geltung zu kommen.“ Und so hätten die Figuren mehrere Jahre in der Weihnachtszeit ziemlich verloren herumgestanden, erzählt Angela Haller.
Die ganze Familie am Tisch versammelt
Ein Kurs bei den Krippenbauspezialisten Ilka und Hermann Feise in Bobenheim-Roxheim brachte schließlich die Lösung: „Sie gaben mir Beispiele und Ideen und halfen mir tatkräftig, eine provenzalische Krippenlandschaft zu bauen, damit meine Krippenfiguren zur Geltung kommen.“ Seitdem kauft sich die 66-Jährige bei jedem Aufenthalt in der Provence eine weitere Figur. „Und immer, wenn ich die Krippenlandschaft aufgebaut habe, lade ich meine Familie am darauf folgenden Adventsonntag zu einer Daube ein.“ Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit, zwölf Gäste einschließlich Enkelkinder saßen am Tisch.
Für das Gericht braucht es Haller zufolge für sechs Personen 1,5 Kilogramm Rindfleisch von der Schulter, das in größere Stücke geschnitten und ein bis zwei Tage lang kalt eingelegt wird. Die Marinade besteht aus französischem Rotwein (750 Milliliter), Rotweinessig (100 Milliliter), einer Zwiebel und vier Karotten (in Scheiben geschnitten), einem Lorbeerblatt, Rosmarin, Thymian, Petersilie, Muskat, zwei Nelken sowie – jeweils zerdrückt – zehn Pfefferkörnern und vier Wacholderbeeren. Wenn es an die weitere Zubereitung des abgetrockneten Fleischs geht, wird die Marinade ohne die Gemüsestücke, aber mit den Gewürzen etwas eingekocht. „Achtung“, sagt die Lambsheimerin, „die Flüssigkeit kocht sehr schnell über!“
Lecker mit Brot oder Reis
Zu angebratenen Zwiebel- und Speckwürfeln kommen das portionsweise in Olivenöl angebratene Fleisch sowie Salz und Pfeffer. Dann werden die Marinade und deren Zwiebel- und Karottenscheiben hinzugegeben. Weiter braucht es für den Schmorsud drei Knoblauchzehen, eine halbe Zimtstange und etwas Orangenschale. Das alles wird mit Gemüsebrühe (circa ein Viertelliter) so aufgefüllt, dass das Fleisch bedeckt ist. Für etwa fünf Stunden muss alles im Backofen bei 140 bis 150 Grad Ober- und Unterhitze schmoren. Dann nimmt man die Gewürze heraus und gibt 300 Gramm schwarze Oliven (ohne Steine) hinzu. Wer möchte, kann die Bratenflüssigkeit mit Mehlbutter oder Soßenbinder andicken. Angela Haller hat dazu ein Kartoffelgratin gereicht, es schmecke aber auch gut nur mit Brot oder mit Reis.